Toffee

TOFFEE: Hallo Leute, hier ist wieder eure Toffee.

Ich fürchte, unsere Mädels haben sich beim Recherchieren ein bisschen verstrickt. So irgendwo zwischen Begattung und Geburt haben sie sich an den weiblichen Geschlechtsorganen festgebissen. Deshalb wird das heute wieder nix mit dem Thema Fortpflanzung. Vielleicht nächste Woche, entschuldigend-MUIG.

OSCAR: Hihi-MUIG, das wird bald ein Running Gag. Naja, ihr habt aber auch einen Haufen kompliziertes Fortpflanzungszubehör in euch, davon kann einem ganz schwindlig werden. Ich seh' immer nur unsere jungen Mädels, wie sie vor dem Bildschirm die Köpfe zusammenstecken und diskutieren.

DAISY: Das ist aber auch ganz schön schwierig mit der Recherche, verteidigend-MUIG. Pebbles und Joyce haben mir gezeigt wie man im Internet surft. Aber es ist ganz schön schwierig, genau das im Internet zu finden, was man sucht.

JOYCE: Aber manchmal findet man beim Suchen zufällig auch ein paar ganz interessante Sachen, mit denen man gar nicht gerechnet hätte, freu-MUIG.

PEBBLES: Genau. Und wir dachten, wir erzählen euch heute mal ein paar von diesen Zufallsfunden, über die wir schon herzlich gelacht oder ungläubig den Kopf geschüttelt haben. Erst mal was, was wir richtig gut finden, eifrig-MUIG.


Pebbles

TOFFEE: Ja, stellt euch vor, in Holland wurde 2011 eine Tierschutzpolizei gegründet, begeistert-MUIG. Da wurden landesweit 500 uniformierte Polizisten eingestellt, die sich nur und speziell um Verstöße gegen das Tierschutzrecht kümmern. Es gibt da eine eigene Notrufnummer, die man anrufen kann, wenn  ein  Tier misshandelt wird oder sonst in Not ist. Die Tierschutzpolizisten leisten Tieren auch erste Hilfe, zur Not einschließlich Mund-zu-Schnauze-Beatmung, fasziniert-MUIG. Man fragt sich, warum man diese grandiose Idee hier in Deutschland nicht aufgegriffen hat. Das wäre hier auch schwer nötig.

JOYCE: Die Leute nennen sie die Caviapolitie, also Meerschweinchen-Polizei, stolz-MUIG. Was aber jetzt noch fehlt, ist, dass auch wirklich von den Gerichten saftige Strafen gegen Tierquäler verhängt werden.

DAISY: Es gibt aber nicht nur Menschenpolizisten für Meerschweinchen, es gibt auch echte Meeris, die als Polizisten arbeiten, um Kinder zu schützen, begeistert-MUIG.

OSCAR: Ehrlich? Ungläubig-MUIG. Wie soll das denn gehen?

PEBBLES: In Neuseeland war bis letzten Sommer Constable Elliot im Einsatz. Er war ein total gutaussehender und beeindruckender Meeribock und hat in Wellington als Polizist gearbeitet. Er sah einfach klasse aus in seiner Uniform und mit der Polizeimütze, schwärm-MUIG. Er hat die Leute aufgeklärt, die vor Schulen zu schnell fahren und vor vielen Schulen im Land hängen Plakate von ihm, mit denen die Leute aufgefordert werden, sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten wegen der Kinder.


Joyce

JOYCE: Ach ja, für den schwärme ich auch heimlich und unheimlich, seufz-MUIG. Leider ist er letzten Sommer nach kurzer Krankheit gestorben. Er bekam eine Polizeibeisetzung in seiner Uniform und mit der neuseeländischen Flagge. Wir hätten zu gerne ein Bild von ihm veröffentlicht, aber die Mama Kerstin sagte, man darf nicht einfach anderer Leute Bilder veröffentlichen, weil das deren Rechte verletzt. Ihr müsst also "Constable Elliot guinea pig New Zealand" googeln, wenn ihr ihn sehen wollt.

DAISY: Wenn Oscar so eine schicke Uniform hätte, würde er genauso beeindruckend aussehen, überzeugt-MUIG.

OSCAR: Danke, aber da hab' ich keinen Bedarf. Dann wäre mir ja noch heißer im Sommer.

TOFFEE: Wir hätten noch eine ziemlich coole Ritterrüstung zu bieten. Wär' das was?

OSCAR: Wie sieht sie denn aus?


Oscar

TOFFEE: Frag' lieber, was sie wiegt. Ein Amerikaner hat sie für sein Meerschweinchen selbst entworfen und hergestellt. Googel doch einfach mal "Meerschweinchen Ritterrüstung". Sie ist ganz aus Stahl, da kannst du dir vorstellen wie weit du damit kommst. Die ist in 2013 bei Ebay für über 24.000 Dollar versteigert worden, fassungslos-MUIG.

PEBBLES: Hoffentlich ohne das arme Meeri darin!

JOYCE: Ja, aber der arme Kerl, er heißt Lucky, musste für das Ebay-Foto in der Rüstung posieren. Er wollte da gar nicht rein. Und als er drin war, konnte er sich nicht bewegen, weil die Rüstung so sauschwer ist. Er hat mit keinem Schnurrhaar gezuckt bis er endlich wieder draußen war, mitleidig-MUIG.

TOFFEE: Ich halte ja nichts von solchen Sachen. Das ist eine Quälerei, aber in diesem Fall geht es gerade noch in Ordnung, weil sein Zweibein den ganzen Erlös an eine Organisation zur Rettung von Notmeerschweinchen gespendet hat. Für so einen guten Zweck würde ich Oscar auch in eine Rüstung stopfen und ein Foto machen, großzügig-MUIG.

OSCAR: Hey, du bist ja mal locker drauf, wenn's um meine Belange geht, empört-MUIG. Setz dich doch selbst in so ein Ding!

TOFFEE: Ich bin ein Mädchen, kein Raubritter. Das ist ein Jungs-Job. ICH würde in einem traumschönen weißen Tüllkleid posieren, verträumt-MUIG.

OSCAR: Mit DEINER Taille???


Toffee

TOFFEE: Ein gutgeschnittenes Kleid kaschiert alle Problemzonen, indigniert-MUIG!

PEBBLES: Kicher-MUIG.

DAISY: Ich wette, Toffee würde aussehen wie eine Prinzessin in so einem Kleid!

JOYCE: Ich hätte da noch ein paar angebliche Rekorde von Meerschweinchen zu bieten, ablenk-MUIG.

TOFFEE: Dann leg' los damit, bevor ich die Mama Kerstin bitte uns eine Konservendose zu bringen, in die ich Oscar dann einarbeite, bevor ich ihn versteigere, grimmig-MUIG.

PEBBLES: Ob da wohl auch einer 24.000 Dollar bietet? Kicher-MUIG.

JOYCE: Räusper-MUIG. Also, in Schweden hat 2003 ein Meeri namens Puckel Martin den höchsten Sprung gemacht, der jemals bei einem Meeri gemessen wurde: 7,8 inches hoch. Das sind 19,8 cm.

TOFFEE: Das ist ja wohl ein Witz! Verächtlich-schnaub-MUIG. Ich hab' damals einen halben Tag lang ganz viele locker doppelt so hohe Sprünge gemacht als Clara bei der Vergesellschaftung hinter mir her war.

OSCAR: Da hatte der gute Puckel Martin wohl die Ritterrüstung an, mutmaß-MUIG.


Daisy

DAISY: Ich hab' auf YouTube ein Video gesehen, da ist ein Böckchen aus dem Stand über eine 60 cm hohe Trennwand gesprungen ohne sich dabei anzustrengen, mitteil-MUIG.

OSCAR: Oh, liebestolle Böckchen kommen noch über ganz andere Hindernisse, wenn auf der anderen Seite ein brünstiges Mädel sitzt, wissend-mit-dem-Kopf-nick-MUIG.  

PEBBLES: Das Problem ist wohl, dass es nur als Rekord zählt, wenn man in einem offiziellen Wettkampf bewertet wird. In dem Wettkampf damals in Schweden ist wohl einfach keiner höher gesprungen und die vielen viel höheren Privatsprünge hat keiner bewertet.

TOFFEE: Das wird's wohl sein. Trotzdem ist es eine Schande für die ganze Meerigemeinde, dass jetzt jeder denkt, der kleine Hopser sei alles, was wir drauf haben, ts-ts-ts-MUIG.

JOYCE: Und den weitesten je gemessenen Sprung hat 2012 ein englisches Meerschweinchen namens Truffles gemacht, 18,89 inches, das sind 48 cm, über einen Graben hinüber.

OSCAR: OK, das ist ein ganz anständiger Sprung, der nicht ganz so peinlich ist. Aber auch da ist mehr drin. Jedenfalls wenn ein Andenkondor in der Nähe ist.

DAISY: Ganz viele Zweibeiner glauben, wir können gar nicht springen, weil wir so dünne Beine haben und ein bisschen rundlich sind. Das glauben sogar Zweibeiner, die selbst Meeris haben, wunder-MUIG.

TOFFEE: Wir KÖNNEN schon, wir WOLLEN nur nicht so oft. Warum auch? Viel zu anstrengend. Das müsste sich schon lohnen. Aber es ist schon eine lustige Sache. Wir werden meistens in Gehegen gehalten, die oft nur einen Rand von 25 cm Höhe haben. Da auszubüxen wäre ein Kinderspiel. Aber dazu besteht meistens keine Veranlassung.

JOYCE: Einen Rekord haben wir noch.


Oscar

OSCAR: Na, jetzt bin ich mal gespannt.

PEBBLES: Mit Recht, hihi-MUIG. Flash, das angeblich schnellste Meeri der Welt, ist im Juli 2009 in England eine Strecke von 32,8 Fuß, das sind 10 Meter, in 8,81 Sekunden gelaufen. Na?

OSCAR: Wo ist mein Taschenrechner?

PEBBLES: Ich sag's dir. Das sind 4 km/h!

TOFFEE: Da hat er aber eine Menge Pausen gemacht auf dem Weg, Kopfschüttel-MUIG. Dabei sind wir von allen Nagetieren weltweit die schnellsten.

JOYCE: Zumindest unsere wildlebenden Verwandten. Die schaffen bis zu 70 km/h, wenn auch nur für einen Sprint von ca. 8 bis 15 Sekunden. Aber auch auf längeren Strecken sind die ganz schön schnell!

DAISY: Warum sollte man denn so rennen, wenn man nicht gerade auf der Flucht ist, verständnislos-MUIG? Ich meine, man läuft doch eine Strecke nicht schnurgeradeaus, sondern läuft hin und her und schnuppert hier und da.

OSCAR: Frag mal Toffee, wenn sie gerade auf dem Weg zum Buffet ist und als Erste ankommen will.

PEBBLES: Es wird teilweise behauptet, dass wir domestizierten Meeris ungefähr 20 km/h schnell sind, für kurze Sprints vielleicht auch ein paar km/h schneller. Aber irgendwie scheint das noch keiner erforscht zu haben und bis jetzt hat sich noch in keinem Wettkampf ein Meeri ernsthaft angestrengt, um zu gewinnen.

JOYCE: Obwohl wir in Freiheit viele Kilometer weit laufen.

 

Joyce

OSCAR: Meeris legen halt keinen Wert auf Ruhm und Rekorde. Dazu sind wir zu bodenständig und bescheiden.

PEBBLES: Das Ganze zeigt aber, dass man ganz schön vorsichtig sein muss beim Surfen, weil auch viel im Internet steht, was nicht stimmt.

TOFFEE: Auf jeden Fall bin ich froh, dass wir es hier gemütlich haben und domestiziert sind und nicht mehr in den Anden leben, zufrieden-MUIG.

DAISY: Ich auch, überzeugt-MUIG. Ich dachte, das wär' alles total romantisch in der freien Natur. Weite Graslandschaften, herrliche Bergkulissen, rote Sonnenuntergänge und so. Aber dann hab' ich von den ganzen Fressfeinden gelesen. Andenkondore, Schlangen, Menschen, uuargh-MUIG.

OSCAR: Ja, in Südamerika essen die Menschen auch Meerschweinchen. Dort halten sich viele Menschen Meeris als lebenden Fleischvorrat, auch in den großen Städten, oft in Minikäfigen auf dem Balkon, traurig-MUIG. Wir sind ja klein und man kann uns mit gepflücktem Gras und so Zeug günstig ernähren und wir vermehren uns auch noch regelmäßig. Außerdem schmecken wir scheinbar auch noch gut. So können sich auch die armen Menschen ab und zu Fleisch leisten, seufz-MUIG.

TOFFEE: Nur gut, dass sich das hier in Europa nicht durchgesetzt hat. Kein Wunder, dass unsere Vorfahren nach Europa ausgewandert sind!

JOYCE: Wir haben gelesen, dass allein in Peru jedes Jahr 65 Mio. Meerschweinchen gegessen werden.

DAISY: Ich finde das ganz schrecklich!


Daisy

PEBBLES: Ich auch, aber dort war es halt schon immer so. Und es gibt knapp 32 Mio. Peruaner. Es isst also statistisch jeder Peruaner zwei Meeris im Jahr. Das ist letztlich gar nicht so viel. Hier in Deutschland isst statistisch jeder Deutsche im Jahr z.B. 38 Kilo Schweinefleisch.

OSCAR: Ach, was könnte die Welt so schön sein, wenn alle Menschen Veganer wären. Oder wenigstens Vegetarier.

JOYCE: In Peru und Ecuador gehört zu jedem bedeutenden Anlass auch ein Meerschweinchen-Gericht, z.B. bei Hochzeiten und an hohen Feiertagen. Wir werden dort nicht nur gegessen, sondern auch über den kulinarischen Genuss hinaus geschätzt aus rituellen, medizinischen und sonstigen Gründen.

PEBBLES: Wir sind mit der dortigen Kultur so verwoben, dass wir dort gar nicht mehr wegzudenken sind. Zum Beispiel glaubt man in den Andenregionen bis heute, dass wir verschiedene Krankheiten heilen können, z.B. Arthritis und Gelbsucht. Wer an sowas leidet, reibt sich mit einem Meerschweinchen über die betroffenen Körperstellen und schon geht's ihm besser.

DAISY: Das ist irgendwie eklig, bäh-MUIG. Ich möchte nicht mit meinem feinen Fell über so nackte Haut von kranken Zweibeinern gerieben werden.

TOFFEE: Überdenk' lieber mal deine Prioritäten, Daisy. Ich würde lieber Arthritis heilen als an einer peruanischen Hochzeit teilnehmen.

JOYCE: Das Hochzeitsmahl ist aber nicht das einzige Mahl, bei dem wir nicht wegzudenken sind. Wie bedeutend wir in der Andenregion sind, sieht man auch daran, dass in den Kirchen in Lima und Cusco Darstellungen des letzten Abendmahls hängen, auf denen Jesus mit seinen Jüngern ein Glas Chicha trinkt und Meerschweinchen mit Papaya und Yuca isst.

OSCAR: Eine Ehre, auf die ich gut verzichten kann. Ich finde, Brot brechen hat eine so elementar-spirituelle Stimmung. Das passt doch viel besser zu Ostern, findet ihr nicht?


Pebbles

PEBBLES: Ich bin ganz deiner Meinung

TOFFEE: Ich bin jetzt in elementar-spiritueller Gurken-Stimmung!

Keeeeeeeeeeeeeeeeeerstiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiinnnn…!

KERSTIN-ZWEIBEIN: Na, seid ihr soweit?

DAISY: Ja, wir hätten gerne jeder eine ECHTE Rekord-Gurkenscheibe! Ach ja, und eine Rekord-Möhre für Oscar.

KERSTIN-ZWEIBEIN: Dann schaut mal, ob das hier euren hohen, weiten und schnellen Ansprüchen genügt.

TOFFEE: Anständige Portionen, anerkennend-MUIG. Danke, Mama Kerstin. So, Leute, jetzt stellen wir einen Gemüse-Vernichtungs-Rekord auf. Rein mit dem Gemüse!

Also tschüss dann, mampf schmatz, bis nächste Woche…

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