Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich bei allen Einsendern unserer Aktion "Erzählt uns Eure Geschichte!" bedanken! Wer nachlesen möchte, worum es in dieser Aktion ging, kann HIER erfahren, wie Patenschweinchen Willi und seine Mädels erzählen, wie ihre Gurkenschnippler aufs Schwein gekommen sind.

Alle eingesendeten Geschichten waren auf ihre Art und Weise wunderschön und die Entscheidung, davon drei Geschichten auszuwählen, ist uns sehr schwer gefallen. Im Februar präsentieren wir nun an dieser Stelle jeden Montag eine der Gewinner-Geschichten! Und los gehts mit...

 

Jana P.s Geschichte

 

Ich bin Tschechin. Im August 1998 hatte ich in Prag von einer ehemaligen Kollegin, die ich eigentlich nur von der Arbeit kannte, für die Ferien eine Wohnung ausgeliehen. Mein Sohn war 12 Jahre alt.

Wir kamen an, Schlüsselübergabe, sie fuhren ab.

Und dann entdeckten wir in einem fensterlosen Flur einen Behälter, 26x42 cm, mit einem wunderschönen dreifarbigen Meerschweinchen.  Nichts drin, nur klatschnasses Streu.

Am nächsten Morgen sind wir in eine Buchhandlung, im Stehen Bücher über Meerschweinchen durchgelesen, und dann einkaufen gegangen – Streu, Heu, Schüsselchen, Gemüse.

Zwei Wochen haben wir uns um das Tierchen gekümmert, beide total verliebt, und als die Familie zurückkam, habe ich gesagt, dass ich es am liebsten mitnehmen würde. Ja, nimm es, hieß es sofort.

Für die Grenze brauchten wir etwas vom Tierarzt, dort haben wir auch ein Papier bekommen, dass es ein gesundes Mädchen ist. Dass sie drei Jahre alt war, wussten wir, sie war ein Geschenk zur Einschulung.

Drei Jahre hat sie in dem Behälter verbracht. Sie war unser erstes richtiges Notschweinchen.

Missy.

Wir haben alle nur möglichen Fehler gemacht. Sie war alleine, in einem sehr kleinen Käfig.

Aber sie wurde innig geliebt. Sie durfte in der Wohnung rumlaufen, wirklich lief sie hinter mir her wie ein kleiner Hund. Wenn ich von der Arbeit kam und mich vor den Käfig gesetzt habe, hat sie gepinkelt und ist mir dann auf den Schoß gesprungen. Sie war das klügste Meerschweinchen überhaupt, sie hatte draußen ein Tablett mit einem bisschen von ihrem Streu, dahin lief sie immer zum pinkeln, sie war absolut stubenrein. Mein Sohn hat für sie Parcours gebaut, da sprang sie wie ein Pferdchen drüber. Sie hat sich auch selber die Krallen gekürzt.

Nach zwei Jahren dann plötzlich nicht mehr und irgendwie konnte sie nicht richtig essen. Erst nach langem Suchen und Tierarztwechsel wurde Röntgen gemacht. Der Kieferknochen war nicht mehr da. Wir haben unsere Missy an die Satinkrankheit verloren. Ich weine ihr bis heute nach.

Wir hatten dann bis 2012 weitere Schweinchen. Vom Züchter, ich wusste nicht mal, dass es Notstationen gibt. Darauf hat mich dann eine für mich neue Tierärztin aufmerksam gemacht, und ich bin Pflegestelle geworden. Bis heute.


 

 


Oscar

 

OSCAR: Hallo Leute, hier ist wieder euer Oscar.

Heute geht es um Jungtiere und ihre Sozialisation.

DAISY: Aus gegebenem Anlass. SEHR gegebenem Anlass, bedeutungsvoll-MUIG.

PRALINE: Ja ja, is' ja gut, peinlich-berührt-MUIG.

OSCAR: Wir hatten hier nämlich vorübergehend ordentlich Zoff in der Bude, feststell-MUIG.

DAISY: Um den DU dich hättest kümmern müssen, vorwurfsvoll-MUIG.

OSCAR: DICH hat es doch am meisten gestört, ungerührt-MUIG. Außerdem ist Jungtiere erziehen Mädelssache.

DAISY: Wenn du meinst, du müsstest jetzt hier den Macho geben, du Weichkeks, dann gibt's hier gleich nochmal ordentlich Zoff, fauch-MUIG. ALLE Altmeeris erziehen die Jungspunde! Auch die Böckchen!

PEBBLES: Nun streitet doch nicht, beruhigend-MUIG. Es ist doch jetzt alles geklärt.

PRALINE: Murmel-MUIG, wir werden sehen.

JOYCE: Na hoffentlich wird das hier kein Dauerstress wegen der Rangordnung, beunruhigt-MUIG.


Daisy, Joyce, Pebbles

DAISY: Nicht, wenn sich Praline anständig benimmt, grimmig-MUIG. Aber so wie zuletzt konnte es nicht weitergehen. Praline war ein schrecklicher Überzwerg. Wie sie ständig über die Stränge geschlagen hat, das war nicht mehr zum Aushalten, stöhn-MUIG.

OSCAR: OK, sie war vielleicht ein bisschen kesser und dynamischer als ihr anderen, zugesteh-MUIG, aber grundsätzlich sind doch alle Jungschweinchen kleine Sausewinde und müssen so zwischen ihrem fünften und siebten Monat auch durch eine Flegelphase durch.

JOYCE: Hm, schon wahr, aber bei Praline hätten wir vielleicht ein bisschen früher anfangen sollen ihr Grenzen zu setzen, nachdenklich-MUIG. Wir waren wohl zu lange zu gutmütig. Eigentlich haben Babyschweinchen nur in ihren ersten vier Lebenswochen Narrenfreiheit bevor ihre Erziehung startet.

DAISY: Du hast völlig Recht. Aber jetzt ist die Schonzeit vorbei, entschlossen-MUIG.

PRALINE: Du tust als sei ich ein Terrorschwein. Das ist total übertrieben, beschwer-MUIG.

PEBBLES: Naja, seit du so richtig in die Flegelphase gekommen bist war hier nicht mehr so wirklich die übliche Harmonie in unserer Gruppe, entschuldigend-MUIG. Du warst schon ganz schön anstrengend.

DAISY: Ha, unerträglich rücksichtslos, so nenn' ich das, bärbeißig-MUIG.

PRALINE: Aber ich hab's doch nicht böse gemeint, verteidigend-MUIG.


Praline

OSCAR: Das wissen wir ja, beruhigend-MUIG, aber wir haben schon alle ein bisschen gelitten unter deiner, naja, deiner überbordenden Lebensfreude.

JOYCE: Es ist ja nicht als seist du wirklich unsozial gewesen, du bist ja eine Liebe und Süße, aber manche Verhaltensweisen gehören sich einfach nicht in einer Gruppe, diplomatisch-MUIG.

DAISY: Zum Beispiel trampelt man nicht seinen Mitschweinchen auf dem Rücken 'rum, wenn man sich vorne an der Scheibe größer machen will. Du hast die arme Pebbles ständig als Trittbrett benutzt und dich auf ihr abgestützt, vorwurfsvoll-MUIG.

PEBBLES: Naja, schön war das nicht, zugeb-MUIG, man fühlt sich schon ein bisschen benutzt und die Krallen bohren sich auch in den Rücken, kläglich-MUIG.


Pebbles

DAISY: Du hast dich dann aber auch jedes Mal flach auf den Boden gedrückt, Pebbles, Kopfschüttel-MUIG. Kein Wunder, dass unsere kesse Kleine sich dann auf dich stellt. Du hättest ihr eine ordentliche Watschn verpassen sollen, überzeugt-MUIG.

PEBBLES: Aber sowas kann ich nicht, unwohl-fühl-MUIG. Und sowas mag ich auch nicht. Ich bin nicht so. Ich bin einfach zufrieden, solange keiner böse zu mir ist, bescheiden-MUIG.

OSCAR: Unsere Pebbles ist schon in Ordnung, so wie sie ist, bekräftigend-MUIG. Einer muss ja der Letzte in der Rangordnung sein. Aber zu unserer sanften Pebbles muss man halt auch sanft und lieb sein. Aber zukünftig nimmt Praline auch auf Pebbles mehr Rücksicht, nicht wahr, Praline?

PRALINE: Versprochen! Tut mir auch Leid, Pebbles, entschuldigend-MUIG. Ich hab' mir echt nix dabei gedacht.

DAISY: Das ist genau das Problem mit den jungen Dingern. Sie denken nicht. Dabei glauben sie, sie wissen und können alles besser und sind direkt in den Chefsessel hineingeboren, schnaub-MUIG. ABER NICHT MIT MIR!!!

JOYCE: Junge Junge, Daisy, du bist echt auf 180, beschwichtigend-MUIG. Dabei hast du doch Praline schon gründlich eingestampft. Was hatte sie denn eigentlich verbrochen?

OSCAR: Naja, der akute Anlass für Daisys Ausbruch war, dass Praline von einer Tischplatte zur nächsten lief. Und da, wo der Spalt zwischen beiden Tischen ist und man eigentlich rüberspringen muss, stand unten Daisy genau in dem Zwischenraum. Also hat sich Praline den Sprung gespart und ist einfach durchgelaufen, über Daisys Buckel hinweg als sei sie eine Brücke, Grinsen-unterdrück-MUIG.


Joyce

JOYCE: Kicher-MUIG, aber das kann doch nicht so schrecklich weh getan haben.

DAISY: Darum geht es nicht! Es ist RESPEKTLOS! Genau wie Futter aus dem Mäulchen klauen!

PRALINE: Wer konnte denn auch ahnen, dass du so an deinem Platz in der Rangordnung hängst, aufmüpfig-MUIG. Pebbles und Joyce haben ja auch nicht diskutiert.

DAISY: Die beiden sind viel zu lieb und bescheiden, dabei sind sie dreimal vernünftiger als du. Aber Chef in einer Gruppe wird nicht der größte Rüpel, sondern wer die größte Lebenserfahrung und dazu Führungsqualitäten hat und dazu gehört auch ein anständiges Sozialverhalten, belehr-MUIG.

OSCAR: Das stimmt schon alles, Daisy. Aber zu einem guten Sozialverhalten gehört auch, dass ein Fehlverhalten angemessen gerügt wird, aber auch nicht überdimensional. Und ich denke, Praline hat jetzt genug Schelte bekommen, vernünftig-MUIG. Sie zeigt ja in den letzten Tagen auch schon Einsicht und Besserung.

DAISY: Meinetwegen, vor-sich-hin-gnatsch-MUIG.

JOYCE: Weißt du, Praline, Daisy ist ein bisschen empfindlich, wenn man sie plötzlich von hinten schubst oder ihr ins Kreuz tritt, weil sie wegen ihrer Behinderung dann ein wenig desorientiert ist und das nicht sofort richtig einordnen kann, erklär-MUIG. Da reagiert sie dann manchmal ein bisschen über.

PEBBLES: Aber sie hat sich nach Toffees Abschied zu einer richtig guten Chefin entwickelt und hat alles prima im Griff, anerkennend-MUIG. Das solltest du auch akzeptieren.

PRALINE: Muss ich wohl, oder? Gegen ihr Kampfgewicht ist auch schwer anzukommen, grins-MUIG.


Daisy

DAISY: Ooooooh, du freches Ding, da geht es doch schon wieder los! Na warte!

OSCAR: Na na na, jetzt ist es aber mal gut, energisch-MUIG. Daisy, das hast du doch gar nicht nötig, dich von der kleinen Göre so provozieren zu lassen. Und Praline, von dir erwarte ich, dass du dich aktiv daran beteiligst, unser Zusammenleben hier friedlich zu gestalten. Daisy hat es dir doch erklärt.

PRALINE: Erklärt?? Sie hat mich durchs ganze Haus gejagt, aufgeregt-MUIG, von links nach rechts und rauf und runter bis sie mich in eine Ecke gedrängt und mir ein paar Härchen ausgerissen hatte.

JOYCE: Siehst du, das war eine ganz deutliche Ansage, klarstell-MUIG, aber weil Daisy ein sehr soziales Schweinchen ist, hat sie dich trotz ihres Zorns nicht gebissen, sondern nur ein bisschen gezaust.

PEBBLES: Eine Stufe darunter rangiert dann das Aufreiten, um klarzumachen, wer das Sagen hat.

PRALINE: Hat sie auch mit mir gemacht, resigniert-MUIG. Ganze zwei Tage lang immer wieder.

OSCAR: Genau, zustimmend-MUIG. So lange wie es brauchte bis du es verstanden hattest. Und inzwischen kennst du ja auch schon das nächstmildere Mittel der Disziplinierung, den Nasenstüber.

DAISY: Nicht mein Mittel der Wahl, da bin ich nicht mehr so treffsicher, seit ich das schiefe Köpfchen habe. Ich arbeite lieber mit Köpfchen hochreißen und beeindruckenden Drohgebärden, aufpluster-MUIG, und wenn das nicht reicht, dann gibt's eine gewaffelt.


Praline

PRALINE: Ich finde, im Moment bist du ein bisschen großzügig im Austeilen.

DAISY: Aber der Erfolg gibt mir Recht, zufrieden-MUIG. Ich stelle fest, dass du durchaus in der Lage bist durchs Haus zu fetzen ohne in einen von uns reinzubrettern. Deine soziale Kompetenz hat definitiv zugenommen seit ich dich in die Mangel genommen habe.

PRALINE: Immer muss alles geregelt und angepasst sein, nörgel-MUIG.

PEBBLES: Aber das ist doch gut, erstaunt-MUIG. Das gibt allen Sicherheit und jeder weiß, wo sein Platz ist und wie man miteinander umgeht. So gibt es keinen Stress, weil alle ganz entspannt sein können.

JOYCE: Ganz genau. Nur wenn alle sich an die Regeln halten, kann die ganze Gruppe friedlich zusammenleben. Und wir Meeris legen großen Wert auf unser ausgefeiltes soziales Gefüge, nachdrücklich-MUIG. Deshalb geben die erwachsenen Meeris ihr Wissen und ihre Sitten und Gebräuche auch an die jüngeren weiter.

OSCAR: Erziehung erschöpft sich ja nicht darin, den Babies zu zeigen, was man essen kann und was gefährlich oder ungefährlich ist, sondern auch, wie man sich als anständiges Meeri gegenüber seinen Mitschweinchen und gegenüber den Zweibeinern verhält.

DAISY: Oh, ein neues Reizthema, aufgreif-MUIG. Ich hab' mir sagen lassen, dass da auch noch einiges im Argen liegt, vielsagend-MUIG. Unser Pralinchen macht nämlich den Wochen-TÜV jedesmal zum Stresstest für die Mama Kerstin.

PRALINE: Ist doch gar nicht wahr, abstreit-MUIG.


Praline

DAISY: Oh doch, ich höre es doch immer. Du machst dich stocksteif, spannst jeden Muskel an, drehst und windest dich wie ein Aal und strampelst wie verrückt mit allen vier Füßen. Beim Zahncheck legst du den Rückwärtsgang ein und presst das Mäulchen zu und auf der Waage bleibst du auch nicht still sitzen, aufzähl-MUIG. Das gehört sich alles nicht!

PEBBLES: Aber Praline, so ist der TÜV doch auch für dich selbst viel schlimmer als er sein müsste, verständnislos-MUIG. Ich meine, keiner von uns mag den TÜV, aber je mehr man kooperiert, umso schneller und erträglicher ist das Ganze. Und bei mir kommt sogar noch die Reinigung meiner Schneidezähne dazu.

OSCAR: Schau mal, Praline, als du hier ankamst gab es überhaupt keine Probleme mit der Vergesellschaftung, erinner-MUIG. Keiner hier hat dich dumm angemacht und wir alle haben dich freundlich hier aufgenommen und waren sehr nachsichtig mit dir kleinem Ding. Das ging nur, weil wir hier alle gut sozialisiert sind und die Regeln kennen und einhalten.

JOYCE: Siehst du, Pralinchen, in einer Gruppe kommt immer wieder ein Tag, an dem einer von uns über die Regenbogenbrücke geht, melancholisch-MUIG. Und dann kommt ein neues Meeri in die Gruppe und nur, wenn alle Meeris die Signale der anderen verstehen und sich entsprechend verhalten, kann sich bei der Vergesellschaftung ein neues Meeri gut einfügen und die schon vorhandenen können ein gut sozialisiertes Meeri auch viel besser integrieren.

DAISY: Was Joyce meint ist, dass du eines Tages vielleicht nicht mehr die jüngste in der Gruppe bist, seufz-MUIG. Und nur das, was du selbst gelernt hast, kannst du dann auch an die weitergeben, die nach dir kommen.


Oscar & Pebbles

OSCAR: Deswegen hader nicht, Pralinchen, tröstend-MUIG. In der Jugend kommen einem Regeln vor wie ein Korsett, aber wenn man älter wird, erkennt man immer mehr ihren Sinn und dass nur die Tatsache, dass alle anderen diese Regeln auch einhalten, garantiert, dass wir nicht selbst ständig angerüpelt werden.

DAISY: Naja, es hängt halt auch alles vom individuellen Charakter ab. Joyce und Pebbles haben das sehr früh erkannt und sich schnell in die Gebräuche der Gruppe gefügt. Ich natürlich auch, selbstverständlich-MUIG. Aber bei Praline dauert die Reifung wohl etwas länger.

OSCAR: Na, das lassen wir jetzt mal unkommentiert.

PEBBLES: Ich finde es schön, dass wir hier so harmonisch leben und wir zum Beispiel gemeinsam einen Salatkopf essen können, ohne dass die Rangordnung eine Rolle spielt, erleichtert-MUIG.

OSCAR: Ach ja, gut, dass du das ansprichst, aufgreif-MUIG. Also, Praline, neben allen allgemeinen Regeln unter Meeris gilt in unserer Gruppe noch eine Spezialregelung, die es nur in unserer Gruppe gibt.

PRALINE: Ja?

OSCAR: Ja, streng-MUIG. Und wir beachten sie alle. Naja, außer dir bis jetzt. Diese Regel heißt "Pebbles wird nicht gedisst und alle nehmen Rücksicht auf sie!"

PRALINE: Echt? Pebbles hat eine Sonderregelung? Ja, jetzt wo du's sagst. Ist mir auch schon aufgefallen. Aber warum?


Praline

DAISY: Weil Pebbles das sanfteste, bescheidenste und friedfertigste Meeri ist, das man sich denken kann, zärtlich-MUIG. Sie beschwert sich nie, ist immer nett zu allen und wenn man auf ihr rumtrampelt, dann wehrt sie sich nicht und läuft nicht mal weg, sondern duckt sich und hofft, dass es vorbei geht. Sie ist einfach ein Schatz!

OSCAR: Unsere Pebbles ist ein bisschen schlicht und alles, was sie tut, tut sie ganz bedächtig, liebevoll-MUIG, und manchmal kriegt sie Dinge auch nicht so schnell mit, z.B. wenn das Buffet serviert wird.

JOYCE: Die Mama Kerstin hat schon überlegt, ob unsere liebe Pebbles vielleicht ein bisschen behindert ist, besorgt-MUIG, vielleicht wegen Inzucht. Die Kerstin passt zum Glück auch immer auf, dass Pebbles beim Essen nicht zu kurz kommt, obwohl sie sich ja sonst wie ein normales Meeri benimmt. Aber vielleicht ist sie auch einfach nur so verträumt, meine kleine Schwester.

OSCAR: Aber jedenfalls ist jeder von uns bei Pebbles ganz besonders nachsichtig, weil man ihr einfach nicht böse sein kann, beschützend-MUIG.


Oscar & Praline

PRALINE: Ist gut, Oscar, ich werd' mich dran halten. Ich mag Pebbles ja auch sehr.

OSCAR: Das ist schön, freu-MUIG. Weißt du, du hast unsere beiden zarten Mädchen Pebbles und Joyce schon in der Rangordnung überholt, obwohl du noch so jung bist. Aber die Rangordnung ist letztlich nur da, um Konflikte zu vermeiden, man lässt aber die rangniedrigeren Tiere seinen höheren Rang nicht dauernd spüren, erklär-MUIG. Es reicht, dass jeder Bescheid weiß, wo er steht. Das Zusammenleben ist friedlicher und schöner, wenn man mit seinem höheren Rang ganz gelassen und großzügig umgeht.

DAISY: Du hast doch bestimmt schon bemerkt, dass Oscar und ich auch nicht immer alles durchsetzen, ergänz-MUIG. Wenn zum Beispiel ein Kuschelplatz schon besetzt ist, dann vergibt sich auch das ranghöhere Tier nichts, wenn es mal zum nächsten Kuschelplatz weiter geht. Schließlich leben wir hier in einem ziemlichen Überfluss.

PEBBLES: Das ist total schön, wenn man so liebe Rudelchefs hat, die so entspannt sind. So muss ich nie Angst haben zu einem von euch hinzugehen oder gleichzeitig am gleichen Salatblatt abzubeißen, erleichtert-MUIG. Wir sind echt eine ganz tolle Gruppe.


Pebbles & Praline

PRALINE: OK, ich glaub', ich hab's jetzt verstanden. Ich werde mir ab jetzt ganz viel Mühe geben, damit ihr keinen Kummer mehr haben müsst wegen mir.

OSCAR: Das freut mich riesig, denn wir mögen dich total gerne und wir sind echt froh, dass du bei uns bist, weil du auch ganz viele tolle Eigenschaften hast, die unsere Gruppe bereichern, Kompliment-mach-MUIG. Und wir bemühen uns, dir das beste Beispiel vorzuleben, damit du alles leicht lernen kannst. 

DAISY: So, ein bisschen Gemüse wäre jetzt auch eine Bereicherung.

KERSTIN-ZWEIBEIN: Dann mach ich euch mal reich mit Bio-Gurke. Bitte sehr.

OSCAR: Danke, Mama Kerstin.

Also tschüss dann, mampf schmatz, bis zum nächsten Mal...

Folge verpasst??? Kein Problem!!! *HIER* geht's zu den vorherigen 

 Hier geht es zu den Henry&Co.-Folgen: **KLICK**


 

 


Oscar (Vor der Party ist viel zu tun)

OSCAR: Hallo Leute, hier ist wieder euer Oscar.

Heute geht es um ein ganz wichtiges Jubiläum, nämlich um ein 5-jähriges, bedeutungsvoll-MUIG. Das war allerdings schon letzten Samstag.

PRALINE: Da hatten wir aber keine Zeit für diese Folge hier, da haben wir nämlich gefeiert, schmatz-MUIG. Mann, war das eine leckere Party!

JOYCE: Praline hat Recht. Stellt euch vor, letzten Samstag war der fünfte Jahrestag von Henrys Rettung durch die Mama Kerstin, begeistert-MUIG, und damit auch der fünfte Jahrestag ihrer Meerschweinchenhaltung!


Pebbles (Alles muss geschnibbelt werden)

PEBBLES: Wir hatten also die Folge über Lilly rechtzeitig vorbereitet, damit ihr was zu lesen habt, stolz-MUIG, und dafür haben wir letzten Samstag in aller Ruhe das Jubiläum gefeiert. Und heute erzählen wir euch nochmal, wie damals alles begann.

DAISY: Schließlich kann man nie wissen, ob sich alle Leser noch erinnern, zweifelnd-MUIG. Und neue Leser haben ja vielleicht die alten Henry-Folgen gar nicht gelesen und fragen sich, warum unsere Kolumne überhaupt Henrys Vermächtnis heißt.

JOYCE: Also wer die Henry & Co. - Folgen noch nicht gelesen hat sollte das unbedingt nachholen, eindringlich-MUIG, da stehen viele schlaue Sachen drin.


Praline (Hey, Praline, jetzt noch nicht)

PRALINE: Ich finde es auch gut, nochmal was dazu zu hören, schließlich habt ihr zumindest alle noch Toffee gekannt, die als einzige von euch den Henry noch kannte, aber ich bin irgendwie eine total neue Generation, hin-und-her-gerissen-MUIG.

OSCAR: Die Mama Kerstin sagt, die Zeit mit uns Meeris ist vergangen wie im Flug. Und ihr ganzes Leben hat sich durch uns verändert. Natürlich ist alles viel schöner für sie geworden, selbstverständlich-MUIG.

DAISY: Am 18.01.2014 war es als die Mama Kerstin morgens die Hunderunde im Wäldchen hinter unserem Haus drehte. Es war ein eiskalter Wintertag, noch viel kälter als es im Moment ist, dabei ist es jetzt schon so kalt, frrrrrrr-fröstel-MUIG. Und die Nacht war noch viel kälter gewesen.

JOYCE: Der arme Henry und sein Kumpel waren am Abend zuvor einfach von ihren abscheulichen Zweibeinern ausgesetzt worden, angewidert-MUIG. Henrys Kumpel hat die Eiseskälte nicht überlebt und dass Henry nicht auch gestorben ist in dieser Nacht, ist ein reines Wunder.


Praline (Wozu schnibbeln, ich tät’s auch so essen)

PEBBLES: Die Mama Kerstin sagt, es sei Schicksal gewesen, ernsthaft-MUIG. Und sie sagt, "Wenn dir das Leben ein Meerschwein zuwirft, dann fang es auf und es wird dein Leben verändern."

PRALINE: Na, von auffangen kann ja wohl keine Rede sein, kicher-MUIG. Die Mama Kerstin musste ja wohl auf allen Vieren durch Laub und Hundehaufen kriechen, um den Henry zu fangen.

OSCAR: Aber als sie ihn hatte und den eiskalten kleinen Kerl in den Ausschnitt ihrer warmen Winterjacke steckte, war sie einfach nur glücklich und ihr Herz floss sofort über vor Liebe, dahinschmelz-MUIG. Sie wusste sofort, dass sie ihn nie wieder hergeben würde.

PEBBLES: Und dieses Glück haben wir letzten Samstag ausgiebig gefeiert, befriedigt-MUIG.


Daisy (Ruhe jetzt, schnibbel einfach)

JOYCE: Aber wir haben nicht nur gefeiert, sondern auch an Henrys armen Kumpel gedacht, der in dieser eiskalten Nacht sein Leben lassen musste, traurig-MUIG. Wir haben eine Kerze für ihn angezündet und an ihn und alle anderen Meeris gedacht, die einfach weggeworfen werden oder in so schlechter Haltung existieren müssen, dass sie sterben müssen oder nie ein glückliches Leben führen dürfen, bekümmert-MUIG.


Praline (In stillem Gedenken)

PRALINE: Wir haben eine Schweigeminute eingelegt und eine ganze Minute lang alle ganz still gesessen und auch nichts gegessen, stolz-MUIG.

DAISY: Und der Henry hat dann also nach seinem Einzug hier die große Aufgabe übernommen, der Kerstin alles über Meerschweinchen beizubringen. Und dabei haben sie eine Menge Abenteuer zusammen erlebt, schwärm-MUIG.

OSCAR: Ja, erstmal musste der arme Henry im Vogelkäfig zur Tierärztin, um sein verletztes Ohr zu behandeln, noch bevor die Mama Kerstin einen Meerikäfig kaufte. Gott sei Dank hatte er die eisige Nacht ohne größere Schäden überstanden, nicht mal einen Schnupfen hatte er, erleichtert-MUIG.


Joyce (Mann, das wird ein Fest)

DAISY: Dann haben er und die Mama Kerstin sich allmählich zusammengerauft. Erst hatte der Henry ziemliche Angst vor ihr, er kannte ja noch keine Zweibeiner, auf die man sich wirklich verlassen konnte. Aber allmählich wurde ihm klar, dass er diesmal ein endgültiges Zuhause gefunden hatte, gerührt-MUIG.

PEBBLES: Aber bei seinem ersten Auslauf hat er die Mama Kerstin ganz schön hinters Licht geführt, indem er sich im CD-Regal versteckte, grins-MUIG. Sie hat ihn ewig gesucht bis sie ihn endlich wieder gefunden hatte.

OSCAR: Als er endlich ein bisschen Gewicht zugenommen hatte, wurde er kastriert, Gesicht-verzieh-MUIG. Darauf hätte er auch verzichten können, aber es war halt nötig, damit ein nettes Mädchen bei ihm einziehen konnte. Alleine bleiben wollte er schließlich auch nicht.


Daisy (Ich kann auch kaum an mich halten)

PRALINE: Und dann zog Röschen ein, die arme Maus, die nie richtig gesund war und nur ein Jahr alt werden durfte, traurig-MUIG. So schrecklich ist das, wenn Vermehrer einfach nur Meeris produzieren, ohne darauf zu achten, dass die Elternteile zusammen passen und die Babies gesund sind.

JOYCE: Aber die Mama Kerstin hatte für beide ein Gehege zusammengeschreinert, damit die beiden darin mehr Platz haben sollten als in einem Kaufkäfig, anerkennend-MUIG. Und dieses Gehege hat sie im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut bis es am Schluss drei Etagen hatte.

PEBBLES: Und wir haben jetzt dieses schicke professionelle Haus nach genau den Bauplänen von der Mama Kerstin, freu-MUIG.

DAISY: Die Mama Kerstin musste schrecklich viel lernen und sich an eine ganze Menge Dinge gewöhnen, die mit der Meerihaltung verbunden sind. Die ewigen Unmengen an Müll zum Beispiel. Und die Wäscheberge, die ständig gewaschen werden müssen, der tägliche Hausputz bei uns, die Vorratshaltung von Salat und Gemüse und die ganz schön heftigen Kosten, aufzähl-MUIG.


Praline (Hmmm, Aperitiv-Fenchel)

JOYCE: Und die Vorurteile. Wir seien schwanzlose Ratten, musste sie sich anhören, Nase-rümpf-MUIG. Und viele haben sie belächelt, weil sie denken, Meerschweinchen seien nur Haustiere für Kinder, dabei ist unsere Haltung ganz schön anspruchsvoll.

OSCAR: Das war der Mama Kerstin auch nicht klar als sie sich entschlossen hat, den Henry zu behalten. Und irgendwann sagte der Henry zu ihr, es sei wichtig, dass alle Zweibeiner, die Meeris halten wollen, vorher wissen, worauf sie sich einlassen. Und die, die schon Meeris haben, sollten alles wissen, was man für die richtige Meerihaltung braucht. Deshalb wollte der Henry die Zweibeiner aufklären. Es sollte keinem Meeri mehr so ergehen wie ihm und seinem armen Kumpel oder wie Röschen, entschlossen-MUIG.


Oscar (Uff, fertig)

PRALINE: Und als er dann mit Clara, Toffee und Jane drei nette Mädels hatte war sein Redaktionsteam komplett und es konnte losgehen mit der Aufklärung und Wissensvermittlung, freu-MUIG.

DAISY: Aber erstmal musste aus der Vierergruppe ein echtes Team werden. Die Leser erinnern sich bestimmt noch an die dynamische Vergesellschaftung von Henry, Clara, Toffee und Jane, mutmaß-MUIG.

PRALINE: Ich finde es total romantisch, dass Henry dabei Toffee vor Clara beschützt hat, seufz-MUIG.

PEBBLES: Ja, Toffee und Henry, das war eine große Liebe, schmacht-MUIG. Aber der Henry war auch sonst immer ein Gentleman zu allen seinen Damen.


Pebbles (Endlich geht’s los mit der Party)

OSCAR: Wir Meeri-Böckchen sind ALLE Gentlemen zu unseren Damen, überzeugt-MUIG.

DAISY: Pah, von wegen. Es gibt echte Machos unter euch. Obwohl ich zugeben muss, dass du ganz passabel bist, gönnerhaft-MUIG. Und ihr seid wohl beide sehr gutmütig. Das ist ein netter Zug.

JOYCE: Ich finde es schon schön, dass du immer nett zu uns bist, froh-MUIG. Da musst du dem Henry schon ähnlich sein. Der hat auch nie seine Mädels bedrängt und genau wie du hat er ihnen oft den Vortritt gelassen, wenn es was Leckeres zu essen gab.

PRALINE: Die Mama Kerstin hat gesagt, der Henry habe später immer ein Lachen im Gesicht gehabt. Als er verstanden hatte, dass er jetzt ein sicheres und dauerhaftes Zuhause hatte, hat er sich völlig entspannt und konnte alle Ängste hinter sich lassen, freu-MUIG. Aber es hat ein ganzes Jahr gedauert.


Henry (unvergessen)

OSCAR: Aber dann war er ganz und gar angekommen und konnte sein wahres Ich zeigen und die Mama Kerstin sagte, es sei ein großes Geschenk für sie gewesen, dass der Henry so in sich ruhte und so viel Vertrauen hatte und so zufrieden wirkte, gerührt-MUIG.

DAISY: So wirkte Toffee aber auch, solange ich sie kannte

PRALINE: Aber wir sind doch alle zufrieden und ruhen in uns, erstaunt-MUIG.

OSCAR: Du schon, Praline. Du bist aber auch schwer zu beeindrucken und dass du ausgesetzt wurdest, scheint für dich nur ein nettes Abenteuer gewesen zu sein. Und Daisy hat nie was Böses erlebt. Aber Pebbles und Joyce haben in ihrer frühesten Jugend so schreckliche und lebensbedrohliche Umstände erlebt, dass man ihnen das bis heute anmerkt, bedauernd-MUIG. Und dabei sind sie schon über zwei Jahre hier.


Daisy (Maaaaaaaaahlzeit….)

DAISY: Der Henry war immer sehr betroffen, wenn er von Meeris in schlechter Haltung gehört hat und er wollte unbedingt etwas zum Besseren verändern. Darum musste die Mama Kerstin auch Mitglied bei SOS-Meerschweinchen werden und ihr erstes Patenschweinchen hat der Henry der Mama Kerstin höchstpersönlich ausgesucht, mitteil-MUIG.

JOYCE: Die Mama Kerstin konnte also gar nicht anders als den Henry und seine Damen bei der Kolumne zu unterstützen und so fing es an. Alles, was die Mama Kerstin gelernt hat, und alles, was sie und die Meeris erlebt haben, wurde in der Kolumne veröffentlicht, weil der Henry meinte, dass alle anderen frischgebackenen Meerihalter vor ungefähr den gleichen Problemen stehen, logisch-MUIG. Und im Interesse der Schweinchen sollten sie es leichter haben.

PEBBLES: Der Henry hat es zu seiner Lebensaufgabe gemacht, Wissen über Meeris weiterzugeben und er hat seine Damen auf diese Aufgabe eingeschworen und nun reichen wir hier den Staffelstab immer weiter, von Schweinchen zu Schweinchen, stolz-MUIG.

PRALINE: Ach das ist mit Vermächtnis gemeint, kapier-MUIG. Wir haben Henrys Aufgabe geerbt.


Joyce (Unfassbar, ich bin schon satt)

JOYCE: Richtig. So lange bis ALLES erzählt ist, was es über uns Meeris zu wissen gibt. Und das wird noch seeeeeehr lange dauern, vermut-MUIG.

DAISY: Hoffentlich dauert es nicht so lange bis die Mama Kerstin jetzt ein bisschen Gemüse bringt, hungrig-MUIG.

KERSTIN-ZWEIBEIN: Bin schon da. Das hab' ich schließlich auch vom Henry gelernt, dass Meeris am Ende jeder Folge einen Bärenhunger haben. Heute gibt's wieder Gurke.

OSCAR: Danke, Mama Kerstin.

Also tschüss dann, mampf schmatz, bis zum nächsten Mal...

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Ende des letzten Jahres und haben noch einige alte und/oder kranke Tiere ihren Weg zu uns gefunden und dürfen als Patentiere bei uns im Verein bleiben. Damit dies möglich ist, sind die süßen Schweineschnäuzchen noch eifrig auf der Suche nach lieben Patentanten und Patenonkeln, die sie ein wenig unterstützen. Na, vielleicht verliebt sich ja schon bald jemand hier in sein oder ihr neues Patenschweinchen?

Heute wollen wir gleich 6 unserer neuen Patenschweinchen vorstellen. Es grüßen Mimina, Phibie, Corinne, Leeann, Rosel und Wolly. Zu ihrem jeweiligen ganzen Profil auf der Patentierseite mit weiteren Bildern gelangt man mit einem Klick auf den Namen unter dem entsprechenden Foto. Dort gibt es auch einen Link zum Patenschaftsantrag für schockverliebte Neupatentanten und -onkel. Für die sechs Knuffels wäre es eine freudige Überraschung, wenn DU ihr neuer Pate/ -in wirst!laughing

 

Mimina

Mimina kam im November 2019 zusammen mit ihrem Partner zurück in den Verein, da in ihrem vorherigen Zuhause die Haltung schweren Herzens aus persönlichen Gründen beendet werden musste. Da sie bereits stolze 8,5 Jahre alt ist, wurde beschlossen, dass sie in ihrer Pflegestelle ein Für-immer-Zuhause bekommen sollte. Die taffe und charakterstarke Seniorin fügte sich, trotz früherer Probleme mit anderen Weibchen, sofort selbstbewusst in die Gruppe ein und versteht sich blendend mit ihren Mitschweinchen. Für ihr hohes Alter ist die süße Omi Mimina sehr fit und vital, sie benötigt lediglich einige unterstützende Medikamente.

 

Phibie

Die hübsche Phibie kam im Dezember zusammen mit ihrer Gruppe, unter anderem Patendame Rosel, die später im Beitrag vorgestellt wird, zu SOS-Meerschweinchen, da  die Haltung im vorherigen Zuhause leider schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen beendet werden musste. Da Phibie mit ihren 9 Jahren ebenfalls eine Seniorin hohen Alters ist, darf auch sie ihren Ruhestand bei SOS verbringen. Sie lebt in einer kleinen Gruppe zusammen mit Patenschweinchen Yukiko, mit der sie sich inzwischen, nach einer gewissen Gewöhnungsphase recht gut versteht. Ihre Pflegemama hat die kleine Charmeurin natürlich in Rekordzeit um ihre Pfötchen gewickelt. Auch Phibie ist für ihr hohes Alter noch sehr rüstig, ihre Arthrose in den Hinterbeinen ist durch Medikamente sehr gut im Griff. Im Januar wurden bei der süßen Maus leider zwei verkalkte Tumore am Hals, sowie ein Weichteiltumor diagnostiziert. Auch davon lässt sich die tapfere entspannte Rentnerin nicht unterkriegen.

 

Corinne

Peruanerdame Corinne kam im Alter von ca. 5,5 Jahren schweren Herzens aus persönlichen Gründen Ende November zurück in den Verein. In der Vermittlungsgruppe fühlte sie sich nicht richtig wohl und zog sich stets zurück. Sehr bald fiel ihrer Pflegemama auf, dass Corinne Schwierigkeiten beim Laufen hatte. Bevor dies tierärztlich abgeklärt werden konnte, zog sie plötzlich ihre Hinterbeine nach und robbte durchs Gehege. Die schnellstmöglich durchgeführte Diagnostik zeigte Spondylosen der Lendenwirbelsäule, die auch auf den Nervenkanal drücken, Osteopenie, sowie starke Arthrosen in den Sprunggelenken sowie in den Knien. Außerdem wurde beidseitiger grauer Star festgestellt, was leider Corinnes Sehkraft einschränkt. Sie bekommt eine Vielzahl an Medikamenten für ihre diversen Baustellen und ist so ein munteres zufriedenes Schweinchen. Von ihrer neuen Gruppe wurde sie sehr liebevoll aufgenommen und nimmt gerne Leckerlis aus der Hand.

 

Leeann

Die fast 6 Jahre alte Leeann wurde im November im Verein abgegeben, da sie als Letzte ihrer Gruppe übrig geblieben war und selbstverständlich nicht alleine bleiben sollte. Neben ihrem erblindeten linken Auge brachte sie eine Reihe gesundheitlicher Probleme mit. Sowohl in den Hüftgelenken wie auch in den Kniegelenken hat Leeann Arthrose, dazu noch eine Skoliose der Brustwirbelsäule und einen schmerzhaften Ballenabszess am linken Fuß, der bereits den Knochen angegriffen hatte. Trotz dieser Handicaps ist die Maus ein sehr sonniges Schweinchen, das die Aufmerksamkeit genießt, Leckerlies liebt und sogar die Blutegeltherapie geduldig mitmacht.

 

Rosel

Die hübsche Rexdame Rosel kam zusammen mit Patenschweinchen Phibie und allen anderen Schweinchen ihrer Gruppe in den Verein, da die Haltung aus gesundheitlichen Problemen leider aufgegeben werden musste. Rosel musste in ihrem früheren Zuhause bereits an der Blase operiert werden und ihre Blasenprobleme setzen sich leider fort. Die tapfere Rosel kämpft derzeit gegen eine hartnäckige, schmerzhafte, bakterielle Entzündung, massiven Blasengries und Verdickungen an der Blasenwand, die wahrscheinlich von Fäden aus der früheren Blasen-OP stammen. Rosel macht alle Behandlungen vorbildlich mit und fühlt sich in ihrer Gruppe wohl und geborgen. Für Leckerlis steht die kleine Fellnase sofort auf der Matte und hat sich schon fest in das Herz ihrer Pflegemama geschweindelt.

 

Wolly

Wuschelschweinchen Wolly kam im November zu SOS Meerschweinchen, da in seinem vorigen Zuhause die Haltung beendet werden sollte. Da er stets in Böckchengruppen gelebt hatte, verstand er sich sehr gut mit seinem Partner im Vermittlungsgehege und meisterte auch seine Kastration vorbildlich. Nach der Kastrationsquarantäne zeigte Wolly seine Qualitäten als Haremswächter, allerdings fiel in dieser Zeit auf, dass mit Wollys Atmung etwas nicht stimmte. Beim Tierarzt wurde daraufhin eine Herzschwäche diagnostiziert, die sich mit einer stark erhöhten Herzfrequenz und Wassereinlagerungen in der Lunge bemerkbar macht. Sofortige Entwässerung brachte dem kleinen Mann umgehend Erleichterung, das Kontrollröntgenbild zeigte deutliche Verbesserungen seines Zustandes. Dennoch ist Wolly lebenslang auf Herzmedikation angewiesen. Bärchen Wolly ist trotz seines Herzchens ein lebensfrohes munteres Meeriböckchen, das sein Leben zusammen mit Patenschweinchen Jolina und einem weiteren Weibchen genießt und die Damen bezirzt.

Jede dieser goldigen Fellnäschen ist auf der Suche nach neuen bzw. weiteren Patentanten und Patenonkeln, die ein paar Taler für Medikamente, Gurken und "was Schwein sonst so braucht", übrig haben und bedankt sich von ganzem Herzen und vielen begeisterten Muigs für die Unterstützung!

 Warum nicht ins neue Jahr mit einem neuen Patenschweinchen starten?  Vielleicht bist DU ja bald unser neuer Pate, na? MuigMuig?


 

Leider hat das Jahr 2020 nicht für alle Zwei- und Vierbeiner einen guten Start parat gelegt. Für Viele beginnt das Jahr mit neuen Gedanken und guten Vorsätzen, für andere bringt es leider erst einmal Traurigkeit ins Haus. So verabschieden wir uns an dieser Stelle von unserer Patenoma Cheesecake, die am 07. Januar 2020 für immer ihre schönen kleinen Äuglein schloss.

Cheesecake hatte, seit sie am 09.01.2019 zu uns in den Verein kam nur Freude in die vier Wände ihrer beiden Pflegemütter gebracht. Zuerst bei ihrer Vermittlungsstelle in Mannheim, nachdem sie mit 6,5 Jahren als letzte ihrer Gruppe wegen Haltungsaufgabe abgegeben wurde. Beim ersten TÜV in der Pflegestelle wurden neben schuppiger Haut, lichtem Harr, Eierstockzysten und einer Vorstufe zu einem Ballenabszess auch eine beginnende Arthrose in den Hinterläufen diagnostiziert. Sie schien aus der Vergangenheit auch eine Art Trauma mitgenommen zu haben, da ihre Hüftknochen sehr auffällig tastbar waren. Doch Cheesy schien das wenig zu stören. Sie lief bzw. stockelte schon kurz nach Ankunft freudig durch ihr neues Gehege. Mit diesen Auffälligkeiten und der Hintergrundinformation, dass sie schon auf die 7 Jahre zugegangen ist, war es klar, dass das zottelige Langhaarschwein als Patentier bei uns im Verein bleiben würde.

Und so zog die kleine Maus kurzerhand in ihre Patenstelle. Nein, wobei Moment... kurzerhand war das nicht. Cheesecake war nämlich nicht so wirklich für einen Umzug und pieselte und "kackelte" sich noch am Tag des geplanten Umzugs ein. So wurde der Umzug verschoben und die kleine Maus gesund gepflegt. Eine "kurzerhand später" musste sie dann aber auch in den sauren Apfel beißen und zog in ihren Altersruhesitz zu einer quirligen Truppe bestehend aus einem Bock und zwei schon deutlich jüngeren Damen. Cheesecake wusste sich aber gut durchzusetzen und ihren Platz im Gehege zu behaupten. Wenig später zog dann auch Patenopi Ernie (leider im November 2019 verstorben) zur Unterstützung der Rentner-Front ein und die beiden bildeten ein tolles Team.

Im Sommer 2019 ging es ihr nicht so gut. Trotz der „schicken“ sommerlichen Kurzhaarfrisur hatte sie starke Probleme damit sich wohlfühlen zu können. Sie war appetitlos, konnte sich kaum bewegen und es schien ihr alles weh zu tun. Zu dieser Zeit hatte sie viel an Schmerzmitteln schlucken müssen. Als Cheesy bemerkte, dass ihr die Schmerzmittel halfen, nahm sie ihre Medikamente gerne von sich aus direkt aus der Spritze. Als die Tage kürzer und kühler wurden merkten wir dann aber schnell, dass sie gar keine Schmerzmittel mehr brauchte. Von daher waren wir froh, diese erst einmal wieder langsam heruntersetzen zu können.
 
Leider stellte sich in diesem Sommer auch heraus, dass sie Probleme mit der Atmung bekam und sie Wassereinlagerungen in der Lunge hatte. Mit Entwässerungstabletten behandelt, verbesserte das sich Gott sei Dank wieder. Diese bekam sie bis zum Schluss. Ein Kontrollröntgenbild sollte noch Anfang 2020 Cheesys Herz und Lunge überprüfen. Doch soweit kam es dann leider nicht mehr. Am ersten Januar-Wochenende 2020 verschlechterte sich Cheesys Allgemeinzustand. Am darauffolgenden Montag wurde umgehend ein Tierarzttermin ausgemacht. Doch in der Nacht auf den 7. Januar verschlechterte sich ihr Zustand weiterhin. Da die Gefahr der Erstickung bestand, ging ihre Pflegemama in den frühen Morgenstunden den schweren Weg in die Tierklinik, um ihr eine sanftere Erlösung zu ermöglichen. Cheesecake durfte stolze 7,5 Jahre alt werden.
 
 
Cheesecake, du wirst uns unglaublich fehlen. Ein ganzes Jahr warst du nun bei uns und hast uns und deine Mitbewohner an deiner Lebensfreude teilhaben lassen. Du warst selbstbewusst und gleichzeitig gefühlvoll. Du warst und bist ein Stern in unserem Herzen. Wir werden dich nie vergessen. Danke!
 

Wenn ihr mich sucht,
sucht mich in euren Herzen.
Habe ich dort eine Bleibe gefunden,
werde ich immer bei euch sein.

Rainer Maria Rilke 

 
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