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Wilbert weiß Warum!

"Da bin ich. Hallo allerseits!

Herzlich Willkommen bei

WwW - Wilbert weiß Warum!

Heute mit im Gepäck: 

Folge 3

Der Haarling 🪳

Ich habe Euch heute ein echtes ***muig-Gedicht*** mitgebracht:


"Ein Haarling ist ein kleines Teil, das lebt im Fell für eine Weil'!

Es ärgert unser'n Wilbert sehr, verzweifelt setzt er sich zur Wehr.

Doch alles Kratzen hilft hier nicht, vertreibt es kaum den bösen Wicht...

Der Haarling hält sich fest am Haar - er freut sich und lacht 'ha-ha-ha'!

Doch kommt der Mensch mit Medizin, da fängt der Haarling an zu flieh'n.

Und wie das geht, erfahrt ihr jetzt, denn das ist Wissen - kein Geschwätz!!!"

"Ja stellt Euch vor... Klea Kullerauge und Kaju zu Kürbiskern im Nachbargehege waren in den letzten Tagen schon ziemlich zickig miteinander. Total gestresst, wenn ihr mich fragt. Immer wieder Angebrommsel und Zähneklappern. Da wurde auch mal nacheinander geschnappt! Tja, und dann fing es auch in unserem lauschigen Schweinebettchen an, ungemütlich zu werden. Leo Löwenzahn bekam immer schlechtere Laune und auch mir ist fast der Geduldsfaden gerissen. Jawohl-muig!!! Auuuuaa, huuu-hu... es hat so gejuckt. ÜBERALL!!! Ganz dolle am Popo und auch am Köpfchen. Dabei sind wir ganz saubere Schweinchen. Aber das hat wohl nichts damit zu tun. Wisst ihr, was wir für Untermieter hatten? HAARLINGE. Iiiiieh-pfui-muig. Und das in meinem Flauschefell..."

Was hat es mit Haarlingen auf sich? 🪳


Haarlinge können beim Meerschweinchen auftreten und gehören als Ektoparasiten zur Ordnung der Tierläuse. Haarlinge sind 1-1,5mm große, auch mit dem bloßen Auge zu erkennende, flügellose Insekten. Sie ernähren sich jedoch nicht wie ihre Verwandten, die "echten Tierläuse", von Blut. Sondern, wie der Name schon sagt, von Haaren, Hautdrüsensekret und den Epidermisschuppen. Sie treten hauptsächlich im hinteren Rückenbereich, der Aftergegend und um den Kopf herum auf.


Einen starken Befall erkennt man entweder an den Eiern der Haarlinge, die als Nissen an die einzelnen Haare geklebt werden und als weißliche Stippchen zu erkennen sind. Oder an den lebhaften, beweglichen 1,5mm großen Haarlingen selbst, die man am Haaransatz umherlaufen sehen kann.


Das stark "bewohnte" Meerschweinchen fällt durch sein gereiztes Verhalten auf, kratzt sich auffällig oft und ausgiebig oder beißt sich in die befallenen Körperregionen. Das Fell sieht meist filzig und stumpf aus. Im schlimmsten Fall können sich bei Nichtbehandlung die Haarlinge über den gesamten Körper ausbreiten. Starker, unbehandelter Befall kann zu erheblichem Stress, Hautverletzungen, Entzündungen und einer Schwächung des Tieres führen.

Deshalb: Bei Auffälligkeit sofortiger TÜV, bzw. Tierarztbesuch! 🩺


Mittels eines einfachen Tesafilmabklatsches kann man Haarlinge unter dem Mikroskop oder einer guten Lupe 🔍 leicht erkennen. Zur Behandlung stehen verschiedene wirksame Präparate zur Verfügung. In der Regel werden alle Meerschweinchen der Gruppe behandelt. Welche Tiere im Einzelfall mit welchem Medikament behandelt werden, entscheidet die behandelnde Tierärztin bzw. der behandelnde Tierarzt. Handeln Sie bitte genau nach deren Anweisung. 👨‍⚕️

Ein Haarschnitt kann die Behandlung erleichtern, da durch das Stutzen bereits Haarlinge und deren Nissen entfernt werden können :-)


Eine gründliche Reinigung des Geheges kann dabei helfen, möglichst viele Haarlinge und deren Nissen zu entfernen. Das Gute ist aber, dass Haarlinge als stark wirtsspezifische Ektoparasiten außerhalb des Wirtes nicht sehr lange überleben, man spricht von ca. 24 Stunden.

Der Wirt (aka das Meerschweinchen) wird durch das Medikament des Tierarztes giftig für die Haarlinge - mit der richtigen Medikation wird es also schnell eng für die ungebetenen Gäste.

Man fragt sich natürlich:

Warum passiert das ausgerechnet uns?


Haarlinge können auf Meerschweinchen vorkommen, ohne dass die Tiere sofort Beschwerden zeigen. Bei einem intakten Immunsystem eines gesunden Meerschweinchens bereiten sie aber oft keine Symptome, weil ein gesundes Tier meist gut mit einem leichten Befall zurechtkommt. Problematisch wird es, wenn sich an den Außenumständen etwas ändert. Haarlinge sind oft also eher ein Symptom als die Krankheit an sich. Man sollte sich also fragen, was sich für das Tier geändert hat. Hat es eine (neue) Grunderkrankung, die das Immunsystem schwächt? Hat es durch einen Umzug oder eine Vergesellschaftung plötzlich mehr Stress? Wo könnte es sonst zwicken?


Die häufigste Ansteckungsquelle sind andere Meerschweinchen. Die Übertragung über Einstreu, Heu oder Einrichtungsgegenstände ist theoretisch möglich, spielt aufgrund der kurzen Überlebenszeit außerhalb des Wirtes aber meist eine untergeordnete Rolle. Tritt ein Befall also auf, ohne dass ein neues Schweinchen dazu kam, waren die Haarlinge vermutlich schon vorher da und haben durch irgendeine Umstandsänderung plötzlich die Chance für ihren großen Auftritt bekommen.


Und "last-but-not-least": Schweinchen wohnen gerne sauber - regelmäßige Reinigung des Geheges, der Kuschelsachen und der Einrichtungsgegenstände ist für ihr Wohlbefinden unumgänglich - egal ob Haarlingsbefall oder nicht. 🧹

***Genau-muig*** So ist das. Viel Spaß beim Lesen und bis bald wenn es wieder heißt: 
Wilbert weiß Warum!" 💡

Spendenkonto bei der Sparkasse Vorderpfalz:

Kontoinhaber: SOS Meerschweinchen

IBAN: DE97 5455 0010 0000 027748

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