Da bin ich. Hallo allerseits! Herzlich Willkommen zur 39. Folge von WwW - Wilbert weiß Warum! Homöopathie

 

Na, wer von Euch hat mein kleines Rätsel, vom letzten Sonntag, gelöst? "Klein und weiß und rund - mit einem Haps sind die im Mund!" :-) Genau, die Minikügelchen waren damit gemeint, die Globulis. Denn heute soll es in meiner Kolumne um ein sehr wichtiges, aber leider manchem Halter eher unbekanntes Thema, gehen: die Homöopathie. Bei so einigen kleinen und großen Zipperlein können die weißen, knackigen Medizinpacket'chen uns Schweinen beim Gesunden sehr unterstützen. Richtig angewandt natürlich! Wie das geht, erzähle ich Euch gleich:

Homöopathie:

Um die Homöopathie zu erklären, langt natürlich nicht eine Seite, denn ganze Bücher wurden und werden hierüber verfasst. Und das schon seit langer Zeit, denn eine "neue Mode der Ökobewegung" sind die Zuckerkügelchen nicht. Ende des 18 Jahrhunderts begann der Meißener Arzt, Dr. Samuel Hahnemann, in Selbstversuchen an sich, seiner Familie und seinen Mitarbeitern, Wirkstoffe zu ertesten. Er fand während dieses Studiums heraus, dass Substanzen im gesunden Organismus Symptome hervorrufen können, die ähnliche Symptome im kranken Organismus heilen können. Und dies, weil die Selbstheilungskräfte aktiviert werden.

Zum Verständnis von Substanz und Symptom ein kleines Beispiel: Beim Zwiebel schneiden tränen jedem, der das Messer schwingt, sofort die Augen und die Nase beginnt zu laufen! Leidet jemand nun an Fließschnupfen oder allergisch bedingtem, tränenden Auge setzt die Homöopathie folgendermaßen an: Dem Kranken wird ein verdünntes und potenziertes Arzneimittel verabreicht, welches den Wirkstoff der Zwiebel enthält und durch die Einnahme wird der Körper stimuliert, sich selbst zu heilen. Im Jahre 1796 wurde die Homöopathie letztendlich aus der Wiege gehoben.

Schon bald gab es natürlich den Wunsch, auch Tiere auf diese Weise zu behandeln. Etabliert wurde die Anwendung der Homöopathie in der Tiermedizin durch den deutschen Tierarzt Dr. Hans Wolter nach dem zweiten Weltkrieg. Die Grundlagen seiner Arbeit bilden bis heute einen wichtigen Baustein in der modernen Tierhomöopathie.

 

Doch da steht Wilbert nun! Welches Kügelchen für welches Weh-weh'chen...

 

Und hier fängt meist der Volksglaube an! :-) "Kamille", hat jeder schon mal gehört, "trocknet gut kleine Wunden aus!" Oder: "Arnika, wenn man sich gestoßen hat!" Und auch nicht zu vergessen: "Ein Stängel Pfefferminz, wenn es im Bäuchlein zwickt!" Alles in allem wertvolle Tipps, doch darf die Homöopathie hier nicht mit der Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) verwechselt werden. In der Phytotherapie werden ausschließlich pflanzliche Ausgangsstoffe verwendet. In der Homöopathie werden zusätzlich zu den pflanzlichen Ausgangsstoffen auch mineralische und tierische Stoffe eingesetzt. Es spielen bei der Herstellung der Arzneimittel die Verdünnung, die Potenzierung und die Ähnlichkeitsregel eine große Rolle.

Doch wie soll dem gurkenschnippelnden Zweibein diese Theorie nur dabei helfen, die richtige Dosierung der Globulis heraus zu finden? Oder sollte man lieber Tropfen geben, auch Dilution genannt, welche eine "Verschüttelung" der Urtinktur ist? Fragen über Fragen und im Internet kursieren zu jedem Krankheitsbild der Schweinchen andere Dosierungen. *Hmmpf* Manche probieren "dann mal was aus" und das Ergebnis ist, dass man als Halter frustriert ist, weil die Homöopathie nicht hilft. Doch ist diese Art der Medizin nun mal nicht die berühmte Schulmedizin, in dem ein Arzneimittel ein sogenanntes Dosis-Wirkungsverhältnis (viel-hilft-viel) hat. Es ist eine Reiz- und Regulationsmedizin. Und manchmal ist es nicht so wichtig, ob es 4 oder 6 Globulis sind, die gegeben werden, sondern dass ein ausreichender Kontakt zu den Schleimhäuten (im Mäulchen) hergestellt wird. Denn darüber wird der Wirkstoff aufgenommen.

Das Wichtigste ist jedoch die Diagnose durch einen erfahrenen Homöopathen oder Tierheilpraktiker, denn eine umfassende Anamnese ist Grundlage für die Entscheidung, welches Mittel gegeben wird. Und das bezieht nicht nur die Symptome wie z.B. Durchfall mit ein, sondern auch das Verhalten des Tieres. Zum Beispiel: Das Tier ist sehr unruhig, ist sehr dominalt oder teilnahmslos usw.! Weil jede Diagnose so individuell ist, und nicht jedes Mittel bei jedem Tier gleich wirkt, wollen und können wir hier keine Therapievorschläge geben. In unserem Verein, SOS Meerschweinchen, haben wir sehr gute Erfahrungen mit der Tierheilpraktikerin

  Frau Kerstin Saufaus aus Heidenrod gemacht, die dort eine Naturheilpraxis für Tiere betreibt.

Viele Krankheiten unserer Schweinchen konnten mit der homöopathischen Unterstützung durch die Therapievorschläge von Frau Saufaus gelindert oder gar behoben werden. Wer sich an Sie wenden möchte, kann gerne per mail in Kontakt treten. mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Und hat man seinen individuellen Behandlungsplan erhalten, hier noch ein paar "Einnahmetipps" von Wilbert:

 

Am besten die Globulis aus der Flasche in einen Plastikbecher geben!

 

Und auch ist es angeraten, die Globulis nicht (oder gar zu lange) in der Hand zu halten, da sie dadurch neutralisiert werden können. Auch wollen die kleinen, weißen Kraftpakete nicht auf einem Metalllöffel herumgetragen werden, oder damit gar umgerührt! ;-)

 

Mit ein wenig Wasser werden die Globulis aufgelöst, bevor man sie "dann flüssig" wieder aufzieht!

 

Dem Meerschweinchen kann man, die so hergestellte Medizin, einfach mit dem Spritzchen ins Mäulchen geben. Nicht zu schnell, sondern langsam abschlabbern lassen! Umso länger die Tinktur auf den Schleimhäuten bleibt, umso besser. Also nicht: "Rein - und weg!"

 

Als Dilution kann ein Mittel auch auf einem Lieblingsblättchen gegeben werden.

 

Ist die Verdünnung nicht passend in der Dosierflasche, zieht man sie aus der Ampulle auf!

 

Einige Fellfreunde werden mit "globulisierter" Gurke überlistet... ;-)

 

Mit diesem Wissen sind manche Zweibeins der Homöopathie nun vielleicht ein wenig näher!

 

Patenbub Wilbert jedenfalls nimmt seine Medizin brav vom grünen Blatt und sagt Euch:

"Klein und weiß und rund - mit einem Haps, sind die im Mund!" Keine Manie... vor Homöopathie!

 

***Genau-muig*** So ist das! Viel Spaß beim Lesen und bis nächsten Sonntag, wenn es wieder heißt: WwW - Wilbert weiß Warum

Die alten Folgen von WwW können hier nachgelesen werden: Wilbert weiß Warum

 


 

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