Letztes Jahr haben wir noch einige unserer Schützlinge verabschieden müssen. Heute gedenken wir noch einmal dreien dieser herzallerliebsten Persönlichkeiten:
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Bavette
Die liebe Bavette kam Anfang 2024 als Rückgabetier mit fünf Jahren zurück zu SOS Meerschweinchen. Zu diesem Zeitpunkt sollte sie in ein neues Zuhause vermittelt werden, jedoch stellte sich kurzer Zeit in der Pflegestelle leider heraus, dass sie Zahnprobleme hat und somit nicht mehr vermittelbar war. Und so zog Bavette in ihre Patentierpflegestelle, wo sie sich sichtlich wohlfühlte und schnell alle Herzen eroberte. Ihre Zahnprobleme wurden von der Pflegemama natürlich immer gut beobachtet und gereinigt. Bavette fehlte nun dauerhaft ein Zahn, was sie jedoch nicht davon abhielt, fleißig zu fressen und es zeigte wieder einmal, was mit einer guten Pflege alles möglich sein kann, wenn das Meerschweinchen selbst so motiviert ist. Bavette war ein sehr aufgewecktes und lebensfrohes Schweinchen, bis sie sich schließlich über Nacht im Oktober auf den Weg über die Regenbogenbrücke machte, sodass ihre Pflegemama ihr am nächsten Morgen diese Reise nur noch mit tierärztlicher Hilfe erleichtern konnte.
Bavette ist am 20. Oktober 2025 für immer eingeschlafen und wurde somit 6,5 Jahre alt. Sie hinterlässt ihre Pflegestelle mit glücklichen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit auch wenn sie natürlich vermisst wird.

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Balduin
Balduin kam als Abgabetier in die Pflegestelle. Aufgrund seines auffällig glänzenden Fells wurde dort sofort erkannt, dass Balduin als sogenanntes Satin-Meerschweinchen nicht in die normale Vermittlung gehen konnte, da hiermit langfristige Risiken verbunden sind und bei Meerschweinchen mit diesem Gen die Knochenkrankheit Osteodystrophie ausbrechen kann. Balduin kam also im Sommer 2022 als Patentier in seine Pflegestelle und lebte sich hier gut ein. Auch wenn er den Menschen gegenüber zu Beginn noch etwas zurückhaltend war, kam er seinen Aufgaben als Kastrat im Gehege vorbildlich nach.
Zunächst zeigte Baldiun keine Anzeichen von OD, doch im Herbst 2022 und mit zunehmendem Alter traten die ersten Symptome auf. Balduin wurde fortan mit notwendigen Medikamenten unterstützt und ging regelmäßig zur Kontrolle beim Tierarzt. Balduin wurde ein bisschen ruhiger, zeigte sich aber als starker Kämpfer und lebte so weiterhin als glückliches Meerschwein mit kleinen Einschränkungen und genoss die Zeit in seiner Gruppe. Er überraschte alle Menschen damit, wie gut er mit seiner Krankheit lebte und wie lange er agil blieb.
Im Mai 2025 zeigte sich beim Röntgen dann leider, dass die Krankheit deutlich fortgeschritten war und Balduins Kiefer mehr und mehr in Mitleidenschaft zog. Da Balduin weiterhin das Leben genoss, konnte er noch ein bisschen Zeit gewinnen und mit der fleißigen Unterstützung seiner Menschen schaffte Balduin noch einen guten Sommer. Als seine Menschen bemerkten, dass er Gewicht verlor und sich schlechter bewegen konnte, war der Zeitpunkt gekommen, sich von Balduin zu verabschieden.
Balduin begleitete SOS Meerschweinchen trotz seiner Krankheit fast vier Jahre und hinterlässt seine Menschen und Mitschweinchen traurig.
Wir mussten schweren Herzens Abschied von unserem Schützling Balduin nehmen, welcher am 30.10.2025 für immer die Äuglein geschlossen hat. Vielen Dank für die gute Pflege!

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Monalie
Monalie kam im Februar 2023 als Vermittlungstier zu SOS Meerschweinchen und sollte aufgrund ihres Alters ursprünglich nicht verpatet werden. Da sie aber kurz nach dem Einzug in die Pflegestelle starke gesundheitliche Probleme entwickelte, wurde sie einmal auf den Kopf gestellt. Hierbei kam heraus, dass sie neben durch Haarlinge verursachten Durchfall auch ein eher kleines Herz und möglicherweise Probleme mit der Leber hat.
Monalies Gesundheitszustand besserte sich unter guter Pflege zwar wieder, es war jedoch nicht abzusehen, dass sie dauerhaft ohne Probleme leben würde. So kam Monalie zusammen mit Patendame Hatwika in ihre Patentierpflegestelle und wurde dort weiterhin rundum gut versorgt. Ihr Gewicht war erst einmal nicht stabil, aber nachdem Monalie sich in der neuen Gruppe eingelebt hat, schaffte sie es mit viel guter Pflege und Futter auf ein stabiles Gewicht. Auch zwischen ihren Mitschweinchen fühlte sie sich sehr wohl und hielt ihre Mitbewohner stets auf Trab. Monalie war eine tapfere und kämpferische Dame, die ihr Leben in der Pflegestelle aufgrund der guten Pflege noch einmal genießen konnte.
Monalie ist mit 6 Jahren am 11.11.2025 über die Regenbogenbrücke gewandert und lässt traurige Herzen zurück. 2,5 Jahre lang war sie Teil unseres Vereins.
Monalies Pflegemutter schrieb folgenden Abschiedstext, der einen nur zu Tränen rühren kann:
„Kleine Monalie,
Gut zweieinhalb Jahre hast Du unser Gehege bereichert und mit Deiner vorwitzigen, sturen Art den ein oder anderen Lacher verursacht. Anfangs noch eher schüchtern und entsprechend vorsichtig unterwegs, hast Du Dich recht schnell zu einer kleinen Grande Dame gemausert, die genau wusste, was sie will. Und vor allem auch, was die anderen zu wollen haben. Hat sich mal jemand getraut, die Kuschelsachen zu belegen, in die gerade Du gerne mochtest, hast Du Dich einfach davor gesetzt und jeden quasi raus gestarrt. Bei Leckerchen konntest Du auch mal mit den Zähnen klappern, um die Reihenfolge zu klären. Und Betteln war sowieso ganz Dein Ding!
Die Verdauungsprobleme anfangs hatten wir bald im Griff und Du konntest Dein Leben genießen, flink und munter hast Du das ganze Gehege genutzt und warst eifrig überall nach dem Rechten schauen.
Zum letzten Jahreswechsel mussten wir zum Tierarzt, da Du Blut verloren hattest und wurdest gegen Blasenentzündung behandelt. Recht schnell ging es Dir auch wieder gut und Du warst ganz die Alte. Weiterführende Untersuchungen waren eher schwierig, weil Du beim Tierarzt immer so furchtbar gestresst warst, dass wir beim Fieber messen schon Angst hatten, Du würdest kollabieren. Im Sommer dann fiel mir eine erschwerte Atmung auf und ich habe gleich einen Termin zum Herzultraschall gemacht. Zum Glück wird das in der Praxis stehend durchgeführt. Und leider wurde die Ärztin auch fündig. Das Herz hat nicht mehr ordentlich gearbeitet und Du hattest auch schon Wassereinlagerungen. Sofort haben wir die Behandlung gestartet und erst sah es auch so aus, als würden die Medikamente anschlagen. Es ging Dir „einigermaßen“, nicht richtig gut, aber auch nicht total schlecht. Die Kontrolluntersuchung zeigte leider keine wirkliche Besserung. Die Wassereinlagerungen waren nicht viel stärker geworden, aber leider auch nicht weniger. Wir haben dann die Medikamente noch mal angepasst. Aber irgendwie wollten die Mittel bei Dir einfach nicht funktionieren und ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, da steckt noch mehr dahinter. Bis zum Schluss hast Du aber noch ganz deutlich gezeigt, was in Dir steckt und Dich behauptet. Du hast gewartet, bis ich von der Arbeit nach Hause kam und hast mir dann die Entscheidung, Tierarzt anrufen oder nicht, ganz schnell abgenommen und hast in Deinem Gehege bei Deinen Mitschweinchen Deine letzte Reise angetreten. Nun hab es wohl meine kleine Zwergenzicke und lass es Dir gut gehen hinter der Regenbogenbrücke. Ich hoffe, Du bist in einen so sehr geliebten Berg Heu gepurzelt und hast genug Gesellschaft zum gängeln und ganz Du selbst zu sein.
Deine Familie“

