Henry & Co.: Was bisher geschah.... 
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HENRY: Hallo Leute, hier ist wieder euer Henry.

Heute ist schon die 50. Folge. Wer hätte das gedacht?

TOFFEE: Ein richtiges Jubiläum.

JANE: Wir sind ganz doll stolz, dass wir schon so lange dazu beitragen können, dass SOS-Meerschweinchen sich um den Tierschutz kümmert.

CLARA: Genau. Und wir hatten überlegt, ob wir zur 50. Folge eine große Party schmeissen und so richtig die Meersau rauslassen mit einem Riesen-Gemüse-Salat-Kräuter-Buffet und so.

TOFFEE: Aber da drauf ist uns die Lust vergangen. Die Jane hat nämlich etwas GRÄSSLICHES im Internet entdeckt, das ist so GRAUENVOLL, dass wir alle komplett schockiert sind und das hört gar nicht mehr auf mit dem schockiert-sein. Betroffen-MUIG.

HENRY: Ihr müsst wissen, dass die Jane immer die wissenschaftlichen Sachen für unsere Kolumne recherchiert. Dabei hat sie entdeckt, dass es für uns Tiere nicht nur ein Regenbogenland gibt für das nächste Leben, sondern eine HÖLLE, in die man schon in diesem Leben kommen kann. Elend-MUIG.

JANE: Ja, diese Hölle heißt TIERVERSUCHSLABOR!!!

ALLE: Niedergeschlagen-MUIG!

CLARA: Wir wussten nicht, dass es sowas gibt und wir haben die Mama Kerstin gefragt, ob sie das wusste.

JANE: Ja, und sie wusste davon. Aber sie sagte, Menschen können Dinge, die sie unangenehm finden, total gut verdrängen. Sie denken dann, dass sie alleine ja sowieso nichts dagegen tun können. Jetzt schämt sie sich, dass sie das auch immer verdrängt hat.

CLARA: Aber ab sofort werden wir dafür sorgen, dass sie das nie mehr vergisst!!! Jawoll-MUIG!


Clara und Henry

HENRY: Genau. Man kann nämlich sehr wohl was gegen Tierversuche tun. Jeder Einzelne kann das.

TOFFEE: Und wenn ganz viele Einzelne mitmachen, dann sind sie irgendann die Mehrheit.

HENRY: Deshalb möchten wir heute was über Tierversuche erzählen und euch, liebe Zweibeiner, bitten, unseren ganzen Tierkumpels zu helfen und euch gegen Tierversuche zu engagieren. Die sind nämlich so unerträglich schrecklich, dass wir kaum in der Lage sind darüber zu sprechen. Aber wir versuchen es, damit ihr versteht, warum wir so entsetzt sind, tapfer-MUIG.

JANE: Also, räusper-MUIG, ich hab' eine Statistik gefunden wie viele Tiere im Jahr unter solchen Tierversuchen leiden müssen. Das sind allein in Deutschland 2,8 Millionen! Stellt euch das vor. 2,8 Millionen Seelen. Alles unschuldige Tiere, die in ihrem ganzen Leben keinen einzigen glücklichen Augenblick haben, die nur gequält werden, die immer nur Angst kennen, Verzweiflung, Schmerzen, die nie Auslauf haben, nie die Sonne sehen. Und alle sterben am Ende. Selbst die, die die schrecklichen Versuche überleben, werden alle getötet, wenn die Forscher sie nicht mehr brauchen. So viele Tiere, die nur geboren werden, um zu leiden und zu sterben.

CLARA: Man nennt das aber nicht quälen und umbringen, sondern die Forscher sprechen davon, dass Tiere 'verbraucht' werden. Als wären wir Papiertaschentücher und nicht Lebewesen mit Gefühlen und Bedürfnissen, empört-MUIG.

HENRY: Wir Meeris heißen ja auf englisch auch 'Guinea Pigs' und das ist zum Synonym für Versuchstiere geworden. Aber tatsächlich sind inzwischen andere Tiere noch schlimmer dran als wir Meeris. Die Mäuse trifft es am schwersten. Über 1,9 Millionen Versuchstiere im Jahr sind Mäuse.

TOFFEE: Als nächstes kommen die Ratten dran mit über 362.000 Seelen. Danach kommen über 273.000 Fische und als nächstes über 105.000 Kaninchen. Dann kommen 56.000 Hühner und andere Vögel. Von uns Meeris müssen über 20.500 elend sterben. Aber es werden auch Versuche an vielen anderen Tieren gemacht. Affen, Hunde, Katzen, Reptilien, Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen usw. Aber über 80 % der Versuchstiere sind Nager.

HENRY: Das macht uns echt betroffen, seufz-MUIG, schließlich sind wir Nager alle irgendwie miteinander verwandt.

JANE: Und die Versuche sind ganz furchtbar grausam. An Mäusen werden zum Beispiel Botox-Tests gemacht. Man spritzt ihnen Botulinumtoxin, ein ganz schreckliches Nervengift, in verschiedenen Verdünnungen in die Bauchhöhle, um die Menge zu ermitteln, bei der die Hälfte der Mäuse stirbt. Die armen Mäuse sterben unter furchtbaren Qualen und ersticken schließlich bei vollem Bewusstsein. Ihr To­des­kampf kann 3 - 4 Tage dauern.


Jane und Toffee

CLARA: Und das nur, weil es Menschen gibt, die sich mit Botox ihre Falten weg­spritzen lassen wollen. Und weil Botox so gefährlich ist, muss jede Produktionseinheit in qualvollen Tierversuchen, dem so genannten LD50-Test, an Mäusen geprüft werden, bevor sie in den Verkauf geht.

HENRY: Und ganz viele arme Ratten werden in der Depressionsforschung einem 'Forcierten Schwimmtest' ausgesetzt. Man setzt sie in einen mit Wasser gefüllten Plexiglaszylinder von 40 cm Höhe und 18 cm Durchmesser. Die Ratte schwimmt dann um ihr Leben. Irgendwann merkt sie, dass sie keine Chance hat und es kein Entkommen gibt. Die Ratte gibt dann auf und lässt sich treiben. Je nachdem, wie lange sie mit oder ohne ein Antidepressivum um ihr Leben kämpft, gilt sie als mehr oder weniger depressiv und das Medikament als mehr oder weniger wirksam.


Ratte im Forcierten Schwimmtest
Quelle: Ärzte gegen Tierversuche

TOFFEE: Ganz viele Tiere werden genmanipuliert oder man pflanzt ihnen Tumore ein, infiziert sie mit schlimmen Krankheiten, verätzt ihre Augen mit Chemikalien oder quält sie mit Elektroschocks. Es ist kaum auszuhalten, was die Menschen sich alles einfallen lassen, um andere Lebewesen zu quälen.

JANE: Dabei kann man auf ganz viele Tierversuche schon ganz verzichten, weil man schon viele Tests besser an gezüchteten Zellkulturen durchführen kann, ohne dass ein Lebewesen leiden muss. Und viele Tests sind ganz unnötig, weil man die Ergebnisse sowieso nicht auf den Menschen übertragen kann. Viele Medikamente, die man nach den Tierversuchen für die Menschen eingesetzt hat, mussten wieder vom Markt genommen werden, weil sie bei Menschen nicht wirken oder ganz gemeine Nebenwirkungen haben. Contergan zum Beispiel.

CLARA: Aber es verdienen halt ganz viele Forscher und Firmen ganz viel Geld mit den Tierversuchen. Das ist eine Milliardenindustrie. Für Forschungen, die Tierversuche vermeiden, stehen nur ein paar Millionen im Jahr zur Verfügung.

HENRY: Die Forscher, die Tierversuche durchführen, sagen natürlich, dass es ohne Tierversuche nicht geht, aber dass sie ja zum Wohl der Tiere sowieso schon nach dem 3R-Prinzip handeln. Das steht für Replacement, Reduction und Refinement, das heißt Vermeidung, Verringerung und Verfeinerung.

JANE: Vermeidung heißt, dass es keine Tierversuche mehr geben soll, wenn man einen Test auch am Computer oder mit Zellkulturen durchführen kann. Verringerung heißt, dass man durch Verbesserung der Tests die Anzahl der Versuchstiere reduziert. Verfeinerung meint Versuchsansätze, die das Leiden der Versuchstiere minimieren sollen.

TOFFEE: Ich finde, jeder einzelne Tierversuch ist noch einer zu viel. Und kein Tier sollte überhaupt leiden müssen.


Clara und Toffee

HENRY: Das sagen die richtigen Tierschützer auch. Aber das 3R-Prinzip steht in ganz Europa überall im Gesetz. Die richtigen Tierschützer sagen, dass daran falsch ist, dass das 3R-Prinzip Tierversuche nicht grundsätzlich in Frage stellt.

CLARA: Für mich ist das ganze 3R-Geschwätz nur Augenwischerei. Angeblich sollen die Tierversuche reduziert und die Tiere mehr geschont werden. Dabei nimmt die Anzahl der Tierversuche gerade wieder zu. Überall werden neue Tierversuchslabore gebaut für noch mehr Tests.

JANE: Die EU hat eine Richtlinie erlassen, wonach seit 2012 beantragte Tierversuche in die Schweregrade "keine Belastung, gering, mittel und schwer"  eingeteilt werden. Die Versuche mit dem Schweregrad 'schwer' sollen danach verboten sein, aber die einzelnen Staaten können Ausnahmen von dem Verbot zulassen und Deutschland lässt solche allerschlimmsten Tierversuche weiter zu. Die Tierversuchs­lobby ist bis jetzt einfach mächtiger als die Tierschützer. Und dabei steht der Tier­schutz sogar im Grundgesetz.

TOFFEE: Wir möchten erstmal erreichen, dass die Tierversuche mit den schweren Belastungen für die Tiere auch in Deutschland verboten werden.

HENRY: Im Tierschutzgesetz steht, dass ein Tierversuch nur durchgeführt werden darf, wenn er "ethisch vertretbar" ist.  Dabei geht es darum, "ob die den Versuchstieren entstehenden Belastungen im Hinblick auf die Bedeutung des Versuchszwecks verhältnismäßig erscheinen".

CLARA: Pah-MUIG! Solange diese Verhältnismäßigkeit von Menschen beurteilt wird und nicht von den Versuchstieren, ist das kein Tierschutzgesetz, sondern ein Tierversuchsschutzgesetz!

HENRY: Genau. Die Frage nach der Ethik heißt doch, ob und inwiefern der menschliche Nutzen tierisches Leiden und Sterben rechtfertigt, und das hängt davon ab, was man glaubt, welchen moralischen Status Tiere im Vergleich zum Menschen haben.

TOFFEE: Darüber hab' ich was gelesen. Es gibt Zweibeiner, die denken, wir Tiere haben gar keinen moralischen Status, so dass wir nicht um unserer selbst willen schützenswert sind. Dann gibt's Zweibeiner, die denken, dass alle Lebewesen, die in gleicher Weise leidensfähig sind und fähig sind, Interessen zu haben, einen vergleichbaren moralischen Status haben und dann gibt's noch die, die zwar denken, dass wir Tiere zwar einen moralischen Status haben, aber einen geringeren als den der Menschen.

HENRY: Moralischer Status! Verächtlich-MUIG. Das meint, ob wir ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit und Schutz haben.


Henry und Jane

JANE: Es gibt noch viel zu viele Menschen, die denken, wir sind nichts wert oder jedenfalls weniger als die Menschen, so dass man uns benutzen darf, wenn es für den Menschen nützlich ist.

CLARA: So, liebe Zweibeiner, und jetzt kommt's auf EUCH an. Wenn ihr denkt, dass es unmoralisch ist, uns Tieren Leiden zuzufügen für den zweifelhaften Nutzen irgendwelcher Versuche, dann engagiert euch bitte für den Tierschutz und gegen Tierversuche. Helft mit, dass bald keine Tiere mehr leiden und sterben müssen.

HENRY: Helft bitte mit, dass die allerschlimmsten Versuche auch in Deutschland verboten werden, dass keine Mäuse mehr mit Botox gequält werden und keine Ratten mehr um ihr Leben schwimmen müssen. Die Jane hat im Internet einen Verein gefunden, der sich besonders gegen Tierversuche einsetzt, das ist der "Ärzte gegen Tierversuche e.V.". Auf deren Homepage www.aerzte-gegen-tierversuche.de könnt ihr Online-Petitionen unterschreiben gegen die forcierten Schwimmtests an Ratten, gegen die Botox-Tests an Mäusen und gegen weitere Tierquälereien im Namen der Forschung. MACHT BITTE ALLE MIT!

TOFFEE: Und schaut auch auf andere Tierschutzseiten, da gibt es einige. Informiert euch, unterstützt Petitionen, geht auf Demos. Wir Tiere würden das alles gerne selbst machen, aber wir sind darauf angewiesen, dass möglichst viele gute Menschen uns Tiere vor den Menschen beschützen, die mitleidlos uns gegenüber sind.


Jane, Toffee, Henry, Clara

JANE: Und ihr könnt noch etwas tun. Unterstützt beim Einkaufen Firmen, die Produkte verkaufen, die nicht an Tieren getestet sind und keine Bestandteile enthalten, die an Tieren getestet wurden. Der Verein Animals' Liberty hat eine Datenbank geschaffen, in der ganz viele alltägliche Produkte und ihre Hersteller erfasst sind. Dazu ist jeweils vermerkt, welche Produkte ganz tierversuchsfrei sind und welche man besser vermeidet, wenn man Tierversuche nicht auch noch durch seinen Konsum unterstützen will.

HENRY: Ein Boykott der Produkte, die auf dem Leid von Tieren aufbauen, bringt Firmen am schnellsten dazu umzudenken. Diese Datenbank gibt es als kostenlose APP für's Handy im iTunes - APP Store für's iPhone und im Google Play Store für Android. Die APP heißt "Animals' Liberty – Wer macht's".

CLARA: Wir haben sofort unserer Mama Kerstin die APP auf ihr Handy installiert. Sie nutzt sie schon fleißig und ist ganz schön erstaunt, wie viele Sachen sie plötzlich nicht mehr essen und benutzen darf, weil die Hersteller Tierversuche unterstützen. Besonders viele große und bekannte Hersteller kümmern sich gar nicht um Tierschutz. Aber die APP zeigt immer Alternativen, welche ähnlichen Produkte man auch als Tierschützer noch kaufen kann.

HENRY: Und unsere Mama Kerstin hat inzwischen auch schon mehrere Online-Petitionen gegen Tierversuche und verschiedene andere Tierquälereien unterschrieben.

TOFFEE: Und wenn alle, die das hier lesen, unseren Aufruf zum Tierschutz unterstützen und es auch wieder allen erzählen, die sie kennen, dann können wir was dazu beitragen, dass bald weniger Tiere gequält werden.  

JANE: Wir essen jetzt unsere Gurkenscheibe. Gurken sind zumindest tierversuchsfrei. Und dabei denken wir an die vielen armen Tiere, die nie sowas leckeres bekommen.

KERSTIN-ZWEIBEIN: Ich bin sicher, dass euer Aufruf ganz viele Unterstützer für die gute Sache motiviert. Und genießt eure Gurke trotz der vielen schlimmen Dinge in der Welt.    

HENRY: Danke. Also tschüss dann, mampf schmatz, bis nächste Woche...

 

 

..... Fortsetzung folgt nächste Woche Samstag....


 

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