Etwas verspätet nehmen wir heute Abschied von Patenschweinchen Fiola. Fiola kam das erste Mal im April 2013 mit ihrer ganzen Gruppe zu uns in den Verein. Die Halterin war überfordert; und so gab sie sie bei uns ab. Es dauerte nicht lange bis die bildschöne Fiola ihr neues Zuhause fand, sie zog in eine tolle Vierergruppe und nannte fortan ein wunderschönes Gehege ihr Eigen. Fiola lebte sich prima ein und kam gleich gut mit ihren neuen Freunden zurecht.
Wie das Schicksal manchmal so spielt, musste Fiola allerschwersten Herzens aus gesundheitlichen Gründen im August 2016 wieder zu uns zurückkommen, aber ihre Halterin begleitete die Maus weiterhin lebenslang.
 
Fiola war ein Satin-Mix Schweinchen und in der Zwischenzeit nach ihrer Vermittlung haben wir als Verein beschlossen, Satin-Tiere generell als Patenschweinchen bei uns im Verein zu belassen. Satin-Tiere erkranken fast immer an der gefürchteten OD, einer Stoffwechselerkrankung der Knochen, die schrecklicherweise nicht heilbar ist und immer tödlich verläuft, da sich die Knochen auflösen.
So verstärkte Fiola also fortan die Patentierabteilung. Gleich nach Ankunft wurde sie geröngt und glücklicherweise festgestellt, dass sie völlig gesund war. Auch in ihrer Patengruppe lebte sie sich gut ein und fühlte sich wohl. Fiola war schon immer sehr selbstbewusst, ohne dominant zu sein, und wusste genau was sie wollte und was nicht.
Im September 2018 wurde ihr ein Knubbel entfernt, der sich am Unterbauch gebildet hatte. Den Eingriff überstand sie ohne Probleme, der Laborbefund des Knubbels war leider alles andere als schön: es handelte sich um ein malines Adenokarzinom. Jedoch war es wohl rechtzeitig entfernt worden.
 
Im April 2019 wurde die Maus von einer Zyste geplagt, hier wurde dann auch gleich behandelt, insgesamt war der Maus das Alter langsam anzumerken. Sie lief schlechter, sie hatte altersbedingte Arthrose bekommen. Ihrem Appetit schadete das alles aber nicht, sie frass gut und war auch immer sehr für ein Leckerchen zu haben, das sie auch gerne mit Nachdruck einforderte. Selbstverständlich wurde sie medikamentös eingestellt, sie sollte keine Schmerzen haben müssen.
 
Anfang Juni verletzte sich die Maus am Auge, auch hier wurde gleich behandelt und die Verletzung heilte gut ab. Das mehrmalige Tropfen und Salben am Tag nahm die Prinzessin, wie sie von ihrer Pflegemama liebevoll genannt wurde, -unter einer Bestechung von den heissgeliebten Erbsenflocken - gelassen hin. Die Verletzung verheilte vollständig, der Augendruck war jedoch etwas erhöht, hierfür bekam Fiola Augentropfen und das Auge wurde fortan in regelmässigen Abständen kontrolliert.
 
Insgesamt kamen im Jahresverlauf weitere Alterserscheinungen hinzu. Beispielsweise wurden ihr Füsschen ein wenig rot und mussten gepflegt werden, dies wie auch eine immer mal etwas schwächere Verdauung zwischendurch hängt oft im Zusammenhang mit fortgeschrittener Arthrose. Die Tiere bewegen sich einfach nicht mehr so viel, die Füsse werden schonbelastet etc. Fiola alterte allerdings mit grosser Würde, sie gab sich nicht auf, war im Gegenteil doch oft auch sehr energisch wenn die Pflegemama nicht gleich mit dem geliebten Päppelbrei zum Zufüttern um das Gewicht zu halten oder den geliebten Erbsenflocken bereit stand.
 
Zum Jahresanfang begann Fiola schon deutlich abzubauen, hatte aber immer noch als Erste das Näschen zum Betteln in der Luft. Ende Januar war sie in den Hinterbeinchen komplett steif, und kam alleine nicht mehr hoch. Letztlich fiel es ihr auch mit den Vorderbeinen schwerer. Am ersten Februar verweigerte sie zunächst das Fressen, sogar ihre Leibspeisen. Später hatte sie enormen Durchfall, ihre Pflegemama machte sie sauber und bot ihr erneut allerlei Gemüse an, dieses nahm sie dann gerne zu sich. Auch in der Nacht sah die Pflegemama nach Fiola, am nächsten Morgen war der Durchfall wieder sehr schlimm. Sie kam jetzt auch mit den Vorderbeinchen nicht mehr hoch, die Kraft fehlte. Auch ihr Blick war müde geworden. So nahm die Pflegemama Fiola schwersten Herzens zum Tierarzt-Notdienst der eigenen Praxis. Hier entschied sie dann zusammen mit der Tierärztin, die liebe Maus gehen zu lassen, denn es bestand keine Hoffnung auf gute Tage für sie mehr. Die charakterstarke Maus sollte nicht leiden müssen, und so durfte sie gehen wie sie gelebt hatte, in Würde bis zum Schluss.
 
Fiola wurde stolze 7 Jahre alt. Wir sind von ganzem Herzen traurig über diesen Verlust, Fiola war eine so liebe Maus, eine grosse und charakterfeste Dame. Mit ihrer ganzen liebreizenden Art wird sie unendlich fehlen.
 
Ihre Pflegemama möchte Fiola noch folgende liebende Worte mit auf den Weg geben:
 
Meine liebe kleine Prinzessin Fi,
 
vom Tag Deines Einzuges hast Du ganz klar gemacht, wer hier das Sagen hat und energisch Dein kleines Zepter geschwungen. Nachdrücklich, aber auch liebevoll hast Du das auch Deinen Mitschweinchen erklärt. Deinen eigenen kleinen Sturkopf wusstest Du ganz genau durchzusetzen. Nach Deiner schweren Tumor-OP bekam ich schon recht bald einen Anruf aus der Praxis: „Hier robbt und kugelt ein Schweinchen rum, dass es nicht erwarten kann, abgeholt zu werden“   Das warst so eindeutig Du! Von nichts und niemandem wolltest Du Dich aufhalten lassen.
 
Selbst als es Dir so schlecht ging, wolltest Du nicht aufgeben und hast so hart gekämpft. Dein kleines Köpfchen war noch nicht bereit zu gehen und wollte es nicht wahrhaben, dass der Körper nicht mehr konnte.
 
Nun hab es wohl meine kleine Prinzessin und regiere weise und liebevoll auf der immergrünen Wiese!
 
 
 
 
 
 „Hast du Angst vor dem Tod?“ fragte der kleine Prinz die Rose.
 
Darauf antwortete sie: „Aber nein, ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt, so viel ich konnte.
 
Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der gegeben.
 
So will ich warten auf mein neues Leben und ohne Angst und Verzagen verblühen.“
 
Antoine de Saint-Exupéry
 
Leb wohl, kleine tapfere Prinzessin Fiola und lass es dir dort drüben gut gehen!
 

 
 

Hallo ihr Lieben!

Eigentlich wollte ich Euch ja schon viel frühr Bescheid geben, was seit dem letzten Beitrag so passiert ist. Aber hui, es war so viel los, dass ich einfach nicht dazu kam. Und ihr kennt ja alle meine Lieblingsbeschäftigung:

Diesen Kuscheltunnel schrägstrich Kuschelbett schrägstrich Toilette habe ich übrigens von einer ganz lieben Patin geschenkt bekommen! Viiiiiielen lieben Dank!

Diesen Kuscheltunnel schrägstrich Kuschelbett schrägstrich Toilette *beschämtmuig* habe ich übrigens von einer gaaaaaaanz lieben Patin geschenkt bekommen! Viiiiiielen lieben Dank!

Dann versuche ich mal, alles Revue passieren zu lassen... Theoretisch war meine OP ja für einen Dienstag geplant. Leider fing der Zahn aber an zu eitern und meine Schmerzen wurden größer. *autschmuig*
Also hat meine Patenmama bei der Zahn-Tierärztin angerufen und gefragt, ob man den Termin eventuell vorverlegen könnte. Und prompt konnten wir noch am selben Tag morgens vorbeikommen. Das war der Freitag davor. Zum Glück.
Beim Tierarzt angekommen, wurde ich einfach dort gelassen - ist das zu fassen?! Meine Patenmama ging einfach, nachdem sie mir gesagt hat, dass ich so tapfer wäre und dass ich das schaffe.. hui, das war vielleicht ein gruseliger Moment *angstmuig*
Aber so viel habe ich dort dann gar nicht mehr mitbekommen, da ich das größte Schläfchen aller Zeiten gehalten habe. Aufgewacht bin ich aber leider nicht besonders entspannt und erholt, sondern mit einem Ziepen im Unterkiefer und allgemein ganz schön verwirrt. Das war wirklich komisch alles... *irritiertmuig*
Dann kam aber zum Glück schon bald meine Patenmama und nahm mich freudig in Empfang.
Der Weißkittel erklärte ihr, dass das CT gezeigt hat, dass nur der fiese blöde Zahn raus musste, der mir weh getan hat. Der andere ist - für den Moment - noch in Ordnung. Wir hoffen sehr, dass das so bleibt und ich nicht irgendwann noch eine OP brauche... Meine Backenzähne sind alle spitzenmäßig, hier musste gar nichts gemacht werden. Auch meine Schneidezähne im Oberkiefer sind supi, also haben sich im Großen und Ganzen zum Glück nicht noch mehr Probleme gezeigt. Irgendwie sind wir also schon ein wenig beruhigt. *zufriedenmuig*
Die OP lief soweit auch komplikationslos, der Zahn konnte im Ganzen gezogen werden und mir musste nirgendwo irgendein Schnitt gemacht werden - zum Glück! *erleichtertmuig*
Da ich fast schon sechs Jahre alt bin, hat mich die OP aber ganz schön geschlaucht... erst ging es noch, aber nachts wurde mein Kreislauf plötzlich ziemlich schlecht und ich war ganz schön wackelig auf den Beinen. Meine Patenmama hat mir dann ein wenig Infusion unter die Haut gegeben (keine Sorge, die macht das beruflich) und ein paar Minuten später ging es mir dann auch wieder besser - zum Glück! Sonst wären wir natürlich sofort in die Klinik gefahren. Die Transportbox hatte sie vorsorglich schon mal gepackt, nachdem ich die Infusion bekam. Aber ein erneuter Ausflug war zum Glück ja nicht nötig. So kam es also, dass ich einige Minuten nach meinem "Schwächeanfall" wieder eigenständig futterte - sofern es mir eben möglich war. Anfangs war alles gar nicht so einfach mit dem Futtern. Und eigentlich soll man sich ja nicht selbst loben, aber ich strenge mich wirklich richtig an! Wenn ich diese eine ganz bestimmte Gemüsespaghetti jetzt essen wollte und sie immer wieder aus meinem Mund fällt - ich versuchte es so lange, bis ich es erwischt habe *stolzmuig*
Dementsprechend kann ich mein Gewicht seit der OP sogar fast selbstständig halten! Leider ist das aber nicht genug, so dass ich trotzdem zweimal täglich Brei bekomme, um noch ein paar Gramm mehr draufzumogeln. Immerhin sind es inzwischen schon wieder 50g mehr als vor der OP! *schmatzmuig*

Da aber alles viel zu einfach wäre, eitert und eitert und eitert diese blöde Wunde immer so ein bisschen vor sich hin, obwohl ich direkt nach der OP ein Breitbandantibiotikum bekam. Ein umfangreiches Antibiogramm wurde angefertigt, doch irgendwie sind wir noch nicht schlauer. Daher heißt es weiter täglich Spülen und Betupfen, während wir der Ursache weiter auf den Grund gehen. Das mache ich übrigens mit wie das Welt-aller-aller-tapferste-Superschwein!

Hui, das ist ja wieder so viel Text geworden... Jetzt lege ich mich aber erst mal hin und halte ein wohlverdientes Nickerchen.

Diesen Kuscheltunnel schrägstrich Kuschelbett schrägstrich Toilette habe ich übrigens von einer ganz lieben Patin geschenkt bekommen! Viiiiiielen lieben Dank!

Übringens habe ich Eure lieben Nachrichten natürlich gelesen (manche hat man mir auch vorgelesen wenn ich grade zu erledigt zum Lesen war). Es hat mich so sehr gefreut, dass ihr alle für mich die Daumen gedrückt habt! Bisher scheint es auf jeden Fall geholfen zu haben. Da möchte ich mich gleich noch mehr anstrengen, schnell wieder gesund zu werden.
Der Verein lässt auch ein riiiiiiesiges Dankeschön ausrichten, an alle, die den ein oder anderen Euro gespendet haben. Ihr seid wirklich großartig! Die Kosten für die OP haben wir noch nicht ganz zusammen, daher könnt ihr auch gerne weiterhin den ein oder anderen Gemüsetaler für uns Vierbeiner springen lassen.

♥ Vielen, vielen Dank! ♥

Alles in Allem scheint das Schlimmste überstanden zu sein - Daumendrücker schaden aber trotzdem nicht Wink

Ganz liebe Grüße,
Euer tapferer Poco-Bär

 

Hier geht es zu Teil eins meiner Geschichte

Und hier findet ihr mein Profil


 

In letzter Zeit haben wieder einge alte und/oder kranke Tiere ihren Weg zu uns gefunden und dürfen als Patentiere bei uns im Verein bleiben. Damit dies möglich ist, sind die süßen Schweineschnäuzchen noch eifrig auf der Suche nach lieben Patentanten und Patenonkeln, die sie ein wenig unterstützen. Na, vielleicht verliebt sich ja schon bald jemand hier in sein oder ihr neues Patenschweinchen?

Heute wollen wir fünf unserer neuen Patenschweinchen vorstellen. Es grüßen Carlina, Mystic, Poco, Korbinian und Rico. Zu ihrem jeweiligen ganzen Profil auf der Patentierseite mit weiteren Bildern gelangt man mit einem Klick auf den Namen unter dem entsprechenden Foto. Dort gibt es auch einen Link zum Patenschaftsantrag für schockverliebte Neupatentanten und -onkel. Für die fünf Knuffels wäre es eine freudige Überraschung, wenn DU ihr neuer Pate/ -in wirst!laughing

 

Carlina

Die süße Carlina kam im März 2020 zusammen mit zwei anderen Weibchen in den Verein, da die Haltung in ihrem bisherigen Zuhause aus persönlichen Gründen leider beendet werden musste. Da Carlina zu diesem Zeitpunkt bereits 7 Jahre alt war, darf sie natürlich ihren Lebensabend in einer Patenpflegestelle verbringen. Man merkt der süßen Maus ihr hohes Alter aber überhaupt nicht an, sie fühlt sich in ihrer Gruppe mit 3 anderen Schweinchen "sauwohl", ist stets munter im Gehege unterwegs und glänzt durch einen gesegneten Appetit.

 

Mystic

Die hübsche Mystic ist mit ihren fast 7 Jahren ebenfalls eine kleine Rentnerin, die im März 2020 bei SOS abgegeben wurde, da sie als letztes Schweinchen einer Gruppe natürlich nicht alleine bleiben sollte und die Haltung aus persönlichen Gründen beendet werden musste. In ihrer Patenpflegestelle erhielt sie sehr schnell den Beinamen "Frau Vorwitz-Naseweis", da sie sich ihr Alter überhaupt nicht anmerken lässt und jederzeit lautstark Futter und Leckerlies einfordernd an vorderster Front steht. Mystic genießt ihr Leben im Altersruhesitz in vollen Zügen.

 

Poco

Das süße Rosettenböckchen Poco kam ebenfalls im März 2020 in den Verein, da sein Partner verstorben war und die Haltung aus persönlichen Gründen beendet wurde. In der Pflegestelle fielen seine übergroßen unteren Schneidezähne auf, die einer tierärztlichen Abklärung bedurften. Der Tierarztbesuch ergab die Diagnose zweier angehender Mammutzähne, die in Zukunft Probleme machen könnten sowie einer angehenden Brückenbildung an den hinteren rechten Backenzähnen. Pocos Zahnstatus muss lebenslang engmaschig überwacht werden, weshalb der kleine Bub als Patenschweinchen bei SOS bleiben darf. Kurz vor seinem Umzug in sein endgültiges Zuhause im Mai brach sich Poco eine Zehe, die Bruchstelle entzündete sich leider trotz guter Pflege, ist nun aber nach Antibiose gut abgeheilt. Allerdings fing der kleine Mann Mitte Mai an abzunehmen, einer seiner Mammutzähne machte Probleme, das Zahnfleisch war entzündet. Nach CT-Aufnahmen seiner Zähne war klar, dass der störende Zahn gezogen werden muss, was eilends in einer sehr kostenintensiven Operation gemacht wurde. Der tapfere kleine Poco kämpft jederzeit mit ungebrochenem Lebnsmut, frisst selbstständig sein kleingeraspeltes Gemüse und nimmt den zugefütterten Brei gerne an.

 

Korbinian

Teddyböckchen Korbinian wurde bereits im Februar 2019 zusammen mit seinem Kumpel bei SOS aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Der hübsche Bub musste lange auf ein neues Zuhause warten, er bekam zwar einige Anfragen, aber leider keine Passende. Im August 2019 wurde Korbinian in ein schönes Zuhause vermittelt, jedoch scheiterte die Vergesellschaftung und so kam der kleine Mann wieder zurück zu seiner Pflegemama. Zusätzlich zu seinem kleinen Handicap der vergrößerten Perinealtasche, bei deren Leerung er Hilfe benötigt, hatte Korbinian am Ostersonntag 2020 einen Zusammenbruch, der weitere gesundheitliche Probleme aufzeigte. Daher war klar, dass der süße Teddybub verpatet wird und für immer bei seiner Pflegemama und seinen beiden Mädels, die er rührend umsorgt, bleiben darf. Die Diagnostik ergab mäßige Herzinsuffizienz, Arthrose in seinen Knien, den Hüftgelenken und der Lendenwirbelsäule, sowie eine Zubildung im Brustkorb im Bereich der Thymusdrüse, die vermutlich tumorös ist, sich inzwischen aber etwas zurückgebildet hat. Korbinian erhält unterstützende Medikamente für Herz, Gelenke und seinen Allgemeinzustand. Der kleine Bub freut sich seines Lebens und merkt selbst nicht viel von seinen Handicaps.

 

Rico

Der sechsjährige Rico kam im April 2020 zu SOS, da seine Partnerin verstorben war und die Haltung aus persönlichen Gründen beendet werden musste. Es war bereits bekannt, dass der kleine Bub eine sehr schlechte und poröse Zahnsubstanz hat. Zudem neigen seine Backenzähne zur Brückenbildung und Rico hat immer mal wieder Atemgeräusche unbekannten Ursprungs, die natürlich tierärztlich abgeklärt wurden. Als "Zahnschweinchen" muss Ricos Zahnstatus engmaschig überwacht werden, weshalb er als Patenschweinchen im Verein bleiben darf. In seiner Pflegestelle fühlt er sich in der Gruppe mit den beiden anderen Patenschweinchen Radieschen und Yentl rundum wohl und lebt ein beschwerdefreies Schweinchenleben.

 Jedes dieser goldigen Fellnäschen ist auf der Suche nach neuen bzw. weiteren Patentanten und Patenonkeln, die ein paar Taler für Medikamente, Gurken und "was Schwein sonst so braucht", übrig haben und bedankt sich von ganzem Herzen und vielen begeisterten Muigs für die Unterstützung!

  Vielleicht bist DU ja bald unser neuer Pate, na? MuigMuig?


 

Erinnert ihr euch noch an Baggy, den kleinen Meeribuben, der vor einem halben Jahr total verwahrlost, vermilbt und ausgehungert von lieben Menschen in einer Tüte aufgefunden und ins Tierheim Heppenheim gebracht worden ist? Seine Geschichte könnt Ihr *hier*nachlesen. Nach einigen Monaten liebevoller Pflege durch seine Pflegemama und durch die dicke Freundschaft mit seinem Kumpel Finley ist aus dem kleinen verhuschten Zottelchen ein wunderschöner Prachtbub geworden!


 

Candela wurde am 31.10.2012 mit vier Geschwisterchen geboren. Da die Kleinen ungeplanter Nachwuchs waren, fanden sie ihren Weg zu uns in den Verein.
Candela musste nicht lange warten und durfte im Januar 2013 in ihr neues Zuhause ziehen. Dort lebte Candela fortan für die nächsten Jahre bis zum September 2018. Ihr letzter Partner war verstorben und die Haltung sollte beendet werden. Im April des gleichen Jahres war bei Candela ein Gebärmuttertumor und ein Atherom auf dem Rücken diagnostiziert worden, beides wurde nicht weiter behandelt. Als sie bei uns ankam, fiel auch gleich ihr etwas wackeliges Gangbild auf. Durch eine eingehende Untersuchung beim Tierarzt wurde festgestellt, dass Candela Probleme mit der Wirbelsäule hatte, es hatten sich Verknöcherungen zwischen drei Wirbeln gebildet, ausserdem hatte die Maus eine starke Arthrose. Sie konnte zeitweilig sogar nicht richtig laufen, sie zog die Hinterbeinchen nach. Sie wurde dann schnellstens auf eine entsprechende Medikation eingestellt, so ging es ihr bald besser und sie konnte sich wieder gut bewegen. Allerdings drückte wohl zusätzlich noch das Atherom und verursachte Beschwerden, so bekam Candela Homöopatika, die bewirken sollten, dass sich das Atherom von selbst öffnete. Dies geschah auch und heraus kam eine unschöne Masse. Leider füllte sich das Ganze wieder mit übelriechendem Eiter, so dass eine Operation und Entfernung des Atheroms unvermeidbar waren. Candela war wieder stabil und munter, so meisterte sie den Eingriff mit Bravour. Es bestätigte sich, dass das Atherom ebenfalls zu Candela´s Unwohlsein an der Wirbelsäule beigetragen hatte, als es nicht mehr da war, lief sie viel leichter.
Es handelte sich um eine relativ grosse Wunde am Rücken, da man vorher so lange gezögert hatte, das Atherom zu behandeln, so musste die Wunde genäht werden. Leider ging die Naht wieder auf, evtl. sorgte auch Candela selbst durch Knabbern dafür, jedenfalls wurde die Wunde täglich mehrmals gepflegt und gecremt und Candela sollte einen Verband tragen. Leider liess Candela das - ganz meeritypisch - nicht mit sich machen und riss sich den Verband immer wieder vom Körper. Das hatte zur Folge, dass die Wunde bald erneut durch den Tierarzt -unter Narkose von Candela- ausgeschabt und vernäht werden musste. Es lag eine heftige Entzündung zugrunde, die daher kam, dass das Atherom so lange unbehandelt war, die Entzündung schwelte quasi darunter, so war der Heilungsprozess zu diesem Zeitpunkt einfach sehr viel schwieriger wie er das ein paar Monate zuvor gewesen wäre. Der Heilungsprozess zog sich nun einige Wochen unter intensiver Pflege und regelmässigen Tierarztbesuchen hin, letzlich war es aber geschafft, die Wunde verheilt und Candela wohlauf. Sie war die ganze Zeit über sehr sehr tapfer, war dennoch munter und hatte guten Appetit.
 
Doch die nächste gesundheitliche Episode liess leider nicht lange auf sich warten, im April 2019 verweigerte Candela das Fressen und fühlte sich nicht wohl. An den Schneidezähnen war ihr an einer ungünstigen Stelle eine Ecke abgebrochen, woraufhin eine "Schieflage" entstand, zusätzlich waren aus dem Gebärmuttertumor inzwischen mehrere geworden, die einen grösseren Teil im Bauchraum einnahmen. Candela´s Schneidezähne wurden angeglichen und nochmals ein Ultraschall gemacht, um die genaue Situation von Candela´s Ovarien zu sehen. Auf der linken Seite hatte Candela gefüllte Zysten, rechts mehrere Tumore, die ebenfalls flüssigkeitsgefüllt waren.  Aufgrund der Grösse wurde beschlossen, eine Punktion vorzunehmen, da die Maus unbedingt Erleichterung benötigte, trotz der Angleichung der Schneidezähne mochte sie nicht fressen und wurde während der Zeit voll gepäppelt.
Die Punktion wurde in Narkose durchgeführt, sonst wäre die Behandlung viel zu schmerzhaft für die liebe Maus gewesen. Sie überstand den Eingriff sehr gut, es wurde ihr einiges an Flüssigkeit entnommen, sie erhielt zum Ausgleich eine Infusion, aber der schmerzende Druck im Bäuchlein war weg. Candela war ja eine temperamentvolle Dame und nach dem Aufwachen war sie wieder sie selbst. Sie machte sich gleich über das "Lunchpaket" ihrer Pflegemama her, und auch Zuhause angekommen, mümmelte sie sofort wieder Heu. Es war deutlich, dass ihr eine buchstäbliche Last genommen war, sie bewegte sich wieder viel mehr, stieg auf Häuschen, um nach Leckerchen Ausschau zu halten und nahm wieder viel intensiver am Gruppenleben teil.
Leider begannen Candela´s Zähne sich erneut schief abzunutzen und in den folgenden Wochen füllten sich auch die Zysten wieder mit Flüssigkeit, allerdings nicht mehr so prall wie es vorher gewesen war. Candela musste erneut in Narkose, um die Zähne zu richten und nochmals die Zysten zu leeren.
Eine Operation der Zysten und Tumore war aufgrund von Candela´s Alter und zartem Erscheinungsbild ausgeschlossen.
Candela rappelte sich, tapfer wie sie war, wieder vollständig auf, sie war immer glücklich, wenn sie ihren Gemüseteller erhielt, als Nachgang noch eine ordentliche Portion Leckerchen sowie eine flauschige Kuschelrolle für das Verdauungsschläfchen. Sie war so lebensfroh und eine immense Kämpfernatur.
 
Traurigerweise kamen die Zahnprobleme Ende des Jahres wieder, auch die Tumore wuchsen unaufhaltsam. Candela erhielt zwar selbstverständlich unterstützende Medikamente, aber eine Heilung war nicht zu erwarten, wenigstens konnte das Wachstum über die ganze Zeit etwas gebremst werden.
Im März dann frass Candela wieder schlecht und hatte auch eine leichte Aufgasung sowie einen tastbaren Knubbel am Kiefer. Um zu sehen, was es damit auf sich hatte, der Verdacht war, dass die Tumore möglicherweise gestreut hatten, wurde ein CT erstellt. Es handelte sich, wie man durch die Bilder gut sehen konnte, um "wildes", festes Zahnmaterial, das in alle Richtungen im Kiefer wucherte, dies war ebenfalls eine tumoröse Krankheit, die allerdings mit den anderen Tumoren nichts zu tun hatte. Die Aussichten waren mehr wie schlecht, es hätte eine Operation folgen müssen, bei der der komplette Unterkiefer geöffnet und ausgeräumt hätte werden müssen, desweiteren war nicht auszuschliessen, dass dieses Zahnmaterial erneut gewachsen und die Situation dieselbe gewesen wäre.
Für so einen Eingriff war Candela mit 7,5 Jahren einfach nicht mehr stabil genug, und die liebe Maus hatte ja noch so viele andere Baustellen, daher entschied ihre Pflegemama zusammen mit der Tierärztin schwersten Herzens, Candela weiteres Leid zu ersparen und sie sanft entschlafen zu lassen.

Wir sind von ganzem Herzen traurig über diesen Verlust, Candela, Candy wie sie liebevoll genannt wurde, war ein Ausnahmeschweinchen, sie war eine so liebe Maus, eine grosse Kämperin mit einem bewundernswerten Lebensmut, sie war eine so besondere Schweinedame. Mit ihrer ganzen liebreizenden Art wird sie unendlich fehlen.
 
  

Unser Herz will Dich halten.
Unsere Liebe Dich umfangen.
Unser Verstand muss Dich gehen lassen.
Denn Deine Kraft war zu Ende
und Deine Erlösung Gnade.

 unbekannter Verfasser
 
Leb wohl, süßer Maus und lass es dir gutgehen, wo immer du jetzt bist!

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