Priscilla kam im Jahr 2012 als kleines Mädchen zu uns in den Verein. Es dauerte nicht lange und die quicklebendige Kleine durfte in ihr neues Zuhause ziehen. Dort lebte sie fortan für 7 Jahre! Es ging ihr gut, sie war nie krank gewesen. Im Laufe der Zeit haben wir sie auch ein paar Mal besucht, und uns jedes Mal gefreut, was für eine bezaubernde wunderschöne Schweinedame die Maus geworden war. Aus persönlichen Gründen musste die Haltung dann schwersten Herzens beendet werden und so kam Priscilla im November 2019 zu uns in den Verein zurück.
Da sie ja bereits im reifen Seniorenalter war, zog sie direkt in ihrer Patentierpflegestelle ein. Priscilla war noch immer eine sehr rüstige Dame, die sich in Rekordzeit nicht nur gut einlebte, sondern vollständig in die Gruppe integrierte. Sie schloss ganz besondere Freundschaft zu einem älteren Weibchen in der Gruppe, die beiden lagen oft zusammen, mümmelten gemeinsam Heu und waren zusammen im Gehege unterwegs.
Gesundheitlich war Priscilla ausgesprochen fit für ihr Alter, einzig ihre Füsschen benötigten ein wenig Aufmerksamkeit, sie neigten zum Wundwerden und wurden daher gecremt und gepflegt.
So war es dann ein grosser Schock, als die liebe Priscilla am 13.12. ganz plötzlich und völlig unerwartet verstarb. Beim Gesundheitscheck am Morgen des gleichen Tages schien alles in bester Ordnung, die Maus hatte sogar ein bisschen an Gewicht zugelegt, wieder im Gehege war sie so munter und freudestrahlend wie die ganze Zeit zuvor. Bei der Abendfütterung fand dann ihre Pflegemama, völlig fassungslos und geschockt, die liebe Priscilla sanft entschlafen im Gehege vor. Priscilla wurde knapp 8 Jahre alt.
 
Wir sind von ganzem Herzen traurig über diesen Verlust, Priscilla war eine so herzige, charmante, muntere und lebensfrohe Schweinedame.
Ein wenig Trost kann man daraus schöpfen, dass keine Krankheit und kein langer Leidensweg voranging. Sie durfte im Kreis ihrer Freunde einfach einschlafen, das ist letztlich für sie selbst ein Segen.
 
 
Du bist nicht mehr dort, wo du warst. Aber du bist überall, wo wir sind.
(Victor Hugo)
 

Henri kam im Februar 2019 zu uns in den Verein. Sein Halter hatte sich an uns gewandt, da Henri´s Partner, sein Bruder, verstorben war und der Bub nicht alleine bleiben sollte. Nur wenige Monate zuvor hatte der Mann die beiden Böckchen aus einer grausigen Außenhaltung gerettet. Sie waren als letzte Tiere einer lieblosen Inzuchtvermehrung übrig geblieben, sie hatten dort namenlos und ohne richtiges Futter die ersten drei Lebensjahre verbringen müssen. Frischfutter war den beiden gänzlich unbekannt und sie benötigten Wochen, bis sich der Darm langsam entsprechend einstellen konnte. Dennoch kam die beherzte Hilfe von Henri´s Namensgeber für seinen lieben Bruder zu spät, er starb nur etwa 3 Monate später, die schlechten Zustände des Vorlebens hatten ihn doch zu sehr geschwächt.
 
So kam Henri also zu uns in den Verein, aus der Box schlüpfte ein Schweinebübchen, das mit gerade einmal 600g winzig klein war und wie ein Jungtier wirkte, die Inzuchtvermehrung wie auch die jahrelange Mangelversorgung hatten deutliche Spuren hinterlassen. Dennoch war der Schatz munter, fidel und neugierig. Ganz kurz nach seiner Ankunft in der Pflegestelle bildete sich ein Knubbel an Henri´s Brust, der rasant wuchs. Er wurde umgehend entfernt und ins Labor zur Untersuchung eingesendet, die Diagnose war mehr wie unschön: es war ein bösartiges Sarkom. Da diese streuen können war ab da klar, dass Henri einen Patenplatz im Verein beziehen würde.
 
Den Eingriff selbst überstand der tapfere Schatz mit Bravour und sobald alles verheilt war, zog er auch bereits um. In seinem neuen Zuhause traf er auch auf weibliche Gesellschaft, die er offenbar nicht bzw. lange nicht mehr kannte. Eine der etwas dominanteren Damen schüchterte den Schatz zunächst ein, doch im Laufe der Zeit mauserte sich Henri zu einem wunderbaren Gruppenchef. Mit seiner ruhigen und lieben Art sorgte er für Ordnung und hielt die Gruppe in toller Harmonie. Er entdeckte seine Vorliebe für Kuschelsachen und genoss fortan besonders dort seine Nickerchen. Bei unbekannten bzw. neu gefütterten Leckereien musste man immer etwas vorsichtig sein, denn Henri´s Verdauung blieb empfindlich. Bezüglich des entfernten Tumors bekam Henri diverse unterstützende Mittel. So blühte Henri auf und konnte im Laufe der Zeit mehr Gewicht zulegen, er pendelte sich letztlich bei etwas über 900g ein. Es ging ihm gut und er genoss sein Leben. Gerade im Oktober erst hatte er eine erneute Kontrolluntersuchung, die ergab, dass sich keinerlei neue Tumore gebildet hatten. Daraufhin konnten dann auch seine Medikamente ausgeschlichen werden, er sollte fortan 2-3x im Jahr eine Entgiftungs-und Stoffwechselanregungs-Kur bekommen.
 
Doch dazu kam es nicht mehr, Henri ging es bestens bis zum 08.12. Zunächst war auch an diesem Tag alles ganz normal, er kam zum Fressen und lief munter im Gehege umher. Plötzlich hörte Henri´s Pflegemama ungewöhnliche Geräusche aus dem Gehege, sie sah sofort nach und es war gleich auffällig, dass es Henri nicht gut ging, er hatte grosse Schmerzen, von der Brust bis zum Bauch war sein Körper enorm verhärtet, regelrecht steif. Henri wurde sofort in die Tierklinik gebracht, in einem Röntgenbild sah man dann das ganze schlimme Ausmaß: Henri´s Dickdarm war voller Nahrungsbrei, der Dünndarm war so gut wie leer. Henri hatte eine extreme Blockade im Darm, eine lebensbedrohliche Verstopfung. Henri wurde zur bestmöglichen Versorgung stationär aufgenommen, doch die Chancen auf Heilung standen nicht gut. Es wurde alles getan was möglich war, jedoch erhielt Henri´s Pflegemama nach 5 Stunden einen Anruf aus der Tierklinik. Henri´s Zustand hatte sich enorm verschlechtert, und man konnte nichts mehr für ihn tun, so gab sie schwersten und traurigsten Herzens ihr Einverständnis zur Erlösung, um Henri´s Qualen zu beenden. Welche Ursache der Blockade zugrunde lag, konnte leider nicht ermittelt werden. Henri wurde nur 4 Jahre alt.
 
Wir sind von ganzem Herzen traurig über diesen Verlust, wir hätten uns so sehr gewünscht, dass Henri noch länger ein schweinchengerechtes Leben, bestens versorgt und verpflegt, geniessen hätte können. Ein ganz kleiner Trost ist es dennoch, dass Henri ankommen durfte und erleben durfte, was ein behütetes Leben ist, er ist in Liebe gegangen. Henri war ein wunderbarer kleiner Kerl, so sanft und lieb, er wird sehr fehlen.
 
Seine Pflegemama möchte dem kleinen Bub noch folgende liebe Worte mit auf den Weg geben:
Viel zu schnell war sie vorbei, unsere gemeinsame Zeit. Dennoch bleibst du unvergessen und hast immer einen Platz in unseren Herzen.
 
 
Ich habe deinen Namen in den Himmel geschrieben,
aber der Wind hat ihn davongeweht.
Ich habe deinen Namen in den Sand geschrieben,
aber das Wasser hat ihn verwaschen.
Ich habe deinen Namen in mein Herz geschlossen
und dort, dort wird er für immer bleiben.
(Unbekannter Verfasser)
 

 

 

 

Der dreijährige Kastrat Eugene hat vor wenigen Tagen seine Partnerin verloren und trauert sehr.
Gerne würde er sobald als möglich wieder die Gesellschaft einer (oder mehrerer) Damen haben.

Ihr habt ein Plätzchen bei Euch für den hübschen Buben? Hier "KLICK" geht's zu den Kontaktdaten und weiteren Informationen.


 

Weiter geht es mit der Vorstellung unserer neuen Patentiere! In der letzten Zeit haben wieder viele alte und/oder kranke Tiere ihren Weg zu uns gefunden und dürfen als Patentiere bei uns im Verein bleiben. Damit dies möglich ist, sind die süßen Schweineschnäuzchen noch eifrig auf der Suche nach lieben Patentanten und Patenonkeln, die sie ein wenig unterstützen. Na, vielleicht verliebt sich ja schon bald jemand hier in sein oder ihr neues Patenschweinchen?

Heute wollen wir den zweiten "Schwung" unserer neuen Patenschweinchen vorstellen. Es grüßen Daryl, Tobiah, Nutella, Wilhelm und Schokoline. Zu ihrem jeweiligen ganzen Profil auf der Patentierseite mit weiteren Bildern gelangt man mit einem Klick auf den Namen unter dem entsprechenden Foto. Dort gibt es auch einen Link zum Patenschaftsantrag für schockverliebte Neupatentanten und -onkel. Für die fünf Knuffels wäre es das allerschönste Weihnachtsgeschenk, wenn DU ihr neuer Pate/ -in wirst!laughing

 

Daryl

Der süße Meeribock mit seinen großen Kulleraugen kam im Alter von 5 Jahren zu SOS-Meerschweinchen. Nach seiner Kastration erlitt der hübsche Meerimann leider einen Penisvorfall, sein bestes Stück muss nun regelmäßig eingecremt und seine Perinaltasche gereinigt werden. Da Daryl neben diesem Problemchen bereits ein rüstiger Rentner ist, bekam er leider keine passende Vermittlungsanfrage und darf deshalb nun sein Rentnerdasein im Verein in einer Patenpflegestelle genießen. Dort fühlte sich der kleine Charmeur von Anfang an sehr wohl und wurde von seinen beiden Partnerinnen sehr liebevoll aufgenommen. Als treuer Haremswächter umsorgt er besonders Patenschweinchen Malibu, legt an Gewicht zu und wird auch den Zweibeinern gegenüber immer zutraulicher.

 

Tobiah

Teddyböckchen Tobiah wurde im Alter von ca. 4,5 Jahren zusammen mit seiner Partnerin beim Verein abgegeben. Schon bald fielen seiner Pflegemama kahle Stellen, sowie ein generell schlechtes Hautbild bei Tobiah auf. Die Diagnose "Milben" wurde schnell bestätigt und Tobiah entsprechend behandelt, allerdings traten in der Folgezeit Probleme mit dem Gleichgewicht auf, sodass die Behandlung mit einer Spritzenkur wiederholt werden musste, um die Plagegeister endgültig loszuwerden. Da der tapfere Meerimann zugleich unerklärlicherweise an Gewicht verlor, wurde er beim Tierarzt gründlich "auf den Kopf gestellt". Leider zeigte sich hierbei, dass Tobiah an Arthrose in den Knien, Osteoporose an der Wirbelsäule und stark erhöhten Leberwerten litt. Hinzu kam eine durch Kokzidien ausgelöste Durchfallproblematik, die der Schatz gut überstanden hat. Tobiah wird nun mit homöopatischen Medikamenten für seine Baustellen behandelt, wird unterstützend zugefüttert und kann so trotz allem sein Leben zusammen mit zwei wundervollen Meeridamen, die er rührend umsorgt, genießen und ganz Schwein sein.

 

Nutella

Zuckerschnute Nutella kam im Alter von ca. 5,5 Jahren in den Verein. In der Pflegestelle wurde schnell deutlich, dass ihr Gang etwas unrund war und sie sich nicht gern bewegte. Beim Tierarzt-Check wurden bei der kleinen Meeridame starke Arthrose in den Knien und beginnende Arthrose in der Wirbelsäule, sowie ein vergrößertes Herz diagnostiziert. Zusammen mit ihrem Freund Wilhelm, der auch noch an dieser Stelle vorgestellt wird, zog die Meeridame in ihre Patenpflegestelle. Nutella nimmt ihre Medikamente wie eine Vorzeigepatientin ohne jeden Zwang ein und ist trotz ihrer Arthrose sehr munter, viel im Gehege unterwegs und natürlich immer sofort zur Stelle, wenn sich jemand mit Fressbarem nähert.

 

Wilhelm

Nutellas Freund Wilhelm, liebevoll Willi genannt, ist erst ca. 2 Jahre alt, darf aber als Handicapschweinchen Patentier in seinem Für-immer-Zuhause sein. Der kleine Teddybock ist nämlich leider ein Inzuchttier. Neben seiner zarten Gestalt und geringen Größe hat er einen zu dicken Zungengrund, ist taub und hatte ein Rolllid, das inzwischen erfolgreich operiert wurde. Momentan erholt sich der kleine Mann von seiner Augen-OP und kämpft gegen einen Kokzidienbefall. In seiner Gruppe mit insgesamt fünf Mädels fühlt er sich wie ein toller Hecht absolut "sauwohl" und liebt es sehr, über die Etage zu flitzen.

 

Schokoline

Die etwa 5,5 Jahre alte Schokoline wurde abgegeben, da nach dem Tod ihrer Mitschweinchen die Haltung in ihrem früheren Zuhause aufgegeben wurde. Beim Erstcheck fielen ihr sehr dicker Bauch sowie blutiger Ausfluss auf. Außerdem "glänzte" sie durch unausgeglichenes Verhalten ihren Artgenossen gegenüber. Die tierärztliche Diagnose lautete Gebärmutterentzündung, Veränderung der Eierstöcke, riesige Eierstockzysten und Verschattungen in der Lunge. Die medikamentöse Behandlung und die Punktion der Zysten schlagen bei der Zuckermaus sehr gut an, sodass sie nun deutlich entspannter und ausgeglichener in der Gruppe "herumschweindeln" kann.

 

Jede dieser goldigen Fellnäschen ist auf der Suche nach neuen bzw. weiteren Patentanten und Patenonkeln, die ein paar Taler für Medikamente, Gurken und "was Schwein sonst so braucht", übrig haben und bedankt sich von ganzem Herzen und vielen begeisterten Muigs für die Unterstützung!

Vielleicht bist DU ja bald unser neuer Pate, na? MuigMuig?

P.S.: Jeder Tierfreund freut sich über eine Patenschaft zum Fest! Wie wäre es mit einer Geschenkpatenschaft mit passender Urkunde im weihnachtlichen Design unter dem Baum?

 

 


 

 

Freud und Leid liegen in einer Patentierpflegestelle oft nah beieinander, und manchmal kommt es besonders hart. So war es am 20.11.2019. Elnora und Anne lebten in einer gemeinsamen Gruppe, und sie sind gemeinsam an besagtem Tag ihren letzten Weg gegangen.

Daher ist dieser Nachruf auch beiden gemeinsam gewidmet, und wir nehmen heute traurigsten Herzens Abschied von unseren beiden lieben Seniorinnen.

 

Anne kam ursprünglich im September 2016 zu uns in den Verein, da sie als letztes Schweinchen übrig geblieben war und die Haltung beendet werden sollte.
Schon wenige Wochen später durfte die hübsche Maus zusammen mit ihrem Freund aus der Pflegestelle ins neue Zuhause ziehen. Hier lebte sie dann bis zum Juni diesen Jahres als die Haltung schweren Herzens beendet werden sollte. So kam Anne wieder zurück, diesmal zog sie gleich auf ihren Patenplatz ein, denn die Seniorin war inzwischen bereits im reifen Alter von 7 Jahren, und hatte ausserdem bereits einige gesundheitliche Baustellen: eine Herzinsuffizienz, Harnleiter- sowie Blasensteine und Blasengries.
In ihrer Patengruppe fühlte sich die Maus auf Anhieb wohl, und so lebte sie dort gut versorgt. Im Oktober begann Anne deutlich abzubauen, für ihre Herz- und Blasenprobleme bekam sie inzwischen mehr Medikamente und leider liess sie den Urin ständig laufen, so wurde auch ihre Haut in der Poregion gereizt. Sie wurde vorsichtig gewaschen, gepflegt und gecremt. Zu allem Übel ging auch noch einer ihrer Ballen auf, auch hier wurde gecremt und gepflegt, Anne bekam ebenfalls zeitweise einen Verband. Leider baute Anne in den letzten Tagen immer mehr ab, letztlich ging es einfach nicht mehr, auch wenn sich die tapfere Dame zur Fütterung und Medikamentengabe schleppte war nun doch einfach der Zeitpunkt gekommen, an dem das Leid zu überwiegen begann. Die offenen Stellen wollten nicht mehr heilen, dies ist bei alten Tieren ganz oft ein Problem, Anne hatte trotz Schmerzmittel noch Schmerzen, sie verlor in 3 Tagen 100g, es wäre nur noch bergab gegangen. Anne war eine so liebe und tapfere Schweinedame, sie hatte es ganz sicher nicht verdient  zu leiden. Unsere Patentierpflegestellen haben hier immer ganz besonders das Auge darauf, allzu oft ist der Grat sehr dünn, aber für Anne wäre die Lebensqualität einfach nicht mehr gegeben gewesen. So entschloss sich ihre Pflegemama schwersten Herzens zusammen mit der behandelnden Tierärztin, die liebe Schweinedame in Würde gehen zu lassen. Anne war eine so herzige und liebe Schweinedame, sie wird sehr fehlen.
 
 
 
Anne wurde stolze 7 Jahre alt.
 
 
 
Elnora kam im April 2018 zusammen mit ihrer Partnerin zu uns in den Verein, da die Haltung beendet werden sollte. Schnell wurde klar, dass beide Schweinedamen nicht mehr vermittelbar waren, und so zog jede in ihre entsprechende Patentierpflegestelle. Elnora hatte eine starke Arthrose am linken Knie, das Beinchen war auch bereits etwas versteift. Auch wurden bei der gründlichen Untersuchung mehrere Zysten diagnostiziert, die zu diesem Zeitpunkt aber nicht behandlungsbedürftig waren. Elnora kam mit dieser Behinderung aber sehr gut zurecht, sie bewegte sich dennoch recht flott durchs Gehege. Sie erhielt Physiotherapie, um die Hüften beweglich zu halten. Elnora kam auch noch mit Kokzidien in den Verein, diese wurden natürlich umgehend behandelt, jedoch blieb die Verdauung zeitlebens ein Problem bei der lieben Maus. Sie hatte oft weichen Kot bis hin zu richtigem Durchfall, der dann entsprechend immer behandelt werden musste. Dies waren vermutlich die Nachwirkungen des Kokzidienbefalls, der Darm war offenbar dauerhaft geschädigt worden, denn auch verschiedene Therapieversuche scheiterten, der weiche Kot blieb, es war ein Auf- und Ab. 
 
Anfang Juli 2019 bekam Elnora einen heftigen Arthroseschub begleitet von massivem Durchfall. Sie wurde neu auf Medikamente eingestellt und die tapfere Maus kämpfte sich zurück. Es ging ihr besser. Dennoch wurde die chronische Arthrose schlimmer und Elnora bekam eine Spritzentherapie in die verkrampften Stellen am Rücken, die der Seniorin grosse Erleichterung verschafften. Von all den nötig gewordenen Behandlungen liess sich Elnora aber nicht beirren, sie hatte einen sehr gesunden Appetit, nahm ihre Medikamente ohne mit der Wimper zu zucken ganz professionell vom Gehege aus, und war insgesamt munter und lebensfroh.
Im Juli überstand sie nochmals einen heftigen Durchfallschub, nach der Behandlung nahm sie wieder schön zu und sogar bildeten sich wieder teilweise richtige Köttelchen.
 
Die Arthrose schritt weiter fort, Elli, wie sie liebevoll genannt wurde, benötigte eine Erhöhung der dauerhaften Schmerzmittel. Sie bewegte sich immer weniger, aber Elli wollte leben! Sie war aufmerksam, nahm am Leben teil. Natürlich war klar, dass es eine Frage der Zeit sein würde, aber zu diesem Zeitpunkt war ebenfalls klar, dass dieser Punkt noch nicht erreicht war.
Die Pflege und Versorgung von Elnora war dauerhaft sehr aufwändig, als dann der Zeitpunkt kam, an dem sie durch ihre Unbeweglichkeit kaum noch eigenständig den Platz wechselte, dies war im September 2019, zog Elli noch einmal innerhalb unserer Patentierpflegestellen um, da sie durch die Berufstätigkeit ihrer bisherigen Pflegemama zu lange alleine war. Im neuen Daheim fühlte sich Elli auf Anhieb wohl, sie wurde dort intensiv betreut mit allem was Schweinchen sich wünschen kann. Sie wurde mehrmals am Tag umgebettet, damit sie sauber und trocken sass, ihre Haut wurde gecremt und gepflegt. Elli schloss schnell Freundschaft mit Patenweibchen Grazia, die beiden sassen oft gemeinsam im Heubettchen und mümmelten zusammen am Heu, die anderen Tiere der Gruppe nahmen alle Rücksicht auf Elli´s Handicap.
 
An dieser Stelle sei nochmal betont, wie auch im Text oben geschrieben, dass wir im Verein immer sehr genau die Lebensqualität unserer Tiere im Auge haben, manchmal ist es ein schmaler Grat, und wenn man den Text von Elli´s Geschichte so liest, ist es vorstellbar, dass man denken könnte, man hätte eher "die Leine ziehen" sollen. Allerdings war Elli bis zuletzt voll da, sie hatte klare Augen, sie machte deutlich, sie wollte leben. Ja, sie war behindert und sie hatte eine Krankheit, die fortschreitet, aber sie hatte Lebensmut, sie gab sich nicht auf.
Bis Elnora dann Ende November kurz vor dem 20.11. anfing deutlich abzubauen, der Moment war nun gekommen, es begann ihr schwerzufallen das Köpfchen zu heben, da wusste ihre Pflegemama, dass es nun galt den letzten Weg zu beschreiten. Schwersten Herzens brachte sie die liebe Maus zur behandelnden Tierärztin, dort entschlief Elli dann sanft und in Würde. Elnora war bei allen gesundheitlichen Einschränkungen eine so herzige und liebe Schweinedame, sie war ausgesprochen willensstark, eine enorme Kämpfernatur, sie war bewundernswert in jeder Hinsicht,
 
 
Elnora ist im Januar 2012 geboren, so wurde dieses Ausnahmeschweinchen knapp stolze 8 Jahre alt.
 
 
 
Und die Seele unbewacht,
will in freien Flügen schweben,
um im Zauberkreis der Nacht,
tief und tausendfach zu leben.
(Hermann Hesse)
 
 
 
Kommt gut an, ihr lieben Mäuse, Ihr werdet unvergessen sein!
 

 

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