Milky kam im April 2017 das erste Mal zu uns in den Verein, da die Haltung schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen beendet werden musste. Der hübsche Schweinemann freute sich über mehrere Anfragen und durfte dann im Juni desselben Jahres zusammen mit zwei seiner Freundinnen aus der Pflegestelle in ein eigens für sie gebautes Gehege ziehen.
Im September 2018 wurde die Betreuung der Tiere den Haltern zu viel, und so kamen die drei Schweinchen wieder in den Verein zurück.
 
Milky wurde zunächst wieder in unserem Vermittlungsbereich der Homepage vorstellig, da er zu diesem Zeitpunkt aber bereits auf seinen 6. Geburtstag zuging, blieben diesmal die Anfragen für ihn aus. In den darauffolgenden Wochen kam die schwer kranke Vivet in jämmerlichstem Zustand zu uns in den Verein, in Milky´s Pflegestelle. Vivet war, unter einigen anderen Baustellen, eine Herzpatientin, die viel Ruhe benötigte. Milky war schon immer ein sehr sanfter Bock, von sensiblem Gemüt und somit zusammen mit Patenschweinchen Mina ein wunderbarer Partner für Vivet. Bei Milky hatten sich in der Zeit zuvor Tumore gebildet, die wohl gutartig waren, aber anwuchsen und somit unter Beobachtung bleiben sollten. Das Dreiergespann passte wunderbar zusammen, und so wechselte Milky kurzerhand in die Patentierabteilung und blieb bei seiner Pflegemama in Au am Rhein.
 
Im Februar 2019 viel auf, dass Milky beim Luftholen deutlich mehr pumpte als normal, beim Tierarzt wurde ein vergrössertes Herz diagnostiziert. So wurde Milky also auf eine Herzmedikation eingestellt.
Er blühte wieder mehr auf, wurde aktiver, bebrommselte wieder seine Damen, es ging ihm deutlich besser.
 
Der nächste gesundheitliche Einschnitt erfolgte im April diesen Jahres, Milky verweigerte das Fressen und hatte Durchfall. Es war ihm einer der oberen Schneidezähne abgebrochen, da der Rest des Zahns wackelte wurde er tierärztlich entfernt. Milky bekam diverse Medikamente wie Schmerzmittel, Antibiotika und Homöopatika zur Unterstützung. 
Drei Tage später wackelte auch der andere obere Schneidezahn, sowie auch einer der unteren Schneidezähne.
Dieses Krankheitsbild tritt sonst am ehesten durch ein Trauma, eine wüste Beisserei oder Mangelernährung auf, diese drei Dinge konnten allerdings bei Milky ausgeschlossen werden, so verblieben wir ratlos woher diese Zahnproblematik auf einmal kam. Milky war ein grosser "Häuschen-Annager" evtl. ist es auch daher passiert.
 
Das Fressen hatte Milky inzwischen komplett eingestellt und wurde intensiv gepflegt mit Voll-Päppeln. Die Hoffnung war, dass er, sobald seine Zähne nachgewachsen waren, wieder ins Fressen kam. Leider wurde mit der Zeit deutlich, dass seine oberen Schneidezähne nicht gesund nachwuchsen, sie hatten Riefen und waren von schlechter Konsistenz. Der untere Schneidezahn wackelte immer mehr, und es war zu erwarten, dass er ebenfalls bald ausfallen würde.
Das Problem bei den Kleinen ist ja, dass wenn einmal ein Zahnproblem auftritt, dies meist weitere nach sich zieht. Durch das Nicht-Alleine-Fressen, bekam der Bub natürlich Spitzen und eine beginnende Brückenbildung im hinteren Zahnbereich. Dies wurde korrigiert, das überstand der liebe Schatz sehr gut, und er bemühte sich tapfer ein paar Grashalme zu futtern.
In der gesamten Zeit versuchte Milky immer wieder zu fressen und mampfte auch tapfer einige Heuhalme usw. aber letztlich kam er einfach nicht richtig ins Fressen zurück.
 
Dazu kam dann Ende April noch ein Leberproblem. Milky wurde medikamentös abgedeckt. Der untere Schneidezahn festigte sich wider Erwarten wieder etwas, aber die schlechte Zahnproblematik blieb, Milky mochte noch immer nicht wirklich fressen.
An der Wurzel des rechten Schneidezahns bildete sich ein Abszess, der tierärztlich zusammen mit dem Zahn in Inhalationsnarkose entfernt wurde. Die OP verlief komplikationslos und die Backenzähne des Buben sahen sehr gut aus. Durch ein Röntgenbild wurde sich vergewissert: der Kieferknochen sah gut aus, hier war alles in Ordnung, und keine Ursache des Problems zu finden.
Dies wurde als letzte Chance wahrgenommen, um Milky zurück in ein gesundes Leben zu verhelfen.
 
Traurigsterweise kam es anders, Milky baute schnell ab, seine Lebensfreude verging, er wollte nicht mehr. Um ihm weiteres Leid und ein Siechen zu ersparen, wurde er dann sanft erlöst. Wir sind untröstlich, so sehr hätten wir uns gewünscht, dass sich alles zum Guten wendet. Der wunderschöne Bub mit der grossen Sanftmut wird unendlich fehlen.
 
Dennoch durfte Milky ein stolzes Alter erreichen, er wurde knapp 7,5 Jahre alt.
 
 
"Niemand ist fort, den man liebt. Liebe ist ewige Gegenwart."
Stefan Zweig
 
Lass dich auf den immergrünen Wiesen verwöhnen, kleiner tapferer Bub!

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