Daisy

DAISY: Hallo Leute, hier ist wieder eure Daisy.

Vielen Dank an all die wunderbaren Menschen, die uns so liebe und tröstliche Nachrichten geschickt und uns beigestanden haben während Toffees letzten Tagen und auch nachdem sie für immer Abschied genommen hat, Tränchen-verdrück-MUIG. Euer Mitgefühl hilft uns sehr.

OSCAR: Das ist wahr, gerührt-MUIG. Toffee hat uns vor ihrer Abreise ins Regenbogenland allen das Versprechen abgenommen, Henrys Vermächtnis weiter zu erfüllen, ernsthaft-MUIG, also den Zweibeinern ganz viel über uns Meerschweinchen beizubringen, damit möglichst viele Meeris glücklich und wohlversorgt in einem schönen Zuhause bei liebevollen und kompetenten Haltern leben können.

PEBBLES: Das machen wir natürlich, entschlossen-MUIG, ist doch Ehrensache!

JOYCE: Wir haben überlegt, ob wir heute weiter über Oscars Fußbehandlung sprechen oder von Daisys Ohr. Weil wir uns nicht entscheiden konnten, haben wir gelost, grins-MUIG.

PEBBLES: Joyce hat zwei lange gleichdicke Heuhalme der gleichen Grassorte ausgesucht und sie exakt gleichlang abgebissen. Dann mussten Daisy und Oscar gleichzeitig jeweils einen der beiden Halme aufessen und wer seinen Halm schneller aufgegessen hat, war Sieger, erklär-MUIG.

DAISY: Das war ich, triumphierend-MUIG!


Oscar

OSCAR: Du hast gemogelt, vorwurfsvoll-MUIG. Du hast deinen Halm nicht gekaut, sondern nur der Länge nach eingesaugt und geschluckt!

PEBBLES: Aber das geht doch gar nicht, verblüfft-MUIG! Wir MÜSSEN doch alles kauen.

DAISY: Hab' ich doch auch, Pebbles, beruhigend-MUIG, bloß schneller als er.

JOYCE: Also, Leute, ihr erinnert euch bestimmt, dass die Mama Kerstin abends heimkam und Daisys Köpfchen ganz schief war und Daisy torkelte und umfiel. Dann ging's ab in die Tierklinik, wo man feststellte, dass Daisys rechtes Ohr entzündet und voller Eiter war, erinner-MUIG.

DAISY: DREI Spritzen, sag' ich euch, stöhn-MUIG! Danach bekam ich Enrobactin, Metacam und Panacur. Die Tierärztin sagte, es sei eine Innenohrentzündung und dass ich schrecklich enge und haarige Gehörgänge habe, seufz-MUIG. Mann, war mir schwindlig.

OSCAR: Der Gleichgewichtssinn sitzt im Innenohr, schlau-MUIG. Wenn das entzündet ist, fällt man schnell mal um. Meeris kriegen ja schnell mal eine Mittelohrentzündung, da reicht schon ein kleiner Schnupfen oder ein bisschen Zugluft. Eine Innenohrentzündung ist aber noch schlimmer, bedauer-MUIG.

PEBBLES: Eine Innenohrentzündung bemerkt man vor allem daran, dass das arme Meeri den ganzen Kopf ganz schief hält mit dem wehen Ohr nach unten. Oft kommt so schlimmer Schwindel dazu, dass sich das Meeri im Kreis dreht, und so Gleichgewichtsstörungen, dass es dauernd umfällt, mitleidig-MUIG.


Pebbles

DAISY: Natürlich hat die Mama Kerstin zuhause sofort alles gegoogelt, was im Internet so über Ohrenentzündungen steht, logisch-MUIG. Und bei "Kopfschiefhaltung" stieß sie auf was ganz Schreckliches, das heißt "Encephalitozoon Cuniculi", grusel-MUIG. Weil sich das keiner merken kann, sagt man meistens "E. Cuniculi" oder nur "E.C.".

JOYCE: Das sind Erreger, mit denen man sich infizieren kann, fiese pilzartige einzellige Lebewesen, die sich in unseren Zellen einnisten, angeekelt-MUIG. Am liebsten sitzen sie im Gehirn und im Rückenmark, aber letztlich befallen sie alle Organe.

OSCAR: Die verbreiten sich vom Darm aus über das Blut im ganzen Körper und bilden Sporen, die ein befallenes Tier dann mit dem Kot und Urin ausscheidet. Die anderen Tiere der Gruppe nehmen die dann mit dem Heu auf und zack, schon haben sie den Mist auch, resigniert-MUIG.

JOYCE: E. Cuniculi ist eine "Zoonose", weil die Erreger verschiedenste Tierarten befallen können. Kaninchen haben es besonders häufig, wir Meeris nicht so oft, erleichtert-MUIG. Menschen können es nur kriegen, wenn ihr Immunsystem schon durch andere Krankheiten arg geschwächt ist.

PEBBLES: Betroffene Meeris haben außer dem Schiefkopf oft Augenzittern, Schmerzen, verklebtes Fell am Ohr, sie kratzen sich, schütteln den Kopf, sind apathisch und sitzen aufgeplustert da, aufzähl-MUIG. Oft sind sie orientierungslos und haben plötzliche Anfälle. Es treten Lähmungen auf, zuerst vor allem an den Hinterbeinen, die breiten sich dann aus.


Daisy

DAISY: Dann kommt es zu einer Niereninsuffizienz, an den Organen bilden sich Wucherungen, aus den Augen und der Nase kommt eitriger Ausfluss, der Kopf wird schrecklich unnatürlich verdreht, die armen Meeris fallen ständig um, haben kein Gleichgewicht und keine Orientierung mehr. Später drehen sie sich im Kreis oder können nicht mehr aufstehen, haben Anfälle mit Zuckungen oder sind ganz starr und reagieren nicht mehr, bestürzt-MUIG.

OSCAR: Am Schluss können sie nicht mehr essen und der Darm versagt, traurig-MUIG. Man muss sie natürlich rechtzeitig erlösen, wenn es keine Heilung mehr gibt.

PEBBLES: Wir haben lange gebangt, ob Daisy diesen bösen Erreger hat, bange-MUIG, weil sie ja von der Tierklinik auch direkt Panacur bekommen hat und Panacur ist DAS Mittel zur Behandlung von E. Cuniculi.

OSCAR: Ach, nicht Enrobactin, erstaunt-MUIG? Das gibt's doch sonst gegen alles?

DAISY: Antibiotika gibt's bei E. Cuniculi zusätzlich zu Panacur. Und B-Vitamine gegen die Nervenschädigungen. Ich hatte auch erstmal alles, seufz-MUIG, ihr erinnert euch.

JOYCE: Panacur ist ein Mittel gegen Würmer, das auch die E. Cuniculi-Erreger im Darm abtötet, das verhindert die weitere Ausbreitung in der Meerigruppe und das Weiterwandern der Erreger vom Darm in die weiteren Organe, erklär-MUIG.


Pebbles & Joyce

PEBBLES: Die Mama Kerstin war total entsetzt. Sie sah Daisy schon in Zuckungen und Krämpfen im Sterben liegen, Haaare-sträub-MUIG, und dachte, die Tierärzte hätten ihr verschwiegen, wie schlimm es um Daisy steht.

DAISY: Gott sei Dank hab' ich kein E. Cuniculi, zutiefst-erleichtert-MUIG. "Nur" eine Innenohrentzündung. Die entsteht aber auch oft durch irgendwelche Erreger, deshalb hab' ich auch das Antibiotikum bekommen gegen böse Bakterien und das Panacur gegen eventuelle Darmparasiten. Da ist die Behandlung erstmal dieselbe wie bei E. Cuniculi.

OSCAR: Die Symptome sind da aber auch erst ziemlich ähnlich, oder?

DAISY: Ja, das muss der Tierarzt fein gegeneinander abgrenzen können, bestätigend-MUIG. Die Mama Kerstin sollte mich mit allem behandeln, was man ihr mitgegeben hat, und eine Woche später mit mir wiederkommen.

PEBBLES: Dass du bei dem Verdacht auf was so ansteckendes bei uns bleiben konntest, verständnislos-MUIG? Wenn du jetzt wirklich E. Cuniculi gehabt hättest, hätten wir uns doch alle anstecken können.

JOYCE: Bei E. Cuniculi setzt man ein krankes Schweinchen nicht weg aus seiner Gruppe, weil das sooo ansteckend ist, dass dann, wenn man's bei einem Meeri merkt, sowieso schon alle den Erreger haben, resigniert-MUIG. Das heißt aber nicht, dass dann auch alle erkranken. Viele Meeris haben den Erreger und man merkt es nie. Bei Kaninchen sollen 80% aller Tiere den Erreger tragen und die Krankheit bricht bei vielen gar nicht aus.


Joyce

DAISY: Das wäre ja schon für mich eine Katastrophe gewesen, wenn ich mit meinem Schwindel und meiner Orientierungslosigkeit auch noch ohne euch in Einzelhaft hätte sitzen müssen, entsetzt-MUIG. Für E. Cuniculi-Patienten müsste sich das anfühlen wie die Meeri-Hölle, wenn sie auch noch von all ihren Freunden verlassen sind.

OSCAR: Ich denke, die Tierärzte hatten bei Daisy nicht wirklich den Verdacht auf E. Cuniculi, sondern waren sich sicher, dass es bei ihr nur das Ohr ist, sonst hätten wir alle prophylaktisch Panacur bekommen, mutmaß-MUIG.

DAISY: Das Zeug schmeckt so lala. Leider musste ich immer einen ordentlich großen Schluck davon nehmen, weil es nach Gewicht dosiert wird, räusper-MUIG. Ich konnte es aber nach 10 Tagen absetzen als die abgefüllte Flasche aus der Tierklinik leer war. Mit E. Cuniculi hätte ich es vier Wochen lang nehmen müssen, mindestens.

JOYCE: Ganz schlimm von E. Cuniculi befallene Schweinchen müssen es ihr Leben lang nehmen, damit sich die Erreger nicht wieder neu im Darm ausbreiten, erklär-MUIG. Wenn man die Erreger mal hat, wird man sie nie wieder los und bleibt ein Leben lang infiziert, bekümmert-MUIG, und man kann nur versuchen zu verhindern, dass die Krankheit nochmal akut ausbricht.

PEBBLES: Die Mama Kerstin hat sofort im Internet gesucht, was sie noch alles für Daisy tun kann, wenn es wirklich E. Cuniculi ist, und da stieß sie auf ein wahres Wundermittel, nämlich Wiesenbärenklau. Der soll noch viiiieel wirksamer gegen die Erreger sein als Panacur, begeistert-MUIG.


Pebbles

JOYCE: Also hat sie sofort vier kleine Wiesenbärenklau-Pflänzchen in einer Bio-Gärtnerei bestellt, um sie in den Garten zu pflanzen, grins-MUIG, damit sie auf lange Sicht immer frische Blätter für uns ernten kann.

OSCAR: Und in einer anderen Bio-Gärtnerei gab es getrockneten Wiesenbärenklau, da hat sie gleich ein ganzes Pfund Blätter bestellt. Wir waren alle baff als die geliefert wurden, weil eine Riesentüte kam, an der essen wir wahrscheinlich bis zum St. Nimmerleinstag, bäh-MUIG.

DAISY: Ich sollte sofort ein Blatt davon essen, aber der Geruch gefiel mir schon nicht, Nase-rümpf-MUIG. Die Kerstin hat dann demonstrativ vor mir so ein Blatt zerkaut, um mich zu animieren, aber ich hab' genau gesehen wie sie das Gesicht verzieht, kicher-MUIG. Und das Riesenblatt war so trocken, dass die Kerstin ein Glas Wasser brauchte, um es runter zu kriegen. Ich hab' ihr dann den Gefallen getan und hab' ein winziges Stück von einem Blatt abgebissen, aber es schmeckte so wie es riecht und damit war das Zeug für mich erledigt, basta-MUIG.

PEBBLES: Wir mögen das Zeug alle nicht. Dabei soll es angeblich köstlich und unwiderstehlich sein, mit-der-Nase-wackel-MUIG. Nur gut, dass es bei dir kein E. Cunuculi ist, sonst müssten wir uns das alle reinzwingen bis ans Ende aller Tage.

JOYCE: Nein, müssten wir nicht, widersprech-MUIG. Nachdem der ganze Blätterberg geliefert wurde hat die Kerstin rausgefunden, dass das gar nicht stimmt, dass Wiesenbärenklau die E. Cuniculi-Erreger abtötet oder die Symptome lindert. Das ist nur ein Aberglaube, aufklär-MUIG.

OSCAR: Oder perfektes Marketing.


Oscar

DAISY: Tatsächlich sollen wir gar nicht so viel von dem Zeug essen. Bärenklau enthält nämlich ziemlich viele photosensibilisierende Furocumarine. Wenn die auf die Haut kommen, wird die total lichtempfindlich und kriegt schnell Sonnenbrand oder sogar richtige Verbrennungen, besonders bei heller Haut, schauder-MUIG. Außerdem schädigen Furocumarine die DNA und verursachen Krebs und sie können die Atemwege stark reizen und damit sogar eine Lungenentzündung auslösen.

OSCAR: Dann ist es ja gut, dass er nicht schmeckt, pragmatisch-MUIG.

PEBBLES: Die Wiesenbärenklau-Pflanzen stehen jetzt draußen im Garten auf Toffees Grab und wachsen und blühen schön weiß, wehmütig-MUIG. Und die sauteuren trockenen Blätter tut die Mama Kerstin am besten auf den Kompost.

DAISY: Jedenfalls war ich mit der ganzen Geschichte schon mindestens 7-8 Mal in der Tierklinik zur Behandlung und Kontrolle und dort hat man ja jedes Mal einen anderen Tierarzt. Die Mama Kerstin hat immer ganz hartnäckig gefragt, ob es wirklich nur eine Innenohr-Entzündung ist oder doch E. Cuniculi sein kann, aber alle sagten immer nur, dass sie "nicht glauben", dass es das ist, ts-ts-ts-MUIG.

OSCAR: Die wollen sich doch alle nicht festlegen, falls sie sich irren, trocken-MUIG. Aber sei froh, dass man all die Tests nicht mit dir gemacht hat.

JOYCE: Ja, beipflicht-MUIG, für die Diagnose E. Cuniculi braucht man Urin, darin kann man mit einem Tuschetest die Antikörper gegen den Erreger nachweisen. Die Kohlepartikel bleiben an den Antikörpern kleben, die wiederum an den Sporen der Erreger kleben. Durch die Tusche kann man das Ganze dann mit dem Mikroskop sehen, schlau-MUIG.

OSCAR: Das Problem ist, dass viele Meeris die Erreger und Antikörper haben, ohne akut an E. Cuniculi erkrankt zu sei. Der Test beweist nur, dass es KEIN E. Cuniculi ist, wenn KEINE Antikörper da sind. Wenn Antikörper da sind, ist das aber nur ein Beweis für die Infektion, aber noch nicht für den akuten Krankheitsausbruch.


Daisy

DAISY: Urin? Aber ich musste noch nicht ein einziges Mal pieseln in der Klinik, feststell-MUIG.

OSCAR: Die kriegen den Urin schon aus dir raus, auch wenn du nicht musst, finster-MUIG.

JOYCE: Und Blut! Die rasieren dir alle Beine und stechen so lange mit einer Spritze darin 'rum bis sie eine deiner winzigen Venen getroffen haben, grimmig-MUIG, da saugen sie dir dann Blut raus für die Laboruntersuchung.

DAISY: Mir wird grad' übel, wurgs-MUIG.

JOYCE: Dann checken sie die Leberwerte und die Nierenwerte wie Harnstoff, Kreatinin und Kalium und machen ein Blutbild, da ermitteln sie Leukozyten, Erythrozyten, Hamatokrit und Hämoglobin. Und mit einem Immunfluoreszenztest bestimmen sie die sogenannte Titerhöhe, also die Anzahl der Erreger im Blut, dann weiß man wie stark die Infektion ist, dozier-MUIG.

PEBBLES: Was um Himmels Willen ist das alles, versteh-nur-Bahnhof-MUIG?

OSCAR: Das willst du gar nicht wissen, Pebbles.

DAISY: Alle-Haare-sträub-MUIG, DAS hätte man ALLES mit mir machen können, entsetzt-MUIG?


Pebbles & Daisy

PEBBLES: Nur gut, dass diese Klinik scheinbar nicht so geldgierig ist, erleichtert-MUIG.

JOYCE: Die Mama Kerstin hat sich aber ziemlich alleingelassen gefühlt, weil es so gar keine Untersuchungen gab und alle immer nur sagten, sie solle erstmal abwarten.

DAISY: Eine der Tierärztinnen hat mit einem ganz hellen Licht in meine Augen geschaut und gesagt, sie glaube auch nicht, dass ich E. Cuniculi habe, weil man da kleine Ablagerungen in den Augen bekäme wie weiße Punkte und das hätte ich nicht. Danach war ich aber so geblendet, dass ich erstmal gar nichts mehr gesehen hab', frustriert-MUIG.

OSCAR: Die eine Tierärztin gab der Mama Kerstin dann Floxal-Augentropfen mit, damit sollte sie Daisys Ohr spülen, damit das Antibiotikum darin direkt lokal im Ohr gegen die Entzündung wirken kann. Das hat auch ein bisschen geholfen, freu-MUIG.

JOYCE: Aber ein paar Tage später hat die Mama Kerstin im Internet gefunden, dass man auf keinen Fall Antibiotika in den Gehörgang träufeln darf, weil das toxisch für das Meeri ist, wenn das Trommelfell geschädigt ist und das Antibiotikum dahinter gelangt, warnend-MUIG. Da war die Flasche aber schon leer und die Mama Kerstin war komplett entsetzt und fassungslos.


Joyce

PEBBLES: Manchmal braucht man Glück, um eine Krankheit zu überstehen und Extra-Glück, wenn man zusätzlich die Behandlung überleben will, seufz-MUIG.

DAISY: Jedenfalls war die Kerstin erst beruhigt als ich nach zwei Monaten mal eine Oberärztin erwischt habe und die zu ihr sagte, es sei definitiv NICHT E. Cuniculi, weil mein Ohr ja komplett vereitert war und bei Eiter wär's nur das Ohr und sonst nix. Das käme bei E. Cuniculi nicht vor, erleichtert-MUIG.

OSCAR: Oh. Schön, dass man das auch mal erfährt nach so langer Zeit, sarkastisch-MUIG.

PEBBLES: Aber die Mama Kerstin war dann doch ganz schön erleichtert.

JOYCE: Jetzt erzählen wir aber noch fix, wie E. Cuniculi behandelt wird, wo wir schon so viel davon erzählt haben.

DAISY: OK, also: Panacur ist ganz wichtig, um die Erreger abzutöten. Das gibt's 3-4 Wochen lang. Außerdem müssen ordentlich B-Vitamine gegeben werden, vor allem B1, B6 und B12, um den drohenden Nervenschäden vorzubeugen bzw. sie abzumildern. Zusätzlich gibt's ein Antibiotikum gegen die Infektion, vor allem, wenn das arme Meeri neurologische Ausfallerscheinungen hat, aufzähl-MUIG.

JOYCE: Enrofloxacin gibt man bei leichteren Krankheitsausbrüchen, bei schwereren Ausbrüchen mit Krämpfen, Muskelzucken und Niereninfektionen gibt es z.B. Chloramphenicol, Oxytetrazyklin oder Doxycyclin, Zunge-wieder-ausschüttel-MUIG.

OSCAR: Ist die Erkrankung ganz schlimm, gibt's zusätzlich Cortison, z.B. Prednisolon, so lange bis die Ausfallerscheinungen weg sind. Das kann lange dauern, seufz-MUIG.


Oscar (Prinzling auf der Erbse)

PEBBLES: Aber auch gegen alle Symptome muss was getan werden, also gibt es z.B. tetrazyklinhaltige und kortisonhaltige Augensalben gegen die entzündeten Augen.

OSCAR: Und viel Flüssigkeit ist ganz wichtig wegen der Nieren, damit die gut durchgespült werden, dringlich-MUIG. Manche empfehlen Kräutertee und Löwenzahn. Tritt eine Niereninsuffizienz auf, braucht das arme Meeri Infusionen. Da gibt's z.B. Sterofundin, das ist eine Lösung, die Flüssigkeit, Mineralien und Elektrolyte direkt in den Blutkreislauf über einen Venentropf transportiert

PEBBLES: Und E. Cuniculi-Meeris müssen viel gesundes Frischfutter essen mit vielen Vitaminen und einem hohen Wasseranteil. Wenn sie das nicht freiwillig machen, müssen sie zwangsgepäppelt werden, schüttel-MUIG.

JOYCE: Wenn die Erkrankung früh genug erkannt und richtig behandelt wird, hat das arme E. Cuniculi-Meeri ganz gute Chancen, dass sich das akute Krankheitsbild schnell wieder bessert, aufmunternd-MUIG. Viele Meeris sind nach einer Woche wieder halbwegs fit und ohne akute Symptome. Andere sterben leider daran, kummervoll-MUIG.

DAISY: Viele behalten leider auch dauerhafte neurologische Schäden, Nierenschäden oder Bewegungsstörungen. Damit müssen sie dann halt leben, seufz-MUIG.


Daisy

OSCAR: Vielleicht gibt es eines Tages ja mal eine Impfung oder andere Prophylaxe, hoffnungsvoll-MUIG. Bis jetzt kann man nur überlegen, seinen Meeris so einmal im Jahr eine Wurmkur mit Panacur zu verpassen, besonders denen, die in Außenhaltung leben.

JOYCE: So, jetzt aber mal zurück zu Daisys Ohr.

DAISY: Ja, ich bin echt froh, dass es "nur" eine Innenohrentzündung ist, aber schön ist das auch nicht. So ein vereitertes Ohr tut sowas von weh, da hört man alle Engel singen, das sag' ich euch, halleluja-MUIG.

PEBBLES: Das war wahrscheinlich erst eine Mittelohrentzündung, weil die gerne vereitern. Und die Entzündung  ist wahrscheinlich ins Innenohr weitergewandert und davon hast du dann das schiefe Köpfchen bekommen, vermut-MUIG.

OSCAR: Den Schiefkopf nennt man übrigens medizinisch auch Torticollis.

JOYCE: Also, erklär-MUIG, wenn man sich so ein Meeriohr anschaut, dann klappt man die Ohrwaschelflappe hoch und sieht einen Haufen Falten, in denen sich der Eingang des Gehörgangs versteckt. Der endet innen am Trommelfell. Hinter dem Trommelfell ist dann das Mittelohr. In dem sitzen die kleinen Knöchelchen, die Hammer, Amboss und Steigbügel heißen. Hinter dem Mittelohr kommt dann weiter innen das Innenohr. Das ist mit Flüssigkeit gefüllt und da drin sitzen der Hörnerv und das Gleichgewichtsgedöns und die Hörschnecke. Die ist bei uns Meeris vier Mal gewunden, weil wir so gut hören, bei den Menschen ist sie nur zweieinhalb Mal gewickelt, stolz-MUIG.

DAISY: Ich bin froh, dass ich erstmal Metacam bekommen habe gegen die Schmerzen, erleichtert-MUIG. Und Vitamin B bekam ich auch ganz lange. Innen­ohr­entzündungen sind aber schlecht behandelbar. Man braucht ein "knochengängiges" Antibiotikum, das auch durch die ganzen Ohrenknochen durchdringt bis zur Entzündung, z.B. Parkefelin Palmitat, Baytril, Chloromycetin Palmitat oder unser Allzweckmittel Enrobactin, das den gleichen Wirkstoff Enrofloxacin hat wie Baytril. Das musste ich ganze 4 Wochen lang nehmen bis der Eiter weg war. Danach kamen die Floxal-Tropfen und seitdem spült die Mama Kerstin mein Ohr zweimal täglich mit einem flüssigen Ohrenreiniger, der heißt Triz EDTA.


Pebbles

PEBBLES: Warum hat man denn nicht direkt mit dem Spülen angefangen, verwundert-MUIG?

OSCAR: Weil man dann den Eiter und die Erreger mit der Spüllösung noch tiefer ins Ohr hineingespült hätte. Der Eiter im Mittelohr schädigt nämlich das Trommelfell und tritt nach außen aus. Also sollte erstmal der Eiter weg sein.

DAISY: Das ist total unangenehm, wenn man so einen großen kalten Spritzer Flüssigkeit in den Gehörgang kriegt, beschwer-MUIG.

JOYCE: Empört-MUIG, vor allem hätten die Floxal-Tropfen dich umbringen können, wenn der Eiter aus dem Mittelohr dein Trommelfell geschädigt hat und das muss er ja wohl, sonst wäre er ja nicht rausgekommen! Ich halte das für einen bösen Behandlungsfehler, vorwurfsvoll-MUIG. Ein lokales Antibiotikum im Ohr geht nur, wenn man GANZ SICHER ist, dass das Trommelfell VÖLLIG INTAKT ist!!

DAISY: Naja-MUIG, die Tierärzte sagten, man wisse überhaupt nicht, ob mein Trommelfell beschädigt ist. Es gibt Geräte, um so tief ins Ohr zu schauen, dass man das sieht, aber weil ich nicht stillhalten wollte, hätte man mich in Narkose legen müssen und das wollten die Zweibeiner dann nicht, erleichtert-MUIG.


Daisy

PEBBLES: Jetzt wird dein Ohr schon über sechs Wochen lang zweimal täglich gespült. Müsste das nicht bald mal wieder heil sein, hoffnungsvoll-MUIG? Dein Köpchen ist auch noch schief, besonders wenn du dich aufregst.

OSCAR: Die Mama Kerstin sagt, dass aus Daisys Ohr immer noch bei jedem Spülen total viel grauer Dreck rauskommt und dass sie so lange spült bis das Ohr sauber ist. Ich bin aber nicht sicher, ob es je sauber wird. Und wer weiß, wie unsere Ohren innen alle aussehen, vielsagend-MUIG.

DAISY: Weißt du, Pebbels, ich glaube, dass mein Köpfchen nie mehr ganz gerade wird, resigniert-MUIG. Wenn die vielen kleinen Knöchelchen im Ohr von der Entzündung angegriffen wurden oder der Nerv geschädigt wurde, dann bleibt der Kopf schief, auch wenn die Entzündung weg ist. Damit mus ich wahrscheinlich jetzt zurechtkommen, tapfer-MUIG.

OSCAR: Hab' Hoffnung, Daisy, geschädigte Nerven heilen bis zu einem ganzen Jahr lang, tröstend-MUIG. Vielleicht wird es ja noch besser. Jedenfalls haben wir dich auch mit Schiefköpfchen sehr lieb.

DAISY: Danke, Oscar.

KERSTIN-ZWEIBEIN: Hallo, wie wär's mit Gurke für alle?

DAISY: Ja, gerne, freu-MUIG. Danke Mama Kerstin. Also tschüss dann, mampf schmatz, bis zum nächsten Mal…

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Wie bei der Vorstellung der beiden Seniorinnen hier in den News Anfang Juni versprochen, möchten wir heute nochmals von Yentl und Yina berichten. Die beiden Schweinedamen waren Ende Mai 2019 zu uns gekommen, da die Haltung schwersten Herzens aus privaten Gründen beendet werden musste.

Mittlerweile sind die Zwei natürlich längst in ihre Patentierpflegestellen gezogen und wir haben sie besser kennengelernt, es sind zwei ganz selbstbewusste Damen, die wissen was sie möchten - und was nicht! Doch lest selbst:

 

Hallo liebe Zweibeiner, ich bin´s die Yina

.. und ich bin erst seit kurzem bei SOS. 

Abgegeben wurde ich im schönen Taunusstein und bin dann circa 240km ins südliche Kehl am Rhein umgezogen. 
Weshalb ich verpatet wurde? Ich bin stolze sieben Jahre alt - gehöre deswegen aber noch lange nicht zum alten Eisen. Meine Pflegemama hat ordentlich gestaunt als sie von meinem Alter erfahren hat. Sie hat mich um einiges jünger geschätzt. Welche Dame hört das denn nicht gerne? 
 
Trotz meines Alters habe ich einen riesen Kohldampf. Ich fresse einfach alles. Und von allem auch noch viel. Ein gesunder Appetit hat ja aber bekanntlich noch nie geschadet und wie könnte ich auch zu der Vielfalt an Gemüse, Kräutern und Leckerli Nein sagen?
 
Hier seht ihr mich mit der schönen schwarzen Patenschweinemaus Candela und unserem Haremschef, dem Kayo
 
Einiges von der Vielfalt war mir völlig suspekt. Aber meine neuen Freunde haben mir gezeigt, dass einfach alles schmeckt und man Zweibein auch mit Kulleraugen anschauen sollte, wenn man noch eine Extaportion haben möchte. 
Das hab ich mit nicht zweimal sagen lassen! Ich habe Zweibein keine 24 Stunden später schon meinen Kopf kraulen lassen - und ich sag nur: Jackpot! Die Extraportion Erbsenflocken hat es dann auch wirklich gegeben! Entsprechend versuche ich es nun mehrmals am Tag, aber ein bisschen muss man ja aufs Gewicht achten... 
Ansonsten geht es mir gut und ich fühle mich sehr wohl.
 
 
Möchtet ihr mich und meinen unstillbaren Hunger mit ein paar Gemüsetalern unterstützen? Dann übernehmt doch gerne eine Patenschaft, ich freue mich auf jede Patin/jeden Paten
Eure Yina
 
 
Patenmädchen Yentl schickt sonnige Grüße an alle Schweinefreunde da draußen
 
.. und möchte verkünden, dass sie sich wunderbar in ihrer neuen Gruppe eingefunden hat. Sie ist nun Mitglied einer 5-köpfigen Schweinebande und treue Freundin unserer Patendame Radieschen, die es ebenso wie Yentl zu Anfang nicht einfach hatte. Aber von Anfang an:
 
Im Juni zog Yentl in die Patenpflegestelle Flörsheim zu der aufgeweckten Gruppe bestehend aus Patenmädel Radieschen, SOS-Frauke, SOS-Kuki und dem kecken Rosettenbock Simon (Nicht-SOS). Wie ihr ja vielleicht schon in Yentls Profil erfahren habt, plagen Yentl fiese Eierstockzysten, welche auch ihr Verhalten beeinflussten. Sie brauchte also eine Gruppe, die sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Und somit war sie wie geboren für die bis dato noch vierköpfige Rasselbande, die auch schon Aggro-Radieschen in ihrer schlimmsten Zeit die Stirn geboten hat.
Im Gehege angekommen wollte Yentl auch direkt ihre Kampfseite zeigen und attackierte erst einmal jedes einzelne Schwein. Nun, da hat sie wohl die Rechnung ohne die vier Sturköpfe gemacht, sodass sie noch am gleichen Abend gehörig einen auf den Deckel bekommen hat und auch die nächsten Tage durfte sie sich nicht den anderen nähern ohne eine reumütige Geste zu machen. Und somit kletterte unsere schwarze Schönheit auf der Rangskala kleinlaut ganz nach unten. Mittlerweile scheint sie sich dort aber auch wohl und behütet zu fühlen. 
Seit Ankunft erhält Yentl wöchentlich Hormonspritzen verabreicht. Wir sind uns ziemlich sicher, dass auch diese Yentl darin unterstützen, wieder ein ausgeglichenes Leben führen zu können und ihr Verhalten im positiven Bereich halten. Auch scheint sich langsam etwas an ihren kahlen Stellen zu machen: Jede Woche sprießen vereinzelte Härchen. Es ist noch weit davon entfernt "Fell" oder "Flaum" genannt zu werden, aber vielleicht entwickelt sich ja noch mehr?!
 
"Hmm, gibt´s da drüben vielleicht was noch Besseres zum Futtern, nicht, dass ich was verpasse..."
Yentl, vorne ganz in Schwarz
 
Die kahlen Stellen sind es vielleicht auch, die Radieschens Sympathie zur kleinen Yentl geweckt haben ;-) Auch dieses süße Patenmädel kugelt aktuell mit (wahrscheinlich) hormonell bedingtem Haarausfall an Flanken, Bauch und Hals im Gehege herum. Zwischen den zwei Hübschen hat es schnell gefunkt und die eine hat in der anderen eine Verbündete gefunden. Auch das hätten wir so gar nicht für möglich gehalten, da Radieschen bisher immer eigenbrötlerisch unterwegs war und eher eine Koexistenz im Gehege führte. 
 
Yentl (links)... selten ohne ihr Radieschen (rechts)..
 
Erwähnenswert ist es auch noch, dass Yentl für ihr Alter einfach super in Form ist und man ihr das Alter kein bisschen anmerkt. Während  die jüngeren Artgenossen bei ihr mit steifer werdenden Gelenken, trockenen Augen und Augenverknöcherungen sowie steigender Müdigkeit immer mehr zu kämpfen haben, wackelt die rüstige Rentnerin Yentl mit ihren 7 Jahren tanzend durch die Weidenbrücken. Nur die um sie lebenden Menschen mag sie nicht besonders, sehr zum Leidwesen ihrer Gurkensklavin, die jede Minute nutzt um ihre Aufmerksamkeit erhaschen zu können. In der vorigen Pflegestelle hat sie sich sogar einen Krauler am Kopf abgeholt, das Vertrauen muss sich die liebe Patenstelle wohl noch verdienen. 
 
Beim Gang durch die geliebten Weidenbrücken... man beachte, Radieschen ist nicht fern..
 
Drücken wir Yentl fest die Daumen, dass es ihr, vor allem auch durch eure Unterstützung, lange noch so gut gehen kann!
 
Die beiden charakterstarken Seniorinnen bereichern unsere SOS-Familie ungemein, sicher lassen die beiden wieder einmal hier in den News von sich hören
 
 

 
 
 
 

 

 


Toffee & Oscar (zusammengerauft)

 OSCAR: Hallo Leute, hier ist wieder euer Oscar.

Tja, traurig-MUIG, es war ja schon absehbar und jetzt muss ausgerechnet ich euch diese schreckliche Nachricht mitteilen, seufz-MUIG. Unsere Toffee ist jetzt im Regenbogenland, traurig-MUIG.

PEBBLES: Sie fehlt so! Sie hat immer gewusst, was zu tun ist. Und man konnte sich immer auf sie verlassen, weinend-MUIG.

DAISY: Sie war immer da, schon so lange vor uns. Ich kenne gar kein Leben ohne Toffee, fassungslos-MUIG.

JOYCE: Sie war die einzige von uns, die Henry noch kannte. Und Jane und Clara. Sie hat immer so viele alte Geschichten erzählt, wehmütig-MUIG. Toffee war ein großes Vorbild für mich!


Toffee (Ist das weeeiiiiiich…)

OSCAR: Sie war etwas ganz besonderes! Einzigartig! Und sie hat so viel erlebt in ihren nur 4 1/2 Jahren. Dabei sah es am Anfang gar nicht gut aus, weil sie bei einem bösen Menschen lebte, der sie und ihre Mitschweinchen einfach in einen Karton packte und in einem Müllcontainer entsorgte, zornig-MUIG. Das hätte damals schon leicht das Ende sein können. Da war Toffee noch kein halbes Jahr alt und schon schwanger.

PEBBLES: Aber Gott sei Dank kam ein netter Mensch vorbei, der das Quieken im  Container hörte und den Karton rausholte und alle Schweinchen rettete, erleichtert-MUIG. Der brachte dann alle in die Notstation.


Toffee (Zwei in Birnenform)

JOYCE: Ihr wisst ja noch, dass Henry damals mit Röschen hier zusammenlebte und die Mama Kerstin nach Röschens Tod eine Nachfolgerin suchte. Dabei wurde sie auf genau diese Notstation aufmerksam, wo sie dann Clara abholte, erinner-MUIG.

DAISY: Und dabei sah sie in der Menge der anderen Meeris plötzlich Toffee. Und die schaute sie kurz an mit diesem ganz besonderen Toffee-Blick, den die Mama Kerstin nie mehr vergessen wird, Träne-übers-Gesicht-lauf-MUIG.

OSCAR: Ich auch nicht, Stimme-versag-MUIG.

PEBBLES: Keiner von uns, leise-MUIG.


Toffee (mit Toffee-Spezial-Blick) & Joyce

JOYCE: Der Mama Kerstin war erst gar nicht klar, wie heftig Amors Pfeil sie da gerade mitten ins Herz getroffen hatte. Aber am nächsten Morgen hat sie gleich wieder in der Notstation angerufen und Toffee für sich reserviert, weil sie die ganze Nacht an ihr liebes Gesichtchen denken musste, mitfühlend-MUIG.

PEBBLES: Aber erst musste Toffee ihre Babies kriegen und aufziehen. Zwei niedliche kleine Jungs, genauso hell-creme-toffeefarbig mit etwas weiß wie sie selbst. Toffee hat sich oft gefragt, was wohl aus den beiden geworden ist, überleg-MUIG.

OSCAR: Man kann nur hoffen, dass sie ein richtig gutes Leben hatten und noch haben und ganz alt werden, hoffnungsvoll-MUIG.

DAISY: Und dann kam Toffees großer Tag, an dem sie hier einziehen durfte. Und das auch noch mit ihrer besten Freundin Jane, erzähl-MUIG.

JOYCE: Was für ein Riesenglück! Die beiden waren wirklich ein Herz und eine Seele, überzeugt-MUIG. Gegenüber Toffee hat Jane auch nie die Chefin raushängen lassen. Toffee durfte immer alles.


Jane & Toffee (unzertrennliche beste Freundinnen)

OSCAR: Ja, das weiß ich noch, wehmütig-lächel-MUIG, wenn Toffee brünstig war, ist sie immer auf Jane gesprungen, aber Jane war immer nachsichtig mit ihr.

PEBBLES: Die Vergesellschaftung mit Clara war ganz schön hart für Toffee, weil Clara sie so gejagt hat, dabei war Toffee so ein dünnes Ding und noch ganz geschwächt von der Geburt und der Aufzucht ihrer Babies, mitfühlend-MUIG. Aber Toffee hat sich später sogar mit Clara versöhnt und sie sind auch gute Freundinnen geworden, froh-MUIG. Toffee war ja ganz bescheiden und unehrgeizig.

DAISY: Toffee hat immer erzählt wie Henry sie bei der Vergesellschaftung vor Clara beschützt hat, indem er sich dazwischen gestellt hat. Da fing es an mit der Liebe zwischen den beiden, romantisch-MUIG.


Toffee & Henry (Liebe auf den ersten Blick)

JOYCE: Aber Toffee sagte auch mal, der Henry sei ein ganz feiner und anständiger Kerl gewesen, bloß mit seinen Böckchenpflichten hatte er es nicht so. Am Anfang wollte Toffee noch ein Liebesleben, sie war ja noch jung, aber als sie hier zum ersten Mal brünstig war musste sie den Henry richtig verfolgen und ganz laut anquieken, damit er mal kurz aufreitet, lächel-MUIG. Später hat sie das dann auch gelassen.

OSCAR: Ich fand es immer so niedlich an ihr, dass sie so ein Löchlein im Fell am Heck hatte, wo das Schwänzchen gewesen wäre, wenn sie eins gehabt hätte, verschämt-MUIG.


Toffee (mit Schwänzchen-Vorbereitung)

JOYCE: Und sie hat immer für ihr Leben gerne gegessen. Sie hat mir mal von ihren ersten frischen Maisblättern vorgeschwärmt, die fand sie sooo köstlich, dass sie gar nicht mehr aufhören konnte zu essen, schmatz-MUIG. Zwei komplette große Maisblätter hat sie gegessen und dann wäre sie beinahe geplatzt. Sie musste gaaanz lang ausgestreckt auf der Mama Kerstin liegen bleiben bis sie soweit verdaut hatte, dass sie wieder aufstehen konnte, Junge-Junge-MUIG.


Toffee (mit zwei Maisblättern)

DAISY: Und Gras hat sie geliebt!! Sie war auch die einzige aus der alten Vierergruppe, die gerne Auslauf im Garten hatte. Alle anderen saßen draußen ängstlich unterm Tisch, aber Toffee war immer unterwegs und hat gefuttert, bewundernd-MUIG.


Toffee (die Furchtlose)

OSCAR: Selbst als dann Raven einzog und als Babyhund neben dem Außengehege tobte, war Toffee völlig unbeeindruckt, begeistert-MUIG. Sie war immer so positiv und friedfertig, auch in ihrer ersten Meerigruppe mit Henry, Jane und Clara. Da war Toffee noch ein junges naives Meeri und immer zufrieden.


Toffee (die Unbeeindruckte) & Raven

PEBBLES: Aber weil sie immer so gerne gegessen hat, hatte sie auch immer Gewichtsprobleme. Und deshalb und wegen ihrer total hellen Haut hatte sie auch immer gerötete Fußsohlen an den Hinterfüßchen, mitfühlend-MUIG.

JOYCE: Wahrscheinlich hatte sie auch ihre schlimme Aufgasung, weil sie zu unmäßig gegessen hat, mutmaß-MUIG. Als es ganz schlimm war im Frühjahr 2017 musste sie ja sogar in der Tierarztpraxis bleiben zur Behandlung, aber immerhin ist sie da wieder gesund geworden, erleichtert-MUIG.

DAISY: Aber nach der Aufgasung war sie auch nie wieder so dick wie vorher, ganz von selbst, wunder-MUIG. Sie hatte ja vorher teilweise über 1200 Gramm, dabei war sie gar kein so großes Schweinchen. Danach wog sie meistens zwischen 1000 und 1100 Gramm.


Toffee (Mann, bin ich heut' platt)

OSCAR: Aber dann kam der große Einschnitt in Toffees Leben. Ihr ganzes Leben hat sich komplett verändert und seitdem war auch sie nie wieder wie vorher. Binnen drei Monaten sind alle ihre drei Mitschweinchen gestorben, erst Henry, dann Jane und dann auch noch Clara. Nur Toffee blieb übrig, traurig-MUIG.

JOYCE: Nach Janes Operation ist Toffee nicht mehr von Janes Seite gewichen. Sie hat alles für sie getan, mit ihr gekuschelt, um sie warm zu halten, ihr Kraft und ganz viel Liebe gegeben, aber gegen den Tod kamen sie nicht an und Toffee musste ihre geliebte Jane ins Regenbogenland ziehen lassen. Das hat ihr das Herz gebrochen, elend-MUIG.


Clara & Toffee (Huuuuuuuungeeeer…)

DAISY: Und dann ging auch noch Clara und Toffee fand sich auf einmal in einer völlig neuen Gruppe wieder.

OSCAR: Ja, von mir war sie am Anfang nicht so überzeugt, bedauer-MUIG. Ich war halt nicht wie Henry. Außerdem war ich selbst noch ganz schön traumatisiert von meinem früheren Leben und gar nicht in der Lage, hier als Chef Verantwortung zu übernehmen. Und außer mir hatte Toffee es plötzlich noch mit euch zwei unreifen Küken zu tun, Pebbles und Joyce.


Toffee (Hast du was für mich?)

DAISY: Ja, das muss entsetzlich gewesen sein für Toffee, verständnisvoll-MUIG. Erst in einer Gruppe, in der sie in der Rangordnung ganz unten und damit ganz zufrieden war. Und sie wollte ja auch nie Chefin sein, sondern einfach nur unbeschwert ihr Leben leben. Und dann sterben alle ihre Freunde einfach weg und sie findet sich in ihrer Trauer und Verzweiflung in einer führerlosen neuen Gruppe mit einem traumatisierten Böckchen und zwei unnötigen Babybratzen wieder, seufz-MUIG.


Toffee (Wer will was von mir?)

OSCAR: Ja, da ging es Toffee sehr lange sehr schlecht. Sie hat schrecklich getrauert und die Mama Kerstin hat sich große Sorgen um sie gemacht, weil sie spürte, dass Toffee am liebsten ihren Freunden über die Regenbogenbrücke gefolgt wäre, kummervoll-MUIG.

PEBBLES: Ja, ich erinnere mich, dass unsere Gruppe damals gar nicht funktionierte. Aber dann kam Daisy dazu und war von Anfang an so fröhlich und unbefangen und auf einmal ging es uns allen wieder besser. Auch Toffee fing an sich mit der neuen Situation zu arrangieren, erleichtert-MUIG.


Pebbles, Toffee, Joyce, Daisy (Damenkränzchen)

OSCAR: Ja, in der Situation ist Toffee über sich selbst hinausgewachsen, voller-Hochachtung-MUIG. Sie hat erkannt, dass die Gruppe eine Führung braucht und ihr drei Babies sozialisiert und erzogen werden musstet und dass außer ihr niemand diesen Job machen würde, ähem-räusper-MUIG. Also hat sie sich der Verantwortung gestellt und die Aufgabe übernommen.

PEBBLES: Ausgerechnet Toffee, die vorher so naiv und unbedarft war und gar keine Verantwortung tragen musste, bewundernd-MUIG.

JOYCE: Ja. Aber auch wenn sie sich am Anfang oft überfordert gefühlt hat, hat sie alles getan, so gut sie es konnte. Und ich finde, sie hat ihre Aufgabe ganz großartig gemacht und dank ihr sind wir auch zu einer ganz tollen Gruppe geworden, dankbar-MUIG.


Joyce, Oscar, Daisy, Toffee, Pebbles (tolle Gruppe)

DAISY: Solange ich Toffee kannte, war sie gar nicht unbedarft und naiv! Ich finde, sie hatte wahnsinnig viel Lebenserfahrung und wusste immer, was zu tun ist und wie's am besten läuft, lobend-MUIG. Sie hatte das ganze Leben hier im Griff. Sie wusste auch immer als erste, wo die Mama Kerstin gerade den frischesten Heuhaufen aufgeschüttet hatte und wie man der Kerstin ein Extra-Leckerchen abluchst.


Daisy & Toffee (Wir können auch laut!)

PEBBLES: Ich fand Toffee am Anfang ein bisschen grimmig mit mir, aber dann wurde mir klar, wie schwer die Situation für sie war und was für eine liebe Seele unsere Toffee immer war. Aber ich hatte auch immer Respekt vor ihr, gesteh-MUIG.

OSCAR: Ich auch, zugeb-MUIG. Sie musste nie laut werden, ein indignierter Blick von ihr genügte und man wusste, was man zu tun und zu lassen hatte. Ich denke, das hatte sie von Jane gelernt.

DAISY: Manchmal wirkte sie nach außen ein bisschen bärbeißig und ungnädig. Je älter sie wurde, umso selbstbewusster wurde sie und umso genauer wusste sie, was sie wollte und was nicht. Aber sie war immer lieb und sanftmütig, schmerzlich-MUIG.


Toffee (Das war doch grad der Kühlschrank, oder?)

PEBBLES: Ich hab' immer gestaunt wie selbstverständlich und entspannt sie mit der Mama Kerstin umgegangen ist, verwundert-MUIG. Sie hatte überhaupt keinen Stress, wenn die Kerstin sie aus dem Haus holte und tüvte oder ihre Füße eincremte.

OSCAR: Na, überleg mal wie lange die beiden sich kannten. Und sie kannten sich in und auswendig. Toffee wusste genau, was für ein sicheres Zuhause wir hier haben und wie lieb die Mama Kerstin sie hatte und dass sie ihr niemals was Böses tun würde, überzeugt-MUIG.

JOYCE: Bloß an dem Tag als sie die Fußverbände bekam wegen ihrer wunden Hinterfüßchen, da hat sie ein bisschen geschmollt mit der Mama Kerstin.

DAISY: Später ist der Mama Kerstin dann klargeworden, dass Toffee wohl schon länger abgebaut hat als sie dachte und dass ihre Füßchen deshalb so wund wurden, weil ihre Selbstheilungskräfte immer mehr abgenommen haben, bedauernd-MUIG.


Toffee (wunde Füße)

PEBBLES: Ach, deshalb wollten ihre Sohlen auch nicht mehr heilen trotz all des Cremens, begreif-MUIG.

OSCAR: Der Mama Kerstin war auch schon länger aufgefallen, dass Toffees Hintern immer knochiger wurde. Und ihre Öhrchen waren nicht mehr so zart rosa wie früher, sondern irgendwie rötlich-bräunlich-dunkler und man sah die Äderchen viel deutlicher. Die Waschel waren nicht mehr so gut durchblutet. Und ihr Fell wurde ein bisschen stumpf und struppig, traurig-MUIG.

JOYCE: Ja, sie ist alt geworden in der letzten Zeit, zustimmend-MUIG, obwohl sie noch nicht mal fünf war. Aber sie wirkte zufrieden bis zuletzt und ich glaube, dass sie wusste, dass sie bald ihre alten Freunde wieder trifft, hinter der Regenbogenbrücke. Und ich glaube, sie konnte das annehmen.


Toffee (man wird nicht jünger)

DAISY: Dann fiel der Mama Kerstin plötzlich auf, dass Toffee keine Sonnenblumenkerne mehr essen wollte, erinner-MUIG. Da war ihr klar, dass das was ganz beunruhigendes war. Aber es gab nichts, was sie einem Tierarzt hätte sagen können und Toffee wirkte sonst völlig normal.

PEBBLES: Die Mama Kerstin hat Toffee erstmal Sab Simplex gegeben und Vitamine und Rodicare Akut und Metacam und auch Traumeel, weil das bei Oscar so gut geholfen hat als es ihm so schlecht ging, aufzähl-MUIG.

OSCAR: Bei Toffee hat es auch irgendwie geholfen, sie fühlte sich besser, aber den körperlichen Verfall hat es nicht aufgehalten. Die Mama Kerstin sagte, es sei alles wie es bei Henry war. Nichts konkretes. Toffee war wie ein Licht, das immer mehr erlischt, Träne-übers-Gesicht-lauf-MUIG.

DAISY: Der Mama Kerstin war eigentlich klar, dass sie ihre liebe Toffee verlieren würde, besonders als Toffee dann auch keinen Löwenzahn mehr essen mochte, aber sie wollte es nicht wahrhaben, verständnisvoll-MUIG.

JOYCE: An ihrem letzten Sonntag im Auslauf mochte Toffee gar nicht mehr rumlaufen. Sie hatte morgens einen Teller Gras und den Rest des Tages hat sie dann kaum was gegessen. Als die Kerstin sie abends wieder ins Haus bringen wollte saß Toffee unter einem Karton in einer Pipipfütze und war ganz nass, aber Köttel waren keine da, beschreib-MUIG.


Toffee (Es geht nix über gutes Heu)

PEBBLES: Genauso war es bei Henry, aber jetzt war es was Konkretes und die Kerstin hat Toffee direkt in die Transportbox gepackt und ist in die Tierklinik gefahren, in der auch Daisys Ohr behandelt wird, weil sie dachte, es sei vielleicht eine Blasenentzündung und Toffee esse deshalb nicht mehr und weil sie nicht esse, kämen auch keine Köttel, erklär-MUIG.

DAISY: Ja, manchmal sind mir die Zweibeiner ein Rätsel. Wir wussten alle, dass Toffee sich bereit macht zu gehen, aber auf einmal hoffte die Kerstin, es sei nur eine Entzündung, die sie nicht erkannt habe, und es könne vielleicht doch wieder alles gut werden. Ts-ts-MUIG.

OSCAR: Also, eine Blasenentzündung oder ein Blasenstein waren es nicht. Toffees Genitalbereich war auch völlig schmerzfrei. In der Klinik machte man ein Röntgenbild von Toffee und das sah ganz verheerend aus. Man sah hinter dem deutlich aufgegasten Magen überhaupt keine einzelnen Organe mehr, nur undefinierbares Gekröse, trocken-schluck-MUIG.

PEBBLES: Aber die Organe hatten sich doch nicht alle aufgelöst?


Toffee (Undefinierbares mit Aufgasung)

JOYCE: Nein, die Tierärztin sagte, das ganze Gewebe sei so voll mit Flüssigkeit, dass man nichts konkretes mehr sehen kann, seufz-MUIG. Sie wollte wissen, ob die Kerstin Toffee noch behandeln wolle, dann könne sie Toffee Enrobactin geben und Metacam.

OSCAR: Das gute alte Enrobactin. Tierarzts Wunderwaffe, sarkastisch-MUIG. Aber die Kerstin wollte alles, was es Toffee vielleicht ein bisschen leichter machen und ein paar Beschwerden lindern  könnte.

PEBBLES: Die Mama Kerstin sollte Toffee mit Schmerzmitteln und Sab Simplex vollstopfen und sie päppeln und sie mit einem Wärmekissen warmhalten, wiedergeb-MUIG.

DAISY: Toffee hat zu der Zeit schon nur noch frisches Gras gefressen, nichts anderes mehr. Und sie hatte schrecklich abgenommen auf gerade mal noch 845 Gramm, bekümmert-MUIG, obwohl die Mama Kerstin sie noch zusätzlich gepäppelt und ihr dreimal am Tag einen ordentlichen Teller Gras geschnitten hat. Sie ist die letzten Tage wieder in jeder Mittagspause heimgekommen, um Toffee mit Gras zu füttern und zuzupäppeln und ihr ihre Medis zu geben.


Toffee (Ich steh auf den Sonntagsauslauf)

OSCAR: Obwohl Toffee immer alles hasste, was in einer Spritze angeboten wurde, war sie in ihren letzten Tagen ganz milde und entspannt und hat brav alles genommen, was die Kerstin ihr ins Mäulchen spritzte, erstaunt-MUIG.

JOYCE: Montagabend saßen die beiden zusammen am Küchentisch und Toffee futterte dort ihren Grasteller. Sie hat ganz langsam Halm für Halm gegessen und brauchte fast eine halbe Stunde bis sie satt war. Da hat die Kerstin auch das letzte Foto von Toffee gemacht, unglücklich-MUIG. Aber Köttel kamen während der ganzen Sitzung keine. Dabei hoffte die Kerstin immer noch, Toffee könne noch ein bisschen bei uns bleiben, solange sie frisst und weiterhin zufrieden wirkt.


Toffee (Gras ist das Beste, bis zum Schluss)

DAISY: Aber Toffee war schon total verstopft und am Dienstag mittag wollte sie auch kein Gras mehr essen, nicht einen Halm, mitleidig-MUIG. Sie hing total durch und hatte gar keine Körperspannung mehr. Die Kerstin hat ihr dann als allerletztes Mittel 3 ml Leinöl gegeben, das bringt eine stockende Verdauung mit ein bisschen Glück wieder in Bewegung. Aber sie hatte wenig Hoffnung und hat sich von Toffee verabschiedet, weil sie dachte, abends ist sie vielleicht nicht mehr bei uns, mit-zitternder-Stimme-MUIG.

PEBBLES: Toffee hat aber auf das Öl tatsächlich den ganzen Nachmittag geköttelt und abends war sie leer, überrascht-MUIG. Als die Mama Kerstin abends heim kam saß Toffee gut gelaunt auf dem Zwischenbrett zur ersten Etage, machte drei Schritte auf die Kerstin zu und reckte ihr das Näschen entgegen, weil sie Hunger hatte. Sie fraß dann ganz genussvoll ihr Gras und nahm brav ihre Medis.

DAISY: Am Mittwochmorgen sah Toffees Fell wieder glatter aus, sie wirkte recht zufrieden, hat ein halbes Salatblatt gegessen und das Hellgrüne aus drei halben Gurkenscheiben, den dunklen Rand hat sie übrig gelassen, lächel-MUIG. Als sie genug hatte hat sie sich umgedreht und ist unter ein Kissen gekrabbelt. Die Mama Kerstin hat sie noch ein bisschen zugepäppelt und ihr ein frisches Wärmepad hingelegt. Da hatte sie wieder Hoffnung, dass Toffee einfach noch ein bisschen bei uns bleibt.


Toffee (mit Weihnachtsgurke)

OSCAR: Aber es war nur ein letztes Aufbäumen. Toffee hat ja immer weiter abgenommen, ihre Organe haben einfach nicht mehr gearbeitet und am Mittwochvormittag saßen wir alle zusammen unter unserem großen Tisch und haben Toffee Gesellschaft geleistet und uns verabschiedet, weinend-MUIG. Ich schäme mich so, dass ich sie gebissen habe, aber sie hat mir verziehen.


Toffee (Ich verzeihe dir, Oscar)

JOYCE: Als die Mama Kerstin mittags heim kam lag Toffee in unserer Mitte. Sie hat nur kurz das Köpfchen gehoben und die Mama Kerstin angeschaut und es dann direkt wieder abgelegt, seufz-MUIG. Da war der Mama Kerstin dann endlich klar, dass Toffees letzte Kräfte aufgezehrt waren. Sie hat ihr nochmal frisches Gras angeboten, aber Toffee konnte und wollte nichts mehr essen.

OSCAR: Die Kerstin hat Toffee dann eine ganz bequeme Transportbox eingerichtet mit einem weichen Kuschelbett und hat sie zur Tierklinik gefahren. Es war schrecklich für uns zu wissen, dass wir sie in diesem Leben nie wiedersehen werden, heul-MUIG. Aber sie wäre sonst verhungert oder an einer Aufgasung oder so gestorben, es war ja ein völliges Organversagen.

PEBBLES: Dieses "nie mehr" ist so unerträglich, verzweifelt-MUIG.

DAISY: Das ist wahr, bekümmert-MUIG. Aber Toffees Weg war einfach zu Ende. Und sie hatte ein reiches Leben, hat den größten Teil davon in Sicherheit und einem schönen Zuhause verbracht mit guten Freunden. Sie wurde geliebt und musste keine Schmerzen haben. Ich denke, es war ein gutes Leben, auch wenn es hätte länger dauern dürfen, überzeugt-MUIG.


Toffee (Lebt wohl, vergesst mich nicht!)

JOYCE: In der Tierklinik bekam Toffee die erste Spritze, durch die sie erstmal einschlief. Dann kam die zweite Spritze und nach einer kurzen Wartezeit hörte die Tierärztin Toffee wieder ab und sagte, Toffees Herz wolle gar nicht aufhören zu schlagen. Es war tatsächlich eine dritte Spritze nötig bis sich Toffee endgültig entschied über die Regenbogenbrücke zu gehen.

OSCAR: Sie war einfach ein Kämpfer. Und nun liegt sie bei den anderen im Garten in dem schönen Staudenbeet, genau neben Jane. Und unser Haus ist schrecklich leer und still ohne sie. Ich bin schrecklich traurig.

KERSTIN-ZWEIBEIN: Möchtet ihr vielleicht mit ein paar getrockneten Maisblättern einen Toffee-Gedächtnis-Bissen zu euch nehmen?

OSCAR: Das ist eine gute Idee. Danke, Mama Kerstin.

Also tschüss dann, mampf schmatz, auf unsere unvergessene Toffee…

 

Liebe Toffee,

wir werden Dich niemals vergessen - Du bist fest in unseren Herzen!
Leb' wohl!
Deine Freunde von SOS Meerschweinchen e. V.

 

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Wir freuen uns sehr über folgende neue Patenschaften und bedanken uns ganz herzlich bei:

 

 

Frau Beate C. für die Übernahme einer Patenschaft für Dagobert,

Einer Patin, die gerne anonym bleiben möchte für die Übernahme einer Patenschaft für Snoe,

Frau Bettina R. für die Übernahme einer Geschenkpatenschaft an Herrn Klaus R. für Adalyn,

Familie S. für die Übernahme einer Geschenkpatenschaft an Familie B. für Jolina,

Frau Sabine S. für die Übernahme einer Gesamtpatenschaft,

Frau Bianca E. für die Übernahme einer Patenschaft für Ernie,

Frau Kim B. für die Übernahme einer Patenschaft für Abbie,

Frau Claudia S. für die Übernahme je einer Patenschaft für Yentl und Yina,

Familie R. für die Übernahme einer Patenschaft für Anne und

Frau Jessica K. für die Übernahme einer Patenschaft für Jazz

 

sowie

 

Frau Martina M. für die Übernahme der Kastrationspatenschaft von John-Boy,

Familie H. für die Übernahme der Kastrationspatenschaft von Swiffer,

Frau Susi Z. und Herrn Markus K. für die Übernahme von gleich zwei Kastrationspatenschaften von Luis und Korbinian sowie

einer Patin, die gerne anonym bleiben möchte, sie übernimmt die Kastrationspatenschaft für das nächste Böckchen, das bei uns kastiert wird.

 

  Herzlichen Dank ihnen allen für die grossartige Unterstützung.

 

Rubina kam im Juni 2018 zu uns in den Verein, da sie als letztes Schweinchen einer Vierergruppe "übrig geblieben" war und die Haltung beendet werden sollte. Leider konnten uns die ehemaligen Halter keine Altersangabe von Rubina machen, sie wurde auf 6 Jahre geschätzt. Rubina hatte, in der Pflegestelle angekommen, einen Blasenstein und massiven Blasengries. Hier wurde sie gut medikamentös eingestellt. Traurigerweise war dies aber nicht alles: die liebe Maus hatte auch einen grossen Unterbauchtumor. Dieser wurde operativ entfernt, Rubinchen überstand diesen Eingriff sehr gut. Nachdem sie sich in der Pflegestelle erholt hatte und wieder ganz bei Kräften war, kam der grosse Tag: Rubina durfte in die Patentierpflegestelle, ihr endgültiges Zuhause umziehen. Dort wartete schon eine grössere Gruppe auf sie. Die Gruppe ist sehr freundlich, und so wurde auch Rubina auf Anhieb sehr gut aufgenommen. Rubinchen war ein sehr sehr liebes, verträgliches und zartes Mäuschen, ein richtiges Traumschweinchen, so mochte sie in kürzester Zeit jeder in ihrer Gruppe und auch die Pflegemama war sehr schnell um die zarten Pfötchen gewickelt.

In Rubina´s Pflegestelle haben die Schweinchen auch noch ein Aussengehege zur Verfügung, bei entsprechendem Wetter dürfen die Kleinen dann tagsüber raus ins Grüne. Diese Ausflüge hat Rubina immer sehr genossen.

So genoss Rubinchen also insgesamt ihr Leben, war munter und agil, es ging ihr gut. Im April 2019 hatte sich traurigerweise wieder ein Tumor am Bauch entwickelt. Die Tierärztin riet von einer weitern Operation ab, so wurde Rubina medikamentös eingestellt um das Wachstum einzudämmen. Mitte Juni brach der Tumor nach aussen auf, und es musste somit doch operativ eingegriffen werden. Nach anfänglichem Gewichtsverlust konnte Rubina zu diesem Zeitpunkt ihr Gewicht halten, auch war sie topfit und hatte wohl Gott sei Dank keinerlei Schmerzen. Tragischerweise verstarb Rubina bei dieser Operation am 17.06. das Bäuchlein war bereits vernäht, als ihr Herz aufhörte zu schlagen. Es wurde noch alles versucht, aber vergeblich.

Wir sind von Herzen traurig, dass dieser Verlauf so kam, einzig der Gedanke, dass es Rubinchen bis zuletzt eigentlich trotz allem sehr gut ging ist ein wenig tröstlich. So nehmen wir heute schwersten Herzens Abschied von unserer geliebten Rubina, wir sind sehr dankbar, diese liebe, lebensfrohe Maus kennengelernt und ein Stück ihres Weges begleitet zu haben.

Nachfolgende Worte möchte ihr ihre Pflegemama mitgeben:

Meine liebe kleine Rubina, Bienchen , Rubinchen,Bini….
du hattest unzählige Kosenamen und mit Rubina wurdest du eigentlich niemals genannt.

Als du im Herbst bei mir angekommen bist, hast du dich sofort in unsere Herzen geschlichen. Deine Art und dein Charakter waren etwas ganz Besonderes
Wenn es adlige Meerschweinchen geben würde, wärst du eine Gräfin gewesen- so vornehm zurückhaltend Leckerchen einfordern, dass konntest nur du.
Auch Bitte und Danke hättest du gesagt, wenn du es gekonnt hättest.

Wir hätten dich so gern noch sehr viel länger bei uns gehabt :-(

Machs gut, meine kleine Maus

 

Unsere Liebe nimmst du mit,

deine tragen wir in unseren Herzen.

(Petra Schild)

 

Komm gut an geliebte Maus, du wirst unvergessen sein!

 


 

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