Henry & Co.: Was bisher geschah....

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Folge 4:
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Folge 5:
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HENRY: Hallo Leute, hier ist wieder euer Henry.

Letzte Woche hatte ich euch ja von meinem ersten gekauften Haus erzählt und von den ersten Tagen in meinem neuen Zuhause. Ihr wisst ja noch, dass ich mich immer ganz in meinem Holzhäuschen verkrochen habe.

Ich war am Anfang immer total panisch, wenn ich abends gefangen und aus dem Käfig ge­holt wurde. Aber meine ganzen Kratzer und Macken mussten ja immer ein­ge­schmiert werden bis endlich alles abgeheilt war. Die Kerstin hat da für meine Hautpflege was ganz tolles gehabt. Damit ist immer alles ganz fix verheilt. Das kannte sie schon, weil sie damit auch immer ihren Hund behandelt, wenn der eine Macke hat. Das Zeug heißt Ballistol und ist eigentlich ein Waffenöl.

CLARA: Na, das ist ja genau das Richtige für Jungs. Waffenöl auf die Wunden. Was für eine Waffe bist du denn? Ein Maschinengewehr, das mit Kötteln schießt? (Hihi-MUIG)


Clara

HENRY: Nein, ehrlich, das Zeug ist richtig gut. Ihr wisst doch, dass ich da, wo ich weisses Fell habe, immer wieder offene Stellen und Krusten kriege und mit dem Öl heilt das immer schnell ab. Das hat der Kaiser vor gaaanz langer Zeit für seine Soldaten erfinden lassen. Und das gibt es heute noch. Heute verkaufen sie ein spezielles Öl für Tiere.

TOFFEE: Was für ein Kaiser?

JANE: Das ist ganz lange her. Das war so ein nummerierter Wilhelm, der war so ein Politiker mit Krone drauf.

HENRY: Ich fand das ganze Fangen und Rausholen am Anfang ganz schrecklich und hatte Riesenangst. Aber das Einreiben mit dem Öl war dann immer schön, weil dann nichts mehr gejuckt hat. Und die Kratzer und Krusten wurden ganz weich und ziepten nicht mehr. Das tut die Mama Kerstin ja heute noch auf meinen Rücken, wenn ich mal wieder eine offene Stelle habe. Dann heilt das ganz schnell wieder ab.

CLARA: Ach, das ist das Zeug, das du letzte Woche wieder drauf hattest, weil du dir wieder den Rücken aufgekratzt hast. Das ist so ölig, da steht dir immer das ganze Fell zu Berge. Mich hat fast der Schlag getroffen als ich aufgewacht bin und du standest vor mir mit den öligen Stacheln auf dem Buckel. Du hast ausgesehen wie eine Drachenechse!


Henry, die Drachenechse

(Anmerkung: Er bekommt jedes Jahr im Frühling, wohl allergiebedingt, kleine juckende Quaddeln, immer nur auf dem Rücken im weißen Fell, die er dummerweise sofort aufkratzt, so dass man immer erst danach die Krusten behandeln kann.)

TOFFEE: Es riecht auch ein bisschen. Also, nicht schlecht, aber eben nicht nach Meerschweinchen. Aber irgendwie sexy.

HENRY: (Geschmeichelt-MUIG…) Jedenfalls war das immer eine Aktion jeden Abend. Ich wollte mich ja nicht fangen lassen und ich kann echt ziemlich schnell sein (stolz-MUIG). Ich wollte ja eigentlich auch gar nicht angefasst werden von dem Zweibein, aber nach dem Einölen hat sich die Mama Kerstin oft mit mir auf's Sofa gesetzt, dann bin ich an ihr hochgekrabbelt bis unter's Kinn und so saßen wir dann eine Weile, ich in ihrem Ausschnitt, manchmal hatte sie eine Jacke an, dann hat sie den Kragen über mich geklappt und auf einmal war es wieder wie im Wald als sie mich gefunden und in ihre warme Jacke gesteckt hat. Da hab' ich mich dann ganz warm und sicher gefühlt. Das war dann schon schön.

CLARA: Das war ja sowas von klar: Jungs und Dekolletés…

HENRY: Naja, so nach und nach hab' ich mich an das Zweibein gewöhnt. Und dann kam ein Tag, da sagte die Kerstin zu mir, es sei jetzt mal Zeit für ein bisschen Bewegung. Dann hat sie mich aus dem Käfig geholt und mitten in der Wohnung auf den Boden gesetzt. Sie nannte das Auslauf.

TOFFEE: Das ist doch schön, oder?

HENRY: Nee, ich dachte, sie setzt mich wieder aus. Und ich hatte voll Panik, weil das Zimmer so groß war und ich genau in der Mitte. Ich war noch nicht ganz unten auf dem Boden, da spürte ich meine Beine schon rennen und ich bin schnur­stracks geradeaus unter den nächsten Vorhang gedüst.

CLARA: Hihi, wie eine Aufziehmaus…

JANE: Du brauchst gar nicht spotten. Du hast immer eine große Klappe, aber wenn du wo neu hingesetzt wirst, bist du ganz klein mit Hut.

HENRY: Die Kerstin hat dann versucht, sich zu mir zu setzen und mit mir zu reden, aber da bin ich gleich wieder losgedüst und ab unter einen halbhohen Schrank. Da durfte ich aber nicht bleiben, weil da Kabel lagen und die Kerstin Angst hatte, dass ich die anfresse und dann tot bin.

TOFFEE: Schmecken Kabel denn?

JANE: Das weiß man nicht, weil die, die dran gefressen haben, nicht mehr davon erzählen konnten. Das macht dann PENG und man ist im Regenbogenland.

TOFFEE: Dann ess' ich lieber keins.

Toffee

CLARA: Die Kerstin passt sowieso auf, dass wir nicht in die Nähe von Kabeln kommen, am wenigsten du.

HENRY: Jedenfalls hat die Kerstin mich da unter dem Schrank wieder rausgefischt und ich bin wieder losgerannt, diesmal unters Sofa. Das ist ein Ecksofa und ich bin in die hinterste Ecke gerannt, da bekam sie mich nicht mehr raus. Sie hat dann vorne Gurke hingelegt und dachte, ich komme schon raus, wenn ich Hunger kriege. Ich hab' mich aber nicht getraut.

Irgendwann ging sie dann raus aus dem Zimmer und wollte was holen, um mich da wieder 'rauszuangeln und kaum war sie weg bin ich losgerannt, hab' die Gurke geschnappt und mich in ein neues Versteck gesetzt.

CLARA: Raffiniert, das hätte ich dir gar nicht zugetraut.

HENRY: Als sie wiederkam, war ich weg. Da hat sie aber große Augen gemacht. Dann fing sie an zu suchen. Ich war ganz still. Und sie suchte und suchte und suchte. Erst nur in dem Zimmer, dann nebenan. Sie war schon ganz verzweifelt. Dabei ist sie zweimal schon ganz nahe gewesen, hat mich aber nicht entdeckt. Es hat echt lange gedauert bis sie mich gefunden hat.

JANE: Das muss ja ein tolles Versteck gewesen sein. Wo warst du denn?

Jane

HENRY: Also: da steht doch im Wohnzimmer hinter dem Lesesessel das schwarze CD-Regal. Da war damals unten noch ein kleines Fach frei und da bin ich reingeklet­tert und hab mich ganz klein zusammengerollt und meinen schwarzen Hintern nach vorn gedreht. Und im Schatten war ich praktisch unsichtbar (stolz-bin-MUIG!!).

TOFFEE: (Bewundernd-MUIG) Das war aber ganz schön clever von dir.

HENRY: Ja, nicht wahr?

CLARA: Aber irgendwann hat sie dich doch gefunden?

HENRY: Ja, und da war ich eigentlich sogar ganz erleichtert, weil ich dann doch schon ganz schön Magenknurren hatte und es war auch schon ziemlich nass in dem CD-Fach und gar nicht mehr angenehm. Und die Kerstin war noch viel erleichterter.

So, jetzt reicht's aber, glaub' ich, erst mal wieder für diese Woche. Ich leg' mich jetzt mal eine Weile in die schicke neue Kuschelrolle da drüben. Ich hab' auch schon wieder so ein Kratzen in der Kehle. Sonst red' ich ja nicht so viel am Stück.

Du, Kerstin, krieg' ich eine Gurkenscheibe?

KERSTIN-ZWEIBEIN: Klar, Henry.

MÄDELS-CHOR: Wir auch, wir auch?!

KERSTIN-ZWEIBEIN: Klar, meine Süßen.

HENRY: Also tschüss dann, mjamm schmatz, bis nächste Woche…

..... Fortsetzung folgt nächste Woche Samstag....

 


 

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