Erinnert ihr euch noch an Baggy, den kleinen Meeribuben, der vor einem halben Jahr total verwahrlost, vermilbt und ausgehungert von lieben Menschen in einer Tüte aufgefunden und ins Tierheim Heppenheim gebracht worden ist? Seine Geschichte könnt Ihr *hier*nachlesen. Nach einigen Monaten liebevoller Pflege durch seine Pflegemama und durch die dicke Freundschaft mit seinem Kumpel Finley ist aus dem kleinen verhuschten Zottelchen ein wunderschöner Prachtbub geworden!


 

In letzter Zeit haben wieder einge alte und/oder kranke Tiere ihren Weg zu uns gefunden und dürfen als Patentiere bei uns im Verein bleiben. Damit dies möglich ist, sind die süßen Schweineschnäuzchen noch eifrig auf der Suche nach lieben Patentanten und Patenonkeln, die sie ein wenig unterstützen. Na, vielleicht verliebt sich ja schon bald jemand hier in sein oder ihr neues Patenschweinchen?

Heute wollen wir fünf unserer neuen Patenschweinchen vorstellen. Es grüßen Carlina, Mystic, Poco, Korbinian und Rico. Zu ihrem jeweiligen ganzen Profil auf der Patentierseite mit weiteren Bildern gelangt man mit einem Klick auf den Namen unter dem entsprechenden Foto. Dort gibt es auch einen Link zum Patenschaftsantrag für schockverliebte Neupatentanten und -onkel. Für die fünf Knuffels wäre es eine freudige Überraschung, wenn DU ihr neuer Pate/ -in wirst!laughing

 

Carlina

Die süße Carlina kam im März 2020 zusammen mit zwei anderen Weibchen in den Verein, da die Haltung in ihrem bisherigen Zuhause aus persönlichen Gründen leider beendet werden musste. Da Carlina zu diesem Zeitpunkt bereits 7 Jahre alt war, darf sie natürlich ihren Lebensabend in einer Patenpflegestelle verbringen. Man merkt der süßen Maus ihr hohes Alter aber überhaupt nicht an, sie fühlt sich in ihrer Gruppe mit 3 anderen Schweinchen "sauwohl", ist stets munter im Gehege unterwegs und glänzt durch einen gesegneten Appetit.

 

Mystic

Die hübsche Mystic ist mit ihren fast 7 Jahren ebenfalls eine kleine Rentnerin, die im März 2020 bei SOS abgegeben wurde, da sie als letztes Schweinchen einer Gruppe natürlich nicht alleine bleiben sollte und die Haltung aus persönlichen Gründen beendet werden musste. In ihrer Patenpflegestelle erhielt sie sehr schnell den Beinamen "Frau Vorwitz-Naseweis", da sie sich ihr Alter überhaupt nicht anmerken lässt und jederzeit lautstark Futter und Leckerlies einfordernd an vorderster Front steht. Mystic genießt ihr Leben im Altersruhesitz in vollen Zügen.

 

Poco

Das süße Rosettenböckchen Poco kam ebenfalls im März 2020 in den Verein, da sein Partner verstorben war und die Haltung aus persönlichen Gründen beendet wurde. In der Pflegestelle fielen seine übergroßen unteren Schneidezähne auf, die einer tierärztlichen Abklärung bedurften. Der Tierarztbesuch ergab die Diagnose zweier angehender Mammutzähne, die in Zukunft Probleme machen könnten sowie einer angehenden Brückenbildung an den hinteren rechten Backenzähnen. Pocos Zahnstatus muss lebenslang engmaschig überwacht werden, weshalb der kleine Bub als Patenschweinchen bei SOS bleiben darf. Kurz vor seinem Umzug in sein endgültiges Zuhause im Mai brach sich Poco eine Zehe, die Bruchstelle entzündete sich leider trotz guter Pflege, ist nun aber nach Antibiose gut abgeheilt. Allerdings fing der kleine Mann Mitte Mai an abzunehmen, einer seiner Mammutzähne machte Probleme, das Zahnfleisch war entzündet. Nach CT-Aufnahmen seiner Zähne war klar, dass der störende Zahn gezogen werden muss, was eilends in einer sehr kostenintensiven Operation gemacht wurde. Der tapfere kleine Poco kämpft jederzeit mit ungebrochenem Lebnsmut, frisst selbstständig sein kleingeraspeltes Gemüse und nimmt den zugefütterten Brei gerne an.

 

Korbinian

Teddyböckchen Korbinian wurde bereits im Februar 2019 zusammen mit seinem Kumpel bei SOS aus gesundheitlichen Gründen abgegeben. Der hübsche Bub musste lange auf ein neues Zuhause warten, er bekam zwar einige Anfragen, aber leider keine Passende. Im August 2019 wurde Korbinian in ein schönes Zuhause vermittelt, jedoch scheiterte die Vergesellschaftung und so kam der kleine Mann wieder zurück zu seiner Pflegemama. Zusätzlich zu seinem kleinen Handicap der vergrößerten Perinealtasche, bei deren Leerung er Hilfe benötigt, hatte Korbinian am Ostersonntag 2020 einen Zusammenbruch, der weitere gesundheitliche Probleme aufzeigte. Daher war klar, dass der süße Teddybub verpatet wird und für immer bei seiner Pflegemama und seinen beiden Mädels, die er rührend umsorgt, bleiben darf. Die Diagnostik ergab mäßige Herzinsuffizienz, Arthrose in seinen Knien, den Hüftgelenken und der Lendenwirbelsäule, sowie eine Zubildung im Brustkorb im Bereich der Thymusdrüse, die vermutlich tumorös ist, sich inzwischen aber etwas zurückgebildet hat. Korbinian erhält unterstützende Medikamente für Herz, Gelenke und seinen Allgemeinzustand. Der kleine Bub freut sich seines Lebens und merkt selbst nicht viel von seinen Handicaps.

 

Rico

Der sechsjährige Rico kam im April 2020 zu SOS, da seine Partnerin verstorben war und die Haltung aus persönlichen Gründen beendet werden musste. Es war bereits bekannt, dass der kleine Bub eine sehr schlechte und poröse Zahnsubstanz hat. Zudem neigen seine Backenzähne zur Brückenbildung und Rico hat immer mal wieder Atemgeräusche unbekannten Ursprungs, die natürlich tierärztlich abgeklärt wurden. Als "Zahnschweinchen" muss Ricos Zahnstatus engmaschig überwacht werden, weshalb er als Patenschweinchen im Verein bleiben darf. In seiner Pflegestelle fühlt er sich in der Gruppe mit den beiden anderen Patenschweinchen Radieschen und Yentl rundum wohl und lebt ein beschwerdefreies Schweinchenleben.

 Jedes dieser goldigen Fellnäschen ist auf der Suche nach neuen bzw. weiteren Patentanten und Patenonkeln, die ein paar Taler für Medikamente, Gurken und "was Schwein sonst so braucht", übrig haben und bedankt sich von ganzem Herzen und vielen begeisterten Muigs für die Unterstützung!

  Vielleicht bist DU ja bald unser neuer Pate, na? MuigMuig?


 

Hallo ihr Zweibeiner da draußen,

ich bin die Mrs Marple und werde im September 6 Jahre alt. Da das doch schon ein stolzes Alter für eine Meerschweinchendame ist, ich eine Ballenproblematik an den Vorderfüßen und im Hüft- und Kniegelenk Arthrose habe, darf ich im Verein bleiben. Ende März packte ich also meinen Köfferchen und zog zu meinen neuen Freunden Severin und Roberta in die Pflegestelle nach Karlsruhe. 

Ach, das Leben hätte so schön sein können. Mit Severin und Roberta verstand ich mich auf Anhieb und ich hatte eine tolle Woche hier. Doch dann bemerkte mein Pflege-Zweibein, dass ich wohl eine Blasenentzündung habe. Pieseln tat furchtbar weh und mein ganzer Bauch war nass. Ich wollte außer zum Futtern gar nicht mehr aus meinem Häuschen kommen.

Beim Tierarzt bestätigte sich der Verdacht der Blasenentzündung. Außerdem waren auf dem Röntgenbild kleine Zysten an meinen Eierstöcken zu erkennen und meine Gebärmutter war auch verändert.

Aber zuerst sollten die Schmerzen beim Pipi-Machen bekämpft werden. Leider vertrug ich das Antibiotikum nicht und es bildete sich auch noch ein Pilz. Kaum war das AB abgesetzt kam die Entzündung wieder. Ich bin wirklich ein armes Schweinchen. Also begann ein wahrer Ärztemarathon, bis wir genau wussten. was los ist. Ständig wurde ich in eine kleine Kiste gepackt und durch die Gegend gefahren, immerhin gab es dort ganz viel Leckeres zum Knabbern.
Die Behandlung der Blasenentzündung geht noch drei Wochen. Das sind wirklich hartnäckige Bakterien. Dann geht es wieder zum Tierarzt. Dort müssen mein Urin, die Zysten und die Gebärmutter kontrolliert werden. Bestimmt wird dafür wieder mein Bauch rasiert. Zum Glück ist ja bald Sommer, dann friere ich ohne die Haare nicht.

Meine Pflegetante sagt, dass ich eine ganz liebe und tapfere Meerschweinchendame bin, die sich trotz dieser stressigen Wochen nie aufgegeben hat. Mir geht es schon viel besser und ich habe mich hier gut eingelebt. Jetzt wird das Leben doch noch schön.
 

Drückt mir also alle ganz ganz fest die Daumen, dass beim nächsten Tierarztbesuch alles in Ordnung ist und ich meinen Lebensabend mit Severin und Roberta genießen kann. Wenn da draußen jemand ist, der mich neben dem Daumendrücken zusätzlich unterstützen möchte, freue ich mich riesig über einen Patenonkel oder eine Patentante. 

Viele liebe Grüße von eurer tapferen Missy.

 


 

Candela wurde am 31.10.2012 mit vier Geschwisterchen geboren. Da die Kleinen ungeplanter Nachwuchs waren, fanden sie ihren Weg zu uns in den Verein.
Candela musste nicht lange warten und durfte im Januar 2013 in ihr neues Zuhause ziehen. Dort lebte Candela fortan für die nächsten Jahre bis zum September 2018. Ihr letzter Partner war verstorben und die Haltung sollte beendet werden. Im April des gleichen Jahres war bei Candela ein Gebärmuttertumor und ein Atherom auf dem Rücken diagnostiziert worden, beides wurde nicht weiter behandelt. Als sie bei uns ankam, fiel auch gleich ihr etwas wackeliges Gangbild auf. Durch eine eingehende Untersuchung beim Tierarzt wurde festgestellt, dass Candela Probleme mit der Wirbelsäule hatte, es hatten sich Verknöcherungen zwischen drei Wirbeln gebildet, ausserdem hatte die Maus eine starke Arthrose. Sie konnte zeitweilig sogar nicht richtig laufen, sie zog die Hinterbeinchen nach. Sie wurde dann schnellstens auf eine entsprechende Medikation eingestellt, so ging es ihr bald besser und sie konnte sich wieder gut bewegen. Allerdings drückte wohl zusätzlich noch das Atherom und verursachte Beschwerden, so bekam Candela Homöopatika, die bewirken sollten, dass sich das Atherom von selbst öffnete. Dies geschah auch und heraus kam eine unschöne Masse. Leider füllte sich das Ganze wieder mit übelriechendem Eiter, so dass eine Operation und Entfernung des Atheroms unvermeidbar waren. Candela war wieder stabil und munter, so meisterte sie den Eingriff mit Bravour. Es bestätigte sich, dass das Atherom ebenfalls zu Candela´s Unwohlsein an der Wirbelsäule beigetragen hatte, als es nicht mehr da war, lief sie viel leichter.
Es handelte sich um eine relativ grosse Wunde am Rücken, da man vorher so lange gezögert hatte, das Atherom zu behandeln, so musste die Wunde genäht werden. Leider ging die Naht wieder auf, evtl. sorgte auch Candela selbst durch Knabbern dafür, jedenfalls wurde die Wunde täglich mehrmals gepflegt und gecremt und Candela sollte einen Verband tragen. Leider liess Candela das - ganz meeritypisch - nicht mit sich machen und riss sich den Verband immer wieder vom Körper. Das hatte zur Folge, dass die Wunde bald erneut durch den Tierarzt -unter Narkose von Candela- ausgeschabt und vernäht werden musste. Es lag eine heftige Entzündung zugrunde, die daher kam, dass das Atherom so lange unbehandelt war, die Entzündung schwelte quasi darunter, so war der Heilungsprozess zu diesem Zeitpunkt einfach sehr viel schwieriger wie er das ein paar Monate zuvor gewesen wäre. Der Heilungsprozess zog sich nun einige Wochen unter intensiver Pflege und regelmässigen Tierarztbesuchen hin, letzlich war es aber geschafft, die Wunde verheilt und Candela wohlauf. Sie war die ganze Zeit über sehr sehr tapfer, war dennoch munter und hatte guten Appetit.
 
Doch die nächste gesundheitliche Episode liess leider nicht lange auf sich warten, im April 2019 verweigerte Candela das Fressen und fühlte sich nicht wohl. An den Schneidezähnen war ihr an einer ungünstigen Stelle eine Ecke abgebrochen, woraufhin eine "Schieflage" entstand, zusätzlich waren aus dem Gebärmuttertumor inzwischen mehrere geworden, die einen grösseren Teil im Bauchraum einnahmen. Candela´s Schneidezähne wurden angeglichen und nochmals ein Ultraschall gemacht, um die genaue Situation von Candela´s Ovarien zu sehen. Auf der linken Seite hatte Candela gefüllte Zysten, rechts mehrere Tumore, die ebenfalls flüssigkeitsgefüllt waren.  Aufgrund der Grösse wurde beschlossen, eine Punktion vorzunehmen, da die Maus unbedingt Erleichterung benötigte, trotz der Angleichung der Schneidezähne mochte sie nicht fressen und wurde während der Zeit voll gepäppelt.
Die Punktion wurde in Narkose durchgeführt, sonst wäre die Behandlung viel zu schmerzhaft für die liebe Maus gewesen. Sie überstand den Eingriff sehr gut, es wurde ihr einiges an Flüssigkeit entnommen, sie erhielt zum Ausgleich eine Infusion, aber der schmerzende Druck im Bäuchlein war weg. Candela war ja eine temperamentvolle Dame und nach dem Aufwachen war sie wieder sie selbst. Sie machte sich gleich über das "Lunchpaket" ihrer Pflegemama her, und auch Zuhause angekommen, mümmelte sie sofort wieder Heu. Es war deutlich, dass ihr eine buchstäbliche Last genommen war, sie bewegte sich wieder viel mehr, stieg auf Häuschen, um nach Leckerchen Ausschau zu halten und nahm wieder viel intensiver am Gruppenleben teil.
Leider begannen Candela´s Zähne sich erneut schief abzunutzen und in den folgenden Wochen füllten sich auch die Zysten wieder mit Flüssigkeit, allerdings nicht mehr so prall wie es vorher gewesen war. Candela musste erneut in Narkose, um die Zähne zu richten und nochmals die Zysten zu leeren.
Eine Operation der Zysten und Tumore war aufgrund von Candela´s Alter und zartem Erscheinungsbild ausgeschlossen.
Candela rappelte sich, tapfer wie sie war, wieder vollständig auf, sie war immer glücklich, wenn sie ihren Gemüseteller erhielt, als Nachgang noch eine ordentliche Portion Leckerchen sowie eine flauschige Kuschelrolle für das Verdauungsschläfchen. Sie war so lebensfroh und eine immense Kämpfernatur.
 
Traurigerweise kamen die Zahnprobleme Ende des Jahres wieder, auch die Tumore wuchsen unaufhaltsam. Candela erhielt zwar selbstverständlich unterstützende Medikamente, aber eine Heilung war nicht zu erwarten, wenigstens konnte das Wachstum über die ganze Zeit etwas gebremst werden.
Im März dann frass Candela wieder schlecht und hatte auch eine leichte Aufgasung sowie einen tastbaren Knubbel am Kiefer. Um zu sehen, was es damit auf sich hatte, der Verdacht war, dass die Tumore möglicherweise gestreut hatten, wurde ein CT erstellt. Es handelte sich, wie man durch die Bilder gut sehen konnte, um "wildes", festes Zahnmaterial, das in alle Richtungen im Kiefer wucherte, dies war ebenfalls eine tumoröse Krankheit, die allerdings mit den anderen Tumoren nichts zu tun hatte. Die Aussichten waren mehr wie schlecht, es hätte eine Operation folgen müssen, bei der der komplette Unterkiefer geöffnet und ausgeräumt hätte werden müssen, desweiteren war nicht auszuschliessen, dass dieses Zahnmaterial erneut gewachsen und die Situation dieselbe gewesen wäre.
Für so einen Eingriff war Candela mit 7,5 Jahren einfach nicht mehr stabil genug, und die liebe Maus hatte ja noch so viele andere Baustellen, daher entschied ihre Pflegemama zusammen mit der Tierärztin schwersten Herzens, Candela weiteres Leid zu ersparen und sie sanft entschlafen zu lassen.

Wir sind von ganzem Herzen traurig über diesen Verlust, Candela, Candy wie sie liebevoll genannt wurde, war ein Ausnahmeschweinchen, sie war eine so liebe Maus, eine grosse Kämperin mit einem bewundernswerten Lebensmut, sie war eine so besondere Schweinedame. Mit ihrer ganzen liebreizenden Art wird sie unendlich fehlen.
 
  

Unser Herz will Dich halten.
Unsere Liebe Dich umfangen.
Unser Verstand muss Dich gehen lassen.
Denn Deine Kraft war zu Ende
und Deine Erlösung Gnade.

 unbekannter Verfasser
 
Leb wohl, süßer Maus und lass es dir gutgehen, wo immer du jetzt bist!

Halli Hallo ihr lieben Gurkenschnippler da draußen! 

Ich bin Rico. Und ich bin neu hier :-) 

Seit Ende April bin ich Mitglied im Patenbereich der SOS-Community und freue mich schon riesig auf meine ersten Paten. Hier geht es übrigens zu meinem Profil *klick*

Ich wohne mit den beiden Patenweibchen SOS-Radieschen und SOS-Yentl zusammen. Man nennt uns auch das Seniorenwohnheim. Also schön finde ich die Bezeichnung nicht, denn ich fühle mich alles andere als alt. Aber gewiss ist der Ausdruck nur auf die beiden Damen bei mir bezogen. Radieschen ist schließlich schon 6,5 Jahre alt und die liebe Yentl sogar schon ganze 8 Jahre!!! Boah. Aber trotzdem hat gerade die süße Yentl einen immer noch sehr bezaubernden Hintern, auf den ich in einem unbeobachteten Moment gerne mal aufspringe ;-)

Als ich hier ankam, hat mich aber vor allem die Geschichte der beiden Damen sehr gerührt. So sehr, dass ich euch das alles gar nicht vorenthalten kann und unbedingt erzählen muss! Und nun von Anfang an:

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Das ist Radieschen. Radieschen kam Ende 2017 in den Verein und lebte erst einmal eine Zeit im Vermittlungsgehege. Radieschen war aber ein richtiges Biest. Kein anderes Schwein konnte ihr das Wasser reichen und sie war sich auch nicht zu schade, die anderen Schweine zu kneifen. Sanfte Gemüter hatten bei ihr keine Chance, weshalb sie in ihrem neuen Zuhause einen starken Bock benötigt hätte sowie erfahrene Halter als Gurkenschnippler. Eine Hormontherapie, Punktionen der Eierstockzysten und anschließende homöopathische Behandlungen halfen nur mäßig. Es war auch irgendwann klar, dass nicht die Zysten an ihrem Verhalten "schuld" waren. Dass sich die Anfragen aus diesem Grund nicht unbedingt stapelten war leider absehbar. Zu ihrer Zystenproblematik entwickelte sich plötzlich ein Zahnproblem. Radieschens Kiefer zeigte einen leichten Schiefstand, sodass sich ihre Zähne schief abnutzten und immer wieder abbrechen. Dies war der Startschuss zur Verpatung (und auch mit gutem Grund, denn ihre Zahnproblematik wird von Jahr zu Jahr gravierender). 

Unsere Pflegemutter hat Radieschen direkt als Patentier adoptiert. Sie kannte sie schließlich am besten und wusste, dass ihre eigenen Schweine gut mit Radieschens speziellem Charakter fertig werden würden. Es brauchte zwar dann zwischendrin noch einen Gehegewechsel, aber irgendwann arangierte sich Radieschen mit der neuen Situation. Dennoch schien es immer so, als würde sie eine Art Koexistenz im Gehege führen. Sie lebte zwar mit im Gehege, aber man konnte nicht sagen, dass sie auch "mit den anderen lebt". Sie wurde akzeptiert und sie akzeptierte die anderen. Das war es aber auch schon. 

 

Im Frühjahr 2019 litt Radieschen plötzlich an Haarausfall. Erster Gedanke war natürlich: Parasiten! Also wurde die hübsche Dame auf Parasiten behandelt. Es tat sich aber nichts. Es wurde eher noch schlimmer. Ein anschließender Bluttest zeigte keinerlei Auffälligkeiten. Vielleicht die Hormone? Es war zum Verzweifeln.

Und dann passierte etwas, womit keiner so gerechnet hätte:

Paten-Omi Yentl zieht im Juni 2019 mit ins Gehege und für Radieschen sollte sich ab dann einiges verändern.

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Radieschen, die sich nie so richtig mit anderen Schweinen anfreunden konnte und wollte, wurde auf einmal sehr neugierig über diesen neuen Familienzuwachs. Yentl hatte etwas, was die anderen nicht hatten, das spürte sie sofort. Yentl war eine frische Persönlichkeit, die unvoreingenommen ist und nicht viel von der Meinung anderer Schweine hält. Sie lebt ihr Leben und scheint aus jeder Situation das Beste machen zu können. Auch Yentl wurde auf Radieschen aufmerksam, irgendwie schien es von der ersten Sekunde an eine tiefe Verbindung zwischen den beiden Damen zu geben. Das erste Mal seit langem begann Radieschen bewusst mit einem anderen Schwein gemeinsam ihr Frühstück einnehmen zu wollen. Sie folgte ihrer neuen Freundin auf Schritt und Tritt und freute sich, dass Yentl wohl diese Nähe ebenfalls zu genießen schien. Es entwickelt sich innerhalb kürzester Zeit eine tiefe und innige Freundschaft zwischen den beiden älteren Damen. 

 Mittlerweile ist es unvorstellbar, dass die beiden getrennt sein können. Und sie sind ein leuchtendes Beispiel dafür, dass tiefe Freundschaften nicht nur bei Menschen existieren. Wer die beiden kennt weiß und spürt es, dass das Verhältnis über eine "Zweckgemeinschaft" hinausgeht. Yentl hatte ja schließlich auch die Möglichkeit, sich mit den anderen 3 Tieren in der Gruppe zu beschäftigen. Diese sind nämlich ebenso an der schwarzen Schönheit interessiert und akzeptierten sie von Anfang an als Mitglied in ihrer Gruppe. Aber es ist nun mal Radieschen, die ihren Interessen und Neigungen am ehesten entgegenkommt. Sie fressen zusammen, sie entdecken zusammen und schlafen auch oft zusammen in einem Häuschen. 

Und das Beste an der ganzen Geschichte: Radieschen hat ihr Fell wieder gewonnen. Es wuchs buschig und kräftig, wie in alten Zeiten und wir erkannten, dass es die Psyche war, die ihr Hautbild dermaßen beeinflusste. Was lernen wir daraus? Die Seele eines jeden Lebewesens ist fester Bestandteil auch der körperlichen Gesundheit. Ein ausgeglichener Geist ist die Grundvoraussetzung. Manchmal sollte man den Tieren einfach nur zuhören bzw. zusehen.

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Und wie der Lauf der Dinge eben leider ist, machten sich im Hause der Patenpflegestelle einige Seelchen auf den Weg über die Regenbogenbrücke, sodass die Pflegemama Anfang 2020 auf die Idee kam, ihre beiden Privatgruppen zusammenzuführen, um eine Großgruppe aus insgesamt 8 Schweinen (1 Bock und 7 Weibchen) zu haben. In einer Großgruppe ist das Leben doch viel spannender und interessanter - so dachte sie zumindest.

Und die Vergesellschaftung der beiden Gruppen lief prinzipiell problemlos und auch Radieschen und Yentl fanden sich schnell ein.

Doch das anfängliche Glück trübte sich. Radieschen schien schon nach einiger Zeit mit so viel Trubel überfordert zu sein. Sie verkroch sich häufiger in ihren Häuschen um ihre Ruhe zu haben. Doch die jüngeren Tiere störten diesen Rückzug immer wieder. Es stresste sie zunehmends. Und plötzlich fing es wieder an. Zuerst am Bauch und dann an den Seiten: Haarausfall. Es war das Gleiche wie ein Jahr zuvor. Nur was tun? Radieschen hatte jetzt so viele Vergesellschaftungen innerhalb der zwei Jahre hinter sich. Eigentlich sollte das jetzt ihr endgültiges Endgehege sein. 

Ihre Pflegemama brachte ihre Bedenken bei den anderen Gurkenschnipplern von SOS-Meerschweinchen vor und telefonierte lange mit unserer Patenbeauftragten. Diese betreut nämlich alle unsere Patenstellen und Patentiere und hat immer ein offenes Ohr für uns Notfellnäschen. Gemeinsam wurde beschlossen, dass es für Radieschen wie es aussieht nichts ist, in einer so großen gemischten Gruppe zu leben. Sie braucht ihre Ruhe und sie braucht ihre Yentl. Es wurde also ein neues Gehege gestellt und die beiden erst einmal separiert. Und gerade Radieschen tat diese Ruhe sehr gut. 

Aber ihr kennt das vielleicht, zu zweit ist zwar besser als alleine, aber Radieschen und Yentl langweilen sich auch schnell, vor allem wenn der Bock fehlt. Also suchte das Seniorenwohnheim einen ruhigen und stattlichen Mann für einsame Stunden. Aber bitte einer, der nicht ständig Action haben möchte. Und wie es das Schicksal so wollte (und es war eindeutig Schicksal) rief wenige Zeit die Patenbeauftragte an und erzählte von mir - dem tollen Fang Rico. Ich habe ja wenige Tage zuvor meine Frau verloren und war ebenfalls auf der Suche nach weiblicher Gesellschaft. Auch ich bevorzugte es, wenn die Frauen etwas ruhiger sind und nicht mehr ganz so viel Action verlangen. Es passte wie die Kralle aufs Auge.

Und hier bin ich nun

Die zwei Damen sind klasse. Sie haben mich von Anfang an so akzeptiert wie ich bin. Ich durfte direkt mitessen und mir mit Radieschen kurzzeitig ein Haus teilen. Gut, mittlerweile werfen mich die Damen immer raus, aber es liegt garantiert nicht an meiner überschwinglichen Art meine Liebe zu zeigen. Nein ganz bestimmt nicht. 

Wir sind eine gute Truppe, jeder respektiert die Bedürfnisse der anderen Mitbewohner und dennoch können wir auch Schabernack treiben. Es ist auch kein Problem für uns, die Gurkenschnippler penetrant für Essen aufzufordern. Da ziehen wir auf jeden Fall am gleichen Strang. 

Ich habe übrigens auch Zahnprobleme, genauso wie Radieschen. Da sind wir uns ja etwas ähnlich. Ich habe kurz nach Ankunft einen Schneidezahn verloren (abgebrochen, wächst aber natürlich nach). Lustigerweise hat Radieschen dann auch solidarische einen bei sich zum Abbrechen gebracht. Um uns das Essen zu erleichtern gab es anfangs dann Gemüse in Streifen geschnitten, sowie viel Wiese. Der Service hier ist also schon mal spitze.

Wir sind alle froh, dass die Geschichte so ein gutes Ende gefunden hat und ich hoffe, dass wir Drei noch eine lange gute Zeit gemeinsam haben. Wollt ihr uns dabei gemeinsam durch eine Patenschaft begleiten? Das würde uns riesig freuen. Hier kommt ihr übrigens zu unseren Profilen, klickt einfach auf den jeweiligen Namen. In diesem Sinne, einen schönen Gruß aus dem Seniorenwohnheim

Rico, Radieschen und Yentl


 

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