Am Freitag, den 06. August kam es bei der Vergesellschaftung von einem Bock mit vier Weibchen zu einem Zwischenfall: Nach anfänglich unauffällligen, „normalen“ Begegnungen zwischen den neuen Bewohnern, wurde nach einiger Zeit Blut im Gehege festgestellt; an der Heuraufe, an den Hauschen, an den Wänden, im Einstreu… Nach einer Schocksekunde wurde auch gleich der „Blutspender“ entdeckt, die kleinste der vier Damen, bei der seitlich auch etwas heraus hing. Hier ein Foto, aber das ist nichts für schwache Nerven: *klick*.
Sofort wurde das Meerschweinchenmädchen in eine Transportbox eingepackt und das neue Böckchen vorsichtshalber separiert. Es ist nicht klar, ob der Bock der Verursacher der Verletzungen ist, jedoch war die Gruppe vorher sehr harmonisch. Fest steht jedoch, dass es eine Bissverletzung ist.
Beim Nottierarzt wurde neben zwei kleineren Bisswunden festgestellt, dass aus der größeren Wunde die Bauchspeicheldrüse heraus hängt. Diese ist sehr empfindlich, wenn diese gequetscht wird, kann das den Tod des Tieres bedeuten. Glücklicherweise war dies nicht der Fall und auch die Darmschlingen waren nicht verletzt, was ebenfalls den Tod bedeutet hätte. Der Tierarzt hat die Bauspeicheldrüse Rückgelagert und kurze Zeit später konnte das kleine Glücksschwein schon wieder genüsslich vom Heu knuspern. Auch wenn sie nun sehr zerrupft aussieht, sind wir einfach glücklich, dass die kleine Kämpferin überlebt hat und bereits auf dem Weg der Besserung ist.
Anmerkung:
Im Normalfall verläuft eine Vergesellschaftung mit einem Bock und Weibchen ohne Komplikationen. Durch ein neues Rudelmitglied verändert sich jedoch auch die Struktur der Gruppe und die Rangordnung muss erneut festgelegt werden. Üblicherweise „knuffen“ sich die Schweine dann gegenseitig, es kommt auch mal zu ein oder zwei kleineren Bisswunden z.B. am Hintern, blutigen Näschen oder Ohren. Dort sollte dann nicht eingegriffen werden. In Fällen, wo mehr Blut fließt oder schlimmeres passiert (wie hier) muss jedoch gehandelt werden!

Noch etwas zerrupft, aber schon wieder hungrig...
