Etwas verspätet nehmen wir heute Abschied von Patenschweinchen Fiola. Fiola kam das erste Mal im April 2013 mit ihrer ganzen Gruppe zu uns in den Verein. Die Halterin war überfordert; und so gab sie sie bei uns ab. Es dauerte nicht lange bis die bildschöne Fiola ihr neues Zuhause fand, sie zog in eine tolle Vierergruppe und nannte fortan ein wunderschönes Gehege ihr Eigen. Fiola lebte sich prima ein und kam gleich gut mit ihren neuen Freunden zurecht.
Wie das Schicksal manchmal so spielt, musste Fiola allerschwersten Herzens aus gesundheitlichen Gründen im August 2016 wieder zu uns zurückkommen, aber ihre Halterin begleitete die Maus weiterhin lebenslang.
 
Fiola war ein Satin-Mix Schweinchen und in der Zwischenzeit nach ihrer Vermittlung haben wir als Verein beschlossen, Satin-Tiere generell als Patenschweinchen bei uns im Verein zu belassen. Satin-Tiere erkranken fast immer an der gefürchteten OD, einer Stoffwechselerkrankung der Knochen, die schrecklicherweise nicht heilbar ist und immer tödlich verläuft, da sich die Knochen auflösen.
So verstärkte Fiola also fortan die Patentierabteilung. Gleich nach Ankunft wurde sie geröngt und glücklicherweise festgestellt, dass sie völlig gesund war. Auch in ihrer Patengruppe lebte sie sich gut ein und fühlte sich wohl. Fiola war schon immer sehr selbstbewusst, ohne dominant zu sein, und wusste genau was sie wollte und was nicht.
Im September 2018 wurde ihr ein Knubbel entfernt, der sich am Unterbauch gebildet hatte. Den Eingriff überstand sie ohne Probleme, der Laborbefund des Knubbels war leider alles andere als schön: es handelte sich um ein malines Adenokarzinom. Jedoch war es wohl rechtzeitig entfernt worden.
 
Im April 2019 wurde die Maus von einer Zyste geplagt, hier wurde dann auch gleich behandelt, insgesamt war der Maus das Alter langsam anzumerken. Sie lief schlechter, sie hatte altersbedingte Arthrose bekommen. Ihrem Appetit schadete das alles aber nicht, sie frass gut und war auch immer sehr für ein Leckerchen zu haben, das sie auch gerne mit Nachdruck einforderte. Selbstverständlich wurde sie medikamentös eingestellt, sie sollte keine Schmerzen haben müssen.
 
Anfang Juni verletzte sich die Maus am Auge, auch hier wurde gleich behandelt und die Verletzung heilte gut ab. Das mehrmalige Tropfen und Salben am Tag nahm die Prinzessin, wie sie von ihrer Pflegemama liebevoll genannt wurde, -unter einer Bestechung von den heissgeliebten Erbsenflocken - gelassen hin. Die Verletzung verheilte vollständig, der Augendruck war jedoch etwas erhöht, hierfür bekam Fiola Augentropfen und das Auge wurde fortan in regelmässigen Abständen kontrolliert.
 
Insgesamt kamen im Jahresverlauf weitere Alterserscheinungen hinzu. Beispielsweise wurden ihr Füsschen ein wenig rot und mussten gepflegt werden, dies wie auch eine immer mal etwas schwächere Verdauung zwischendurch hängt oft im Zusammenhang mit fortgeschrittener Arthrose. Die Tiere bewegen sich einfach nicht mehr so viel, die Füsse werden schonbelastet etc. Fiola alterte allerdings mit grosser Würde, sie gab sich nicht auf, war im Gegenteil doch oft auch sehr energisch wenn die Pflegemama nicht gleich mit dem geliebten Päppelbrei zum Zufüttern um das Gewicht zu halten oder den geliebten Erbsenflocken bereit stand.
 
Zum Jahresanfang begann Fiola schon deutlich abzubauen, hatte aber immer noch als Erste das Näschen zum Betteln in der Luft. Ende Januar war sie in den Hinterbeinchen komplett steif, und kam alleine nicht mehr hoch. Letztlich fiel es ihr auch mit den Vorderbeinen schwerer. Am ersten Februar verweigerte sie zunächst das Fressen, sogar ihre Leibspeisen. Später hatte sie enormen Durchfall, ihre Pflegemama machte sie sauber und bot ihr erneut allerlei Gemüse an, dieses nahm sie dann gerne zu sich. Auch in der Nacht sah die Pflegemama nach Fiola, am nächsten Morgen war der Durchfall wieder sehr schlimm. Sie kam jetzt auch mit den Vorderbeinchen nicht mehr hoch, die Kraft fehlte. Auch ihr Blick war müde geworden. So nahm die Pflegemama Fiola schwersten Herzens zum Tierarzt-Notdienst der eigenen Praxis. Hier entschied sie dann zusammen mit der Tierärztin, die liebe Maus gehen zu lassen, denn es bestand keine Hoffnung auf gute Tage für sie mehr. Die charakterstarke Maus sollte nicht leiden müssen, und so durfte sie gehen wie sie gelebt hatte, in Würde bis zum Schluss.
 
Fiola wurde stolze 7 Jahre alt. Wir sind von ganzem Herzen traurig über diesen Verlust, Fiola war eine so liebe Maus, eine grosse und charakterfeste Dame. Mit ihrer ganzen liebreizenden Art wird sie unendlich fehlen.
 
Ihre Pflegemama möchte Fiola noch folgende liebende Worte mit auf den Weg geben:
 
Meine liebe kleine Prinzessin Fi,
 
vom Tag Deines Einzuges hast Du ganz klar gemacht, wer hier das Sagen hat und energisch Dein kleines Zepter geschwungen. Nachdrücklich, aber auch liebevoll hast Du das auch Deinen Mitschweinchen erklärt. Deinen eigenen kleinen Sturkopf wusstest Du ganz genau durchzusetzen. Nach Deiner schweren Tumor-OP bekam ich schon recht bald einen Anruf aus der Praxis: „Hier robbt und kugelt ein Schweinchen rum, dass es nicht erwarten kann, abgeholt zu werden“   Das warst so eindeutig Du! Von nichts und niemandem wolltest Du Dich aufhalten lassen.
 
Selbst als es Dir so schlecht ging, wolltest Du nicht aufgeben und hast so hart gekämpft. Dein kleines Köpfchen war noch nicht bereit zu gehen und wollte es nicht wahrhaben, dass der Körper nicht mehr konnte.
 
Nun hab es wohl meine kleine Prinzessin und regiere weise und liebevoll auf der immergrünen Wiese!
 
 
 
 
 
 „Hast du Angst vor dem Tod?“ fragte der kleine Prinz die Rose.
 
Darauf antwortete sie: „Aber nein, ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt, so viel ich konnte.
 
Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der gegeben.
 
So will ich warten auf mein neues Leben und ohne Angst und Verzagen verblühen.“
 
Antoine de Saint-Exupéry
 
Leb wohl, kleine tapfere Prinzessin Fiola und lass es dir dort drüben gut gehen!
 

 
 
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