HENRY: Hallo Leute, hier ist wieder euer Henry.

Heute erzähle ich euch, wie es weiter ging, nachdem mein neues Zweibein mich aus dem Wald gerettet und mit nach Hause genommen hat. Ich wollte eigentlich gar nicht mehr aus dem warmen Anorak raus. Die Kerstin aber schon. Ihr wisst schon, wegen der Hundehäufchen, durch die sie hinter mir her gekrochen ist.

CLARA: Hihi, ich hätte das ja zu gerne gesehen.

HENRY: Die Kerstin hat dann überlegt, was sie jetzt mit mir machen soll. Sie war ja gar nicht auf den Einzug eines Meerschweinchens eingerichtet. Erst mal hat sie mich in der Spüle geparkt, weil sie im Keller ein "Übergangshaus" für mich holen wollte.

JANE: Das war aber leichtsinnig von ihr. Du hättest rausspringen und dann vom Schrank fallen können.


Jane

HENRY: Tja, da war sie noch so ein richtiges Meeri-Anfänger-Zweibein und wusste noch nicht, wie hoch wir so springen können. Als ich ihr das später mal gezeigt ha­be, da hat sie aber große Augen gemacht. Aber an dem Tag war ich so schwach, dass meine Beine gezittert haben und da bin ich einfach sitzen geblieben.

Aber ihr glaubt ja nicht, mit was sie dann aus dem Keller kam...

CLARA: Mach's nicht so spannend.

HENRY: Das war ein VOGELKÄFIG!!!

TOFFEE: Staun-MUIG: Nein, das glaub ich nicht. Doch nicht für ein Meer­schwein­chen.

 
Toffee

HENRY: Doch, weil sie hat nämlich früher mal Meeressittiche gehalten und der Käfig war noch da.

KERSTIN-ZWEIBEIN: WELLENsittiche, Henry, nicht Meeressittiche.

HENRY: Ach ja, das vergess' ich immer. Aber ist wusste noch, dass es was mit Wasser zu tun hat.

TOFFEE: Sie hat Wasservögel als Haustiere gehalten?

JANE: Nein, Toffee, die können nicht schwimmen.

TOFFEE: Wir schon...

CLARA: Ja, aber wir HASSEN es! (Bah-MUIG!)

HENRY: Darf ich jetzt weiter erzählen?

Also, ich saß dann in diesem Vogelkäfig und die Mama Kerstin sah mich an und sagte, "Du armes Ding, du siehst so ABSURD aus in diesem Käfig, aber es ist ja nur für kurz…

CLARA: Schallend-Lach-MUIG: DAS hätte ich NOCH LIEBER gesehen als die Kerstin im Kackmantel…

 
Clara

HENRY: … aber erst mal muss ich dir was zu essen besorgen und dann müssen wir zum Tierarzt mit dir und das ist schon wieder alles eilig, weil Samstag ist und da machen alle früher zu."
Sie sagt immer, wenn was mit Tieren ist, dann ist es irgendwie immer am Wochenende, wenn alles zu hat und der Notdienst extra kostet. Aber da konnte ich echt nichts dafür.

Sie ist also zum nächsten Supermarkt gerannt und kam dann wieder mit einem großen Beutel Einstreu und einer großen Tüte Heu und einem Paket Meerschweinchen-Futter. Auf dem stand sowas wie "Das perfekte naturnahe Alleinfuttermittel für das gesunde und glückliche Meerschweinchen".

JANE: Man glaubt es nicht, dass dieses ungesunde Zeug heutzutage immer noch verkauft wird. Nur Getreide und Zucker und so. Pffft, "naturNAH"…

CLARA: Verächtlich-MUIG. NAH an der Natur ist immer noch weit weg davon.

TOFFEE: Wie schmeckt es denn?

JANE: Das musst du nicht wissen.

HENRY: Naja, das wusste die Kerstin ja damals noch nicht, dass wir das nicht essen sollen. Sie dachte, wenn es so draufsteht, dann ist es auch OK. Heute weiß sie, dass Getreide unsere Darmflora zerstört. Und dass die Hersteller ganz viel für Meerschweinchen verkaufen, was gar nicht gut für uns ist, weil die mehr verdienen, wenn sie statt guter Zutaten billige Sachen teuer verkaufen. Aber damals wusste sie das noch nicht. Und ich auch nicht.

Ich saß also ganz still in dem Käfig und hab' mich nicht bewegt so lange dieses noch so fremde Zweibein im Zimmer war. Ich hab' aber nur darauf gewartet bis sie aus dem Zimmer ging und dann hab ich losgelegt. Mann, hab' ich gefressen. Ich war ja schon fast verhungert nach so vielen Stunden ohne was zu essen. Und ich hatte dieses Fertigfutter ja vorher auch schon und kannte nur das. Gemüse und Salat und Kräuter essen mochte ich erst gar nicht als ich das dann von der Kerstin bekam, das musste ich erst lernen, dass das eigentlich viel besser schmeckt.


Henry

TOFFEE: Du hast keinen Salat gegessen?? Und kein Gemüse?? Unglaublich!

JANE: Du weißt doch, dass Henry vorher in einer schlechten Haltung war.

CLARA: Dafür hat er sich ganz gut gehalten…

HENRY: Dann sollte ich einen Namen bekommen, aber die Kerstin wusste nicht, ob ich ein Männlein oder Weiblein bin, dabei hatte ich da noch meine ganze Mannespracht. Sie hatte gleich bei meiner Ankunft mal nachgesehen, aber damals war sie sich noch nicht sicher. Sie sagte, wenn wir beim Tierarzt sind, dann klärt sich das schon und dann kriege ich einen schönen Namen. Also hat sie den Käfig mit mir drin ins Auto gepackt und wir sind zu der Weißkittel-Frau gefahren, die immer den großen schwarzen Hund von der Mama behandelt.

Tja, und wie es dann weiterging bei der Weißkittel-Frau, das erzähle ich euch dann nächste Woche. Ich bin nämlich schon wieder ganz ausgehungert und müde nach der Erzählerei.

Du, Kerstin, krieg' ich eine Gurkenscheibe? Meine Kehle ist wieder ganz trocken vom vielen Reden.

KERSTIN-ZWEIBEIN: Klar, Henry.

MÄDELS-CHOR: Wir auch, wir auch?!

KERSTIN-ZWEIBEIN: Klar, meine Süßen.

HENRY: Also tschüss dann, mjamm schmatz, bis nächste Woche…

..... Fortsetzung folgt nächste Woche Samstag....


 

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok Ablehnen