Pebbles

PRALINE: Hallo Leute, hier ist wieder eure Praline.

Unsere Mama Kerstin hat's diese Woche ganz schön erwischt, bedauernd-feststell-MUIG.

OSCAR: Ja, die Arme hat sich so ein 24-Stunden-Virus gefangen. Ganz schön heftig, mitfühlend-MUIG.

PRALINE: Ich hatte erst Angst, dass die Mama Kerstin stirbt, aber Oscar hat gesagt, dass es sich nur so anhört und sie ganz bestimmt wieder gesund wird und er hatte Recht, erleichtert-MUIG.

JOYCE: Am Montagabend hat die Mama Kerstin abends noch ganz normal unser Buffet serviert und dann ist sie ins Bett gegangen. Aber mitten in der Nacht ging's dann los, seufz-MUIG.

PEBBLES: Ja, ein ständiges eiliges Hin und Her zwischen Schlafzimmer und Bad. Und immer diese schrecklichen Geräusche aus dem Bad. Mann-oh-Mann-MUIG.

DAISY: Keine Details, bitte, Nase-rümpf-MUIG. Ich bin sicher, die Leser können es sich vorstellen.

JOYCE: Das war sicher so ein Norovirus, mutmaß-MUIG. Das ist für die meisten Brechdurchfälle bei den Zweibeinern verantwortlich.

PRALINE: Wo hat sie das wohl aufgegabelt?

PEBBLES: Das weiß man nicht, die können überall sein, schudder-MUIG. Aber die Mama Kerstin vermutet, dass sie es von diesem Wasserspender hat, von dem sie beim Einkaufen einen Becher Wasser gezapft hat, weil sie so Durst hatte. Da stand so ein Spender mit so einer riesigen blauen Plastikflasche rum für die Kunden.


Daisy

DAISY: Ist nicht wahr!? Sie war echt so doof, an einer öffentlichen Wasserstelle zu trinken, ungläubig-MUIG? Das weiß man doch, dass die total verseucht sind mit Viren und Bakterien. Wo Menschen doch so dreckig sind!

OSCAR: Das Problem ist, dass die Flaschen oft ewig nicht ausgetauscht werden, wenn sie nicht schnell genug ausgetrunken werden, und dann sammelt sich in dem Wasser alles an, was man nicht haben möchte, grusel-MUIG. Deshalb haben ganz viele Firmen diese Dinger längst wieder abgeschafft.

JOYCE: Und wenn irgendein ekliger Zweibeiner sich nach dem Klo nicht die Hände gewaschen hat, kann er winzigste Kotreste voller Viren und Bakterien auf alles übertragen, was er danach anfasst, angewidert-würg-MUIG. Und wenn ausgerechnet der vor der Kerstin an dem Wasserspender war, lauern schon ganze Heerscharen von Viren und Bakterien auf dem Pumphebel, um sich auf unsere Mama Kerstin zu stürzen, seufz-MUIG.

DAISY: Ich hätte nicht gedacht, dass die Mama Kerstin so was Dummes macht, Kopf-schüttel-MUIG.

PEBBLES: Das macht sie auch bestimmt nicht nochmal, überzeugt-MUIG. Andererseits kann man sich solche Viren überall fangen, auf öffentlichen Klos, beim Händeschütteln oder man fasst was anderes an, was vorher jemand anderes angefasst hat, der schon infiziert ist.

JOYCE: Jedenfalls war die Mama Kerstin nach der Nacht so fertig, dass sie an dem Dienstag nicht mal unser Haus geputzt hat, stellt euch das mal vor. Das gab's vorher noch nie, jedenfalls nicht seit ich hier bin, erinner-MUIG.


Joyce

OSCAR: Hm, nachdenklich-MUIG, vielleicht wollte sie aber auch so wenig wie möglich um uns 'rum hantieren, so lange sie noch ansteckend war.

PRALINE: Wie, ansteckend?! Du meinst, wir hätten das auch kriegen können, entsetzt-MUIG?

DAISY: Naja, es gibt schon Krankheiten, bei denen wir uns bei unseren Zweibeinern anstecken können, zugesteh-MUIG. Solche Krankheiten, mit denen sich Menschen und Tiere gegenseitig anstecken können, nennt man Zoonosen. Tollwut ist z.B. so eine Zoonose.

PRALINE: Und dieses Norovirus, schwer-beunruhigt-MUIG?

JOYCE: Das hab' ich extra gegoogelt, damit wir uns alle wieder beruhigen können, beschwichtigend-MUIG. Das Norovirus kommt zwar sowohl bei Menschen als auch bei Tieren vor, ist aber trotzdem keine Zoonose.

PEBBLES: Ach, überrascht-MUIG, wieso denn nicht, wenn wir das alle kriegen können? Es ist doch auch ansteckend, oder?

JOYCE: Und wie! Aber es gibt Noroviren in vielen verschiedenen Varianten und jede Variante ist an eine bestimmte Tierart angepasst. Das nennt man "wirtsspezifisch", erklär-MUIG.

OSCAR: Echt? Das heißt, es gibt spezielle Menschen-Noroviren, die nur über die Zweibeiner herfallen, fasziniert-MUIG?

JOYCE: Ganz genau, bejahend-MUIG. Und soweit man weiß, können wir uns mit diesen humanen Noroviren nicht anstecken.


Praline

PRALINE: Na Gott sei Dank! Erleichtert-MUIG.

JOYCE: Bloß in Hunden hat man diese humanen Noroviren schon gefunden, da können die sich wohl auch ansiedeln, aber scheinbar werden die Hunde davon dann nicht krank, wunder-MUIG. Die haben dann zwar das Virus, aber es wirkt bei ihnen nicht, und dann killt das Hunde-Immunsystem die Viren und das war's dann.

DAISY: Was es alles gibt, trocken-MUIG.

PEBBLES: Naja, aber nun weiß man ja gar nicht sicher, ob die Mama Kerstin wirklich genau dieses Norovirus hatte oder was ganz anderes, unsicher-MUIG. Das hat ja keiner getestet. Die Mama Kerstin hat sich halt ganz leer gemacht, dann hat sie eine Ewigkeit geschlafen und dann ist sie wieder aufgestanden und war noch eine Weile ganz zittrig. Aber nix Genaues weiß man nicht, sozusagen.

PRALINE: Ja genau, beunruhigt-MUIG, was ist, wenn sie was ganz anderes hatte?

DAISY: Also grundsätzlich gibt es viel mehr Bakterien, die für uns gefährlich sind, als Viren, klarstell-MUIG. Viele Viren sind wirtsspezifisch. Bakterien sind dagegen nicht so wählerisch, die meisten befallen jeden, den sie kriegen können.

OSCAR: Solche Magen-Darm-Geschichten bei den Zweibeinern können aber auch durch andere Viren als das Norovirus hervorgerufen werden, ergänz-MUIG. Das Adenovirus zum Beispiel gibt es auch in den verschiedensten Ausführungen, aber da ist zum Glück keine Sorte dabei, die wir Meeris und die Menschen gemeinsam kriegen können.


Oscar

DAISY: Für die Zweibeiner gibt's ein paar gemeine Sorten Adenoviren, die Atemwegserkrankungen, Bindehautentzündungen oder Magen-Darm-Krankheiten hervorrufen können, erzähl-MUIG. Da können wir uns entspannt zurücklehnen und unserem Zweibein "Gute Besserung" zurufen. Dafür gibt's aber umgekehrt nur für uns Meeris ein ganz schreckliches Adenovirus, das bei uns eine Adenoviruspneumonie auslöst, die meistens tödlich ist, betroffen-MUIG. Die kann jetzt wieder der Mensch nicht kriegen.

JOYCE: Wenn's um's Anstecken an einer menschlichen Magen-Darm-Grippe geht, sind allerdings die Rotaviren unser größter Feind, warnend-MUIG. Von denen gibt es acht größere Gruppen und innerhalb der Gruppe A, die am besten erforscht ist, gibt es ein paar Virenstämme, die sich nach und nach so verändert und angepasst haben, dass sie jetzt zwischen den Menschen und den anderen Säugetieren hin und her übertragen werden können. Man hat schon solche zoonotischen Rotaviren in Menschen und Kaninchen gefunden, resigniert-MUIG.

PEBBLES: Erwachsene infizieren sich mit Rotaviren meistens im Urlaub, die gibt's hier nämlich nicht so oft, dafür umso häufiger in Entwicklungsländern. Trotzdem sind Rotaviren auch hier bei uns die häufigste Ursache, wenn Kinder unter 5 Jahren Magen-Darm haben, informier-MUIG.

PRALINE: Gut, dass die Mama Kerstin schon so alt ist! Da hat sie sich ja wohl nicht gerade diese Kinderviren eingefangen, an denen wir uns anstecken können, aufatem-MUIG.

OSCAR: Es gibt übrigens eine Schutzimpfung gegen Rotaviren, die auch von der Ständigen Impfkommission empfohlen wird, hinweis-MUIG.

DAISY: Oh fein! Also, liebe Zweibeiner, wenn ihr Meeris haltet, dann lasst doch bitte euch und eure Kinder gegen diese Rotaviren impfen, damit ihr uns unter gar keinen Umständen in Gefahr bringen könnt, insistierend-MUIG. Das ist dann echte Tierliebe!


Praline

PRALINE: Und wenn ihr das verpasst habt und eure Kinder schon speien und die Hose voll haben, dann lasst sie bitte bloß nicht in unsere Nähe, dringlich-MUIG, damit wir uns nicht an diesen Rotaviren anstecken!

DAISY: Genau! Und kein Meeri möchte als Kuscheltier zum Trösten mit im Bett eines Kindes mit Rotaviren-Brechdurchfall sitzen! Das könnte unseren Tod bedeuten!

JOYCE: Auch gefährlich für uns sind Coronaviren. Die können verschiedene Wirbeltiere mit ganz unterschiedlichen Erkrankungen infizieren, mitteil-MUIG. Menschen kriegen meistens Erkältungen davon, aber auch schwere Atemwegserkrankungen und bei Fleischfressern verursachen sie oft Magen-Darm-Erkrankungen und Durchfälle.

PRALINE: Also wenn es jetzt bei der Mama Kerstin gar kein Norovirus war, sondern so ein Rotavirus oder Coronavirus, dann waren wir ja vielleicht wirklich in echter Gefahr, alarmiert-MUIG?

PEBBLES: Ausgeschlossen ist das nicht. Es müssen ja aber auch nicht mal Viren gewesen sein, die unserer Mama Kerstin so zugesetzt haben. Vielleicht waren es auch Bakterien, grübel-MUIG. Davon gibt's auch einen ganzen Sack voll, die eine eklige Magen-Darm-Grippe hervorrufen.

JOYCE: In der Tat. Salmonellen zum Beispiel. Die sitzen oft auf rohen oder ungekühlten Lebensmitteln. Salmonellen und Campylobacter-Bakterien sind hier in Deutschland die häufigsten bakteriellen Erreger von Durchfallerkrankungen. Dann kommen schon die Yersinien. Davon gibt es verschiedene Sorten, von denen eine ganz fiese Magen-Darm-Infektionen hervorruft, eine andere Sorte Yersinien löst sogar die Pest aus, die übrigens auch eine Zoonose ist. Dann gibt's zum Beispiel noch Shigellen, Clostridien und ein paar pathogene Escherichia coli-Arten, aufzähl-MUIG.

PRALINE: Schudder-MUIG.


Oscar, Daisy, Joyce, Pebbles, Praline

OSCAR: Und dann gibt's ja auch noch Magen-Darm-Erkrankungen durch fiese Parasiten wie z.B. Giardien, die gerne in verunreinigtem Wasser sitzen.

DAISY: Du meinst in den Ekelpfützen, aus denen Raven immer trinkt.

OSCAR: Genau. Die Mama Kerstin betet immer nur, dass Raven nicht krank wird, weil die ganz scharf auf Pfützenwasser ist, da hilft kein Verbot.

PRALINE: Mir war bis eben noch gar nicht klar, dass die ganze Welt voll ist mit unsichtbaren winzigen Feinden, die nur darauf warten ein unschuldiges kleines Meerschweinchen mit einer tödlichen Krankheit zu infizieren, erschüttert-MUIG. Allmählich frage ich mich, wie wir der Mama Kerstin ihren Brechdurchfall überleben konnten. Es ist wie ein Wunder, dankbar-MUIG.

OSCAR: Na, na, Pralinchen, nicht übertreiben, beschwichtigend-MUIG. Die Mama Kerstin hatte ja nicht alle denkbaren Viren und Bakterien gleichzeitig, sondern wahrscheinlich wirklich nur das für uns ungefährliche humane Norovirus.

JOYCE: Aber das Ganze zeigt schon, dass so eine Zweibeiner-Magen-Darm-Grippe uns auch ganz schön gefährlich werden kann. Da ist also äußerste Vorsicht geboten, warnend-MUIG. Wenn wir uns an sowas anstecken, kann uns das glatt umbringen!


Joyce & Pebbles

PEBBLES: Mit Vorsicht meint Joyce äußerste Sauberkeit und Hygiene im Umgang mit uns während jeder Verdauungsunpässlichkeit eines Zweibeins in der Familie!

DAISY: Genau, zustimmend-MUIG. Viren werden meistens durch Tröpfcheninfektion übertragen, manche Bakterien aber auch. Die werden beim Niesen, Husten oder Sprechen in winzigen Speichel-Tröpfchen durch die Luft geschleudert und dann von einem anderen Lebewesen eingeatmet und über die Schleimhäute aufgenommen.

PRALINE: Also muss das Zweibein während so einer Infektion beim Kontakt mit uns eigentlich einen Mundschutz tragen, damit es uns auf keinen Fall anniesen, anspucken oder feucht anatmen kann, feststell-MUIG.

DAISY: Also wünschenswert wäre das!

PEBBLES: Bei der Schmierinfektion werden Keime über Berührungen weitergegeben, erklär-MUIG. Wer sich in die Hand niest, hat die Keime dann da dran kleben und die wandern auf alles weiter, was man dann anfasst, Türklinken zum Beispiel. Und der nächste, der kommt, infiziert sich dann damit.

PRALINE: Ganz klar, Händewaschen, Händewaschen, Händewaschen! Vor dem Gemüse schneiden, vor dem Hausputz, bevor man uns anfasst, vor dem Austausch unserer Wasserschüssel und vor dem Aufschütten der neuen Heuberge, streng-MUIG!

OSCAR: Genau. Gründliches Händewaschen schützt vor solchen Schmierinfektionen, durch die vor allem Durchfallerkrankungen übertragen werden, indem winzigste Kotreste mit ansteckenden Erregern über die Hände weiter gegeben werden, pfui-bah-MUIG. Dadurch gelangen vor allem Noroviren, Rotaviren und Adenoviren in den Körper des nächsten Opfers.

PRALINE: Und am Besten noch sterile Gummihandschuhe über die gewaschenen Hände ziehen!

JOYCE: Das klingt jetzt vielleicht übertrieben, entschuldigend-MUIG, aber manche Erreger sind wirklich ganz schrecklich ansteckend, teilweise sogar noch, wenn die Symptome der Erkrankung schon weg sind.


Daisy

DAISY: Und ihr solltet alles ganz heiß waschen, Rat-geb-MUIG. Manche Erreger überleben sogar eine 60 ° C Wäsche oder tagelanges Einfrieren. Und benutzt am Besten beim Putzen ein gutes Desinfektionsmittel, um möglichst alle Keime auf sämtlichen Oberflächen unschädlich zu machen.

OSCAR: Na, ich denke, jetzt haben wir die Leser genug sensibilisiert für die Problematik, zufrieden-MUIG. Lasst uns jetzt doch die Mama Kerstin rufen, damit sie unser Leckerchen bringt.

PEBBLES: Ich mach das!

KEEEEEEEEERRRSSSTTTIIIIIIIIIIINNNNN...

KERSTIN-ZWEIBEIN: Bin schon da. Habt ihr Lust auf Möhre?

PRALINE: Hast du dir die Hände gewaschen, energisch-MUIG?

KERSTIN-ZWEIBEIN: Äh, ja.

PRALINE: Richtig gründlich? Und das Gemüse auch?

KERSTIN-ZWEIBEIN: Ja, alles. Ehrlich!

PRALINE: OK, dann gib her.

PEBBLES: Danke, Mama Kerstin.

Also tschüss dann, mampf schmatz, bis zum nächsten Mal...

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