Huhu ihr lieben Menschen da draußen!

Ich bin der fesche Anzo und der Neue im Patenbereich. 

Bei den SOS Meerschweinchen bin ich schon seit Anfang Januar. Es werden mich vielleicht Einige wiedererkennen, denn ich war lange Zeit auf der Vermittlungsseite und habe auf ein neues Zuhause gewartet. Jetzt durfte ich aber aus der Pflegestelle aus- und in eine liebevolle Patenstelle einziehen und wohne jetzt mit drei kecken Damen zusammen. 

Warum ich ausgezogen bin wollt ihr wissen?? Ja, dann schaut doch einfach mal auf meiner >Patenseite< vorbei! Ich freue mich auf euren Besuch.

Euer Anzo


 

Stolz wie Bolle ist der kleine Samu (und seine beiden Gurkenschnippler):
Er hat herausgefunden, wie man die schmucke Treppenstufen im Eigenbau richtig benutzt:

 

Sein großer Kumpel Archimedes kann da nur Bauklötze staunen!


 

Unser kleiner Harlekin Yuri….viel zu jung musstest du gehen gelassen werden. Ich finde leider jetzt erst die Kraft ein paar Zeilen für dich zu schreiben.

Was soll ich sagen, du fehlst sehr, auch wenn dein frei gewordenes Plätzchen bei deinen Mädels wieder besetzt ist. Ich weiß, dass du das genau so gewollt hättest, denn der kleine Fergus brauchte diesen Platz ganz dringend.

Du wurdest Anfang 2016 geboren und hattest leider mit weiteren deiner Freunde absolut keinen glücklichen Start ins Leben, denn ihr erblicktet bei einem Vermehrer das Licht der Welt. Es war immer dunkel und die Menschen wollten euch nichts Gutes (Bericht: Kein Märchen - eher eine Horrorstory).

Dann kam euer Tag…..im September 2016 wurdet ihr befreit und durftet zu uns in den Verein ziehen. Hier wurdet ihr erstmal so richtig verwöhnt und wieder aufgepäppelt, denn ihr wart alle mega scheu und unterernährt.

Am 15.04.2017 durftest du bei mir einziehen!!! Ein wundervoller Tag! Ich habe dich in der Pflegestelle abgeholt, du warst in einem der Häuschen gut versteckt und wolltest dich nicht einfangen lassen. Als ich dich dann zum ersten Mal in meinen Händen halten durfte, klopfte mein Herz. Wiegen lassen wolltest du dich allerdings nicht, denn du hattest einfach nur unheimliche Panik. Auf der Heimfahrt hast du dich in deinen Kuschelwürfel eingekuschelt und dich zu Hause gar nicht raus getraut.

Deine damaligen Mädels Biggie-Lou, Yannie und Savannah haben dich gleich als neues Familien-Mitglied akzeptiert, dir aber auch gezeigt, dass du nicht der Chef bist. Das war dir aber auch recht so, denn du warst immer ängstlich und eher zurückhaltend und hast deine Mädels machen lassen. Nichts desto trotz warst du ein wahnsinnig liebenswertes Böckchen und hast ganz viel Charme versprüht. Über die Zeit, die ich mich um dich kümmern durfte, wurdest du immer ein Stück zutraulicher und hast mir sogar oft den Rücken zu gedreht, wenn ich bei dir saß und mir damit wahnsinnig viel Vertrauen geschenkt.

Im Januar dann, nachdem im Dezember 2017 zwei deiner Mädels leider von uns gegangen sind, haben du und Savannah sich zu zweit nicht mehr wohl gefühlt und wir haben dann zwei kleine Not-Meerli-Baby-Mädels adoptiert. Du hast dich mit Pfeffer und Chayenne sofort super verstanden und konntest endlich mal zeigen, was du so konntest. Du warst der beste Ziehpapa, den sich die beiden nur wünschen konnten!!! Danke dir dafür!!!

Im April 2018 dann beobachte ich, dass du rasch an Gewicht verloren hast und deine Schneidezähne ganz schief waren. Du konntest wegen extremer Brückenbildung nicht mehr fressen und musstest gepäppelt werden. Selbst nach zwei Zahnkorrekturen unter Narkose hast du nicht wieder angefangen selbstständig zu fressen. Wir haben uns alle unheimliche Sorgen gemacht. Bei einer weiteren Untersuchung bei einem anderen Tierarzt dann die erschreckende und niederschmetternde Nachricht: dein Kiefer war kaputt, denn der Unterkiefer stand vor dem Oberkiefer. Ich kann mir bis heute nicht erklären wie und wann das passiert sein soll. Das Päppeln fiel dir immer schwerer und du hattest ständige Schmerzen, die auch mit einer hohen Menge an Schmerzmittel und gaaaanz viel Liebe nicht weggingen. Am 16.04.2018 habe ich dann für dich entschieden, dass dies kein Leben für dich ist und habe dich gehen lassen. Einer der schwersten Entscheidungen in meinem Leben.

Auf deiner letzten Fahrt saßt du in deiner Box auf meinem Schoß und hast mich angeschaut. Ich habe mich so schlecht gefühlt, aber es war für dich die richtige Entscheidung. Du bist ganz sanft eingeschlafen in meinen Armen mein Schatz…am selben Tag wie mein Patenschweinchen Goldana...ihr fliegt jetzt zusammen!

Wir vermissen dich alle so sehr…Savannah, Pfeffer, Chayenne, Insa, Husch, Thorsten und deine unendlich traurige Schweinchen-Mama.

 

 

 

Wenn Liebe ein Weg und
Erinnerung Stufen wären,
dann würden wir hinaufsteigen
und dich zurückholen…

 

 


 

Peg kam im März 2017 mit ihrer Gruppe zu uns in den Verein zurück, da die Haltung beendet wurde. Bereits im alten Zuhause hatte Peg an Gewicht verloren und letztlich das Fressen eingestellt. Leider wurde sie dort durch den Tierarzt falsch behandelt. In der Pflegestelle angekommen zeigte sich, dass die süsse Peg ein schwer krankes Schweinchen war.

Sie hatte eine Blasenentzündung und viel Gries und Schlamm in der Blase. Von da an sollten die Blasenentzündungen auch immer wieder kommen, sie waren bereits chronisch geworden. Auch bildeten sich immer wieder Blasensteine, die bis auf einmal am Anfang, Gott sei Dank ausmassiert werden konnten. Allerdings waren diese Blasengeschichten für Peg immer sehr schmerzhaft gewesen und oft auch von Aufgasungen begleitet. Ihre Pflegemama begleitete Peg hier immer besonders aufmerksam und liebevoll, unterstützte sie nach Kräften, verabreichte Schmerzmittel wenn es wieder einmal soweit war usw.

Gleich bei der Erstuntersuchung durch unseren Tierarzt war auch erkannt worden, dass Peg zusätzlich eine recht grosse Flüssigkeitsansammlung in der Gebärmutter hatte. Hier sollte Peg gut beobachtet werden und bei der geringsten Veränderung war bereits zu diesem Zeitpunkt klar, dass eine Operation erfolgen musste. 

Ende April 2018 erkrankte Peg an einer Gebärmuttervereiterung, hier erhielt sie für einige Tage Antibiotikum, dann erfolgte besagte Operation am 02.05. Zunächst kam Peg gut aus der Operation heraus, und es war vereinbart, dass ihre Pflegemama sie am Folgetag aus der Klinik abholen konnte. Als sie dort ankam um Peg zu holen, hatte sich Peg bereits aufgrund von den Narkosefolgen auf den Weg gemacht und war entschlafen. 

Peg durfte nur 4 Jahre alt werden.

So nehmen wir Abschied von dieser wundervollen und tapferen Schweinedame. Wir werden dich sehr vermissen, liebe Maus!

 

 

Seelen, die wir lieben, bleiben für immer,

denn sie hinterlassen Spuren in unseren Herzen.

(unbek. Verfasser)

 

Komm gut an, liebe Maus!

 


 

 



Daisy

DAISY: Hallo Leute, hallo ihr da draußen, fröhlich-MUIG, hier ist eure Daisy, ihr erinnert euch doch an mich, gell-MUIG? Die anderen haben gesagt, dass ich jetzt alt genug bin, um die Begrüßung zu sagen, mega-stolz-bin-MUIG!

Und jetzt sag' ich euch noch, dass wir heute vom Kastrieren von Meeri-Böckchen erzählen.

OSCAR: Stöhn-MUIG. Ich mag heut' nicht mitreden. Kann ich mich nicht ein bisschen in meinen Prinzenpalast legen bis die Folge heut' vorbei ist?

TOFFEE: Auf keinen Fall! Ich lasse nicht zu, dass du dich drückst, energisch-MUIG!

JOYCE: Wir brauchen dich doch, Oscar, schmeichel-MUIG. Du bist doch der einzige von uns, der Infos aus erster Hand über's Kastrieren hat.

OSCAR: Ein zweifelhaftes Privileg, seufz-MUIG.

PEBBLES: Ich fang' jetzt einfach mal an, motiviert-MUIG. Also, Kastration beim Böckchen meint, dass man in einer Operation die Hoden und die Nebenhoden entfernt und auch den größten Teil des Fettkörpers drumrum. Bei den Babyböckchen, die frühkastriert werden, ist der Fettkörper noch ganz winzig, aber bei erwachsenen Böckchen muss man da schon ganz schön viel rausschneiden, Junge-Junge-MUIG.

JOYCE: Deshalb ist die kleine OP bei einer Frühkastration für ein Böckchen viel weniger belastend und auch viel weniger riskant als eine spätere Kastration.


Joyce

DAISY: Und deshalb soll man nicht zögern, gell-MUIG?

OSCAR: Ja ja, schon gut, grumpf-MUIG. Eine Kastration darf aber natürlich nur ein Tierarzt durchführen, möglichst ein auf Meeris spezialisierter, und natürlich muss das Böckchen bei der OP ordentlich betäubt sein. Aber das versteht sich ja wohl von selbst. Hoffentlich! MUIG.

TOFFEE: Eine Narkose ist ja bei uns Meeris immer ein gewisses Risiko, weil wir einen empfindlichen Kreislauf haben und wir kühlen auch schnell aus. Und solange wir in Narkose sind, können wir nicht essen und bei längeren Narkosen kann unsere Verdauung ins Stocken kommen oder der Nahrungsbrei in uns anfangen zu gären.

JOYCE: Es gibt für uns verschiedene Arten von Narkosen. Die Injektionsnarkose macht man bei einer Kastration heute eher nicht mehr, weil es da oft 2 -3 Stunden dauert bis wir wieder aufwachen. Das ist zu lang und damit zu riskant. Außerdem, wer will schon gepiekt werden, wenn er noch wach ist?

PEBBLES: Gerade für kürzere Narkosen wie bei einer Böckchen-Kastration, die nur ungefähr 15 - 20 Minuten dauert, verwendet man heute die Inhalationsmethode. Die piekt nicht, ist schonender für uns und der Tierarzt kann damit besser beeinflussen wie lange wir schlafen. Oft wachen wir schon wenige Minuten nach der Kastra-OP wieder auf.


Pebbles

OSCAR: WIR??? Pah-MUIG. Du ja wohl kaum, du Mädchen, du. Du meinst uns arme Opfer-Böckchen!

TOFFEE: Für längere und schwerere OPs gibt es inzwischen auch neue Narkosemittel für uns, da macht die Medizin große Fortschritte, befriedigt-MUIG. Aber wir wollen ja nicht über Narkosen sprechen, sondern über Kastrationen. Jedenfalls ist die Narkose heutzutage kein Grund mehr, von der Kastra seines Böckchens abzusehen.

OSCAR: Wichtig ist, liebe Zweibeiner, dass ihr euer Meeri vor der Narkose auf keinen Fall hungern lasst, eindringlich-MUIG. Wir müssen bis zuletzt die Möglichkeit haben, mindestens Heu zu essen und Wasser zu trinken. Da sind wir anders als die Menschen. Menschen dürfen vor Narkosen nichts essen, damit sie sich in der Narkose nicht erbrechen. Aber wir können ja nicht brechen, deshalb müssen wir für eine Narkose nicht nüchtern sein. Im Gegenteil kann es unsere Verdauung komplett zum Stillstand bringen, wenn ihr uns vor einer Narkose ausnüchtert, warnend-MUIG.

JOYCE: Man liest auch teilweise im Internet, dass wir 24 Stunden vor einer Narkose kein Gemüse oder anderes Frischfutter mehr essen sollen, um Gärungen während der Narkose zu vermeiden. Das ist aber nur halb richtig.

PEBBLES: Genau, es ist zwar sinnvoll, uns vor einer Narkose nichts zu füttern, was gärt oder bläht oder schwer verdaulich ist, erklär-MUIG. Aber ihr dürft natürlich trotzdem unsere Ernährung nie zu plötzlich umstellen. Wenn wir immer Frischfutter kriegen, aber vor einer Narkose plötzlich nicht mehr, dann ist die abrupte Futterumstellung für uns schädlicher als ein bisschen Gemüse vor der OP.


Daisy

DAISY: Außerdem braucht alles, was wir essen, fast eine Woche, um hinten wieder rauszukommen, fröhlich-MUIG. Ihr müsst also schon einige Tage vor der OP mit einer langsamen Reduzierung von allem anfangen, was schwer verdaulich ist.

OSCAR: Und nach der Narkose dürfen und sollen wir auch sofort wieder alles essen. Aber denkt dran, wieder keine plötzlichen Futterumstellungen.

TOFFEE: Ungeduldig-MUIG, jetzt reicht's aber mit der Narkose. Können wir jetzt mal allmählich zur Beschreibung des Geschnibbels kommen?

OSCAR: Hhnnrghfff...

TOFFEE: Hast du Schmerzen?

OSCAR: Nur mental, leidend-MUIG.

JOYCE: Wenn man ein erwachsenes Böckchen kastriert, ist das schon eine OP, die nicht ganz ohne ist, weil man da schon einiges Gewebe entfernen muss, nämlich die schon ausgewachsenen Hoden und Nebenhoden und den ordentlich großen Fettmantel drumrum. Das ist auch alles gut durchblutetes Gewebe und die ganzen Gefäße in der OP sorgsam zu verschließen ist eine wichtige Sache.

PEBBLES: Ja, weil wenn da was nicht optimal läuft, können an den Stellen, wo Gefäße und Fettgewebe abgebunden wurden, Fettgewebsnekrosen oder Kastrationsabszesse entstehen und das ist dann richtig gefährlich, schauder-MUIG.

TOFFEE: Bei den Frühkastrationen ist das Risiko von Wundheilungsstörungen, Nekrosen und Abszessen viel geringer, weil alles viel kleiner ist. Der Fettkörper ist noch ganz winzig und der OP-Schnitt auch.


Toffee

JOYCE: Bei den kleinen Babyböckchen besteht auch kaum eine Gefahr von Blutungen, weil sich auch die kleinen Blutgefäße im Geschlechtsbereich erst mit Eintritt der Geschlechtsreife so richtig entwickeln und anfangen zu arbeiten. Bis dahin ist da drin nur wenig Blut unterwegs.

DAISY: Wie findet denn der Tierarzt bei den Babyböckchen die Hoden, wenn die noch gar nicht abgestiegen sind, neugierig-MUIG?

PEBBLES: Das ist kein Problem. Wenn das Böckchen in Narkose ist, legt der Tierarzt es auf den Rücken und dann drückt er ihm vorsichtig so auf den Bauch, dass sich die Harnblase leert. Und dabei rutschen auch die Hoden in die Hodensäcke runter. Tierärzte haben da so ihre Techniken, wissend-MUIG.

OSCAR: Wo du gerade Technik sagst, es gibt zwei grundsätzlich verschiedene OP-Techniken bei Kastrationen, die ich persönlich beide gleichermaßen unerfreulich finde: die bedeckte und die unbedeckte Kastration.

TOFFEE: Ach ja, also, Leute, stellt euch einen Hodensack vor. Das ist ein Beutel aus mehreren Hautschichten, der in zwei Kammern geteilt ist, in denen sitzt je einer der Hoden ziemlich lose drin und ist an seinem Samenstrang aufgehängt und der Samenstrang führt nach oben in die Bauchhöhle Richtung Prostata.

JOYCE: Und eine der Hautschichten im Hodensack ist eine Ausstülpung des Bauchfells. Die nennt man Scheidenhautfortsatz oder "Processus vaginalis". Das Bauchfell kleidet also den Hodensack innen aus und da drin sitzen die Hoden.

PEBBLES: Der Tierarzt macht bei dem narkotisierten auf dem Rücken liegenden Böckchen mit einem Skalpell ganz vorsichtig zwei kleine Schnitte in die äußere Hautschicht des Hodensacks über jedem Hoden. Durch dieses Loch wird dann der jeweilige Hoden mit den ihn noch umgebenden Hautschichten nach draußen gedrückt. Da ist also erstmal die Bauchfellschicht unbeschädigt noch drum.

DAISY: Achtung, und jetzt unterscheidet es sich gleich, nicht wahr, Oscar?.


Oscar

OSCAR: Richtig. Bei der sogenannten bedeckten Kastration schneidet man die Bauchfellhaut, den Processus vaginalis, nicht auf, sondern der Tierarzt zieht den Hoden mitsamt seiner Bauchfellhülle so weit wie möglich nach draußen, grusel-MUIG. Dann klemmt er diese Hülle oberhalb des Hodens zusammen mit dem Großteil des Fettkörpers mit einer Klemme ab. Dabei wird auch der in dieser Hülle verlaufende Samenstrang mit abgequetscht, schmerzlich-das-Gesicht-verzieh-MUIG.

JOYCE: Tatsächlich ist das ganz schön kompliziert. Man verwendet drei verschiedene Klemmen und der Tierarzt muss da, wo er gequetscht hat, das Gewebe feste abbinden und dann zwei Nähte an den richtigen Stellen machen und alles ordentlich zunähen, damit da nichts aufgeht, wenn er die Klemmen dann abmacht.

DAISY: Stellt euch vor, die Fäden, mit denen da genäht wird, muss man später nicht mehr rausmachen. Die lösen sich von selbst auf und halten genau so lange bis die Naht zugeheilt ist und der Faden nicht mehr gebraucht wird, begeistert-MUIG. Ist das nicht toll?

PEBBLES: Diese Fäden sind total dünn, aber total reißfest und es gibt sie aus verschiedenen Materialien, in verschiedenen Stärken und mit glatter oder rauer Oberfläche. Heute werden viele Fäden aus Seide oder einem synthetischen Material gemacht, aber früher hat man diese selbstauflösenden Fäden aus Schafs- oder Rinderdärmen gemacht. Die nennt man Catgut.

OSCAR: Heißt das nicht Katzendarm, zweifelnd-MUIG?

PEBBLES: Naja, wörtlich schon, aber Katzendärme hat man nie verwendet. Man nimmt an, dass das eine Verkürzung von "cattle gut" ist, also Viehdarm. Viele Tierärzte schwören heute noch darauf, aber diese Fäden dürfen nicht mehr überall verwendet werden, weil man Angst hat, dass dadurch BSE übertragen wird, also Rinderwahn.


Pebbles

DAISY: Aber wir sind doch gar keine Rinder, verständnislos-MUIG.

TOFFEE: Ungeduldig-MUIG. Jetzt reicht's aber mit den Fäden. Zurück zum Geschnibbel.

OSCAR: Hrnggpfffrmmpfff... trocken-schluck-MUIG.

TOFFEE: Irgendwie hast du heute Sprachstörungen, Oscar.

OSCAR: Das Thema nimmt mich einfach mit.

DAISY: Bleib stark, Oscar, du schaffst das, mitfühlend-MUIG. Atme einfach weiter ein und aus.

JOYCE: Wenn also die zwei Nähte sitzen, dann schneidet der Tierarzt unterhalb der Nähte den Hoden nebst Samenstrang und Fettkörper und der umgebenden Bauchfellhülle ab. Und dann wiederholt er das alles mit dem zweiten Hoden.

PEBBLES: Und das heißt bedeckte Kastration, weil der Hoden von der Bauchfellausstülpung bedeckt bleibt und die nicht aufgeschnitten wird. Wenn der Hoden mit einem Stück Bauchfell abgeschnitten wird, ist das Bauchfell oberhalb davon schon wieder zugenäht, so dass nie ein offener Zugang zur Bauchöhle entsteht.

TOFFEE: Bei der unbedeckten Kastration wird der Hoden nebst Bauchfellhülle genauso aus dem kleinen Schnitt in der Hodenhaut rausgefriemelt, aber dann schneidet der Tierarzt auch die Bauchfellausstülpung auf und holt den Hoden auch aus dieser zweiten Hülle, erklär-MUIG. Er schiebt dann das Bauchfell hoch Richtung Körper, damit es nicht im Weg ist, dann klemmt und näht und schneidet er nur den Hoden mit Samenstrang und Fettgewebe ab. Der Hoden ist dabei also unbedeckt vom Bauchfell. Wenn der Hoden ab ist, wird das Bauchfell dann wieder runtergeschoben und zugenäht.


Toffee

PEBBLES: Bei erwachsenen Meeriböcken macht man besser eine bedeckte Kastration. Die vermeidet das Risiko, dass Bakterien in die Bauchhöhle geraten und dort schreckliche Entzündungen verursachen. Und die OP dauert auch nicht so lange wie bei der unbedeckten Kastration.

OSCAR: Außerdem haben wir Meeriböckchen einen total weiten Leistenspalt. Das ist der Spalt, durch den die Hoden aus dem Bauchraum in den Hodensack absteigen. Wenn bei einer unbedeckten Kastration der Tierarzt den Hoden und Fettkörper abgeschnitten hat, besteht das Risiko, dass durch den Leistenspalt Dünndarmschlingen nach unten rutschen und durch den Schnitt nach draußen quellen, Horrorvorstellung-MUIG. Das wäre dann ein Todesurteil für das arme Böckchen, weil man die nicht mehr in den Bauchraum zurück kriegt, schon gar nicht steril.

PEBBLES: Wenn dann die Hoden beide abgeschnibbelt sind, näht der Tierarzt noch fix die beiden kleinen Schnitte in der Außenhaut des Hodensacks zu. Dazu nimmt man aber keine selbstauflösenden Fäden, weil die teilweise Wochen brauchen bis sie sich auflösen, so lange läuft kein Böckchen freiwillig mit 'ner Naht 'rum. Die Fäden für die Außenhaut werden nach ein paar Tagen gezogen, wenn der Schnitt dann zugeheilt ist.

JOYCE: Meistens heilt die Naht komplikationslos und problemlos ab. Aber manchmal gibt es Unverträglichkeiten des Fadens, dann kann sich ein sogenanntes Fadengranulom bilden, das ist eine entzündliche Gewebsvermehrung. Durch das Durchstechen des Gewebes mit der Nadel können auch mal Infektionen oder Blutungen verursacht werden. Es kann sich auch ein Abszess bilden, dann muss nachbehandelt werden.

TOFFEE: Übrigens gibt es zwei verschiedene Methoden, wie man bei der Kastration mit dem Hodensack umgeht. Bei der sogenannten Orchidektomie wird der Hoden aus dem Hodensack entfernt, der bleibt dann leer und dann schrumpelt er allmählich. Das ist das, was man meistens macht. Bei der Skrotektomie wird auch der Hodensack mit abgeschnitten. Manche Tierärzte finden das besser, weil dadurch Wundschwellungen des Hodensacks nach der OP vermieden werden und wo kein Hodensack mehr ist, bleibt halt auch kein funktionsloser Hohlraum zurück, logisch-MUIG.


Oscar

OSCAR: Bei der Kastration mit Skrotektomie kann's aber Probleme geben, wenn der Tierarzt zu viel Haut abschneidet, sodass die zusammengenähte Haut dann spannt.

DAISY: Ui-Autsch, dann ist es aber zu eng im Schritt. Lieber mehr Haut dran lassen, nicht wahr?

PEBBLES: Nach der OP bleibt das Böckchen dann in der Tierarztpraxis bis es vollständig aufgewacht ist und wieder anfängt zu fressen. Erst dann kann das Zweibein es wieder abholen.

JOYCE: Bis dahin ist es ganz wichtig, dass das Schweinchen in der Narkose schön warm gehalten wird. Es liegt dann in Seitenlage auf einem warmen Untergrund und die Körpertemperatur muss immer wieder kontrolliert werden. Und es sollte ein bisschen zugedeckt sein, um sich beim Aufwachen erstmal sicher und versteckt zu fühlen. Wenn die Narkose länger dauert, muss das Meri alle 20 – 30 Minuten gewendet werden.

TOFFEE: Ja, die  Aufwachphase ist eine besonders kritische Phase und gehört immer unter Beobachtung eines Tierarztes. Wenn wirklich mal Komplikationen auftreten sollten, muss sofort Hilfe geleistet werden können. Deshalb ist es ganz wichtig, dass das Zweibein sein Meeri erst wieder abholen darf, wenn es wach ist und frisst. Eine Praxis, die das Schweinchen noch in Narkose herausgibt, sollte man dringend meiden, warnend-MUIG.

OSCAR: Danach ist dann wichtig, dass das Zweibein die OP-Wunde seines kastrierten Meeri-Böckchens in den nächsten Tagen ganz sorgfältig beobachtet. Sollte sich da was entzünden, muss das Böckchen sofort wieder zum Tierarzt.

DAISY: Und es darf kein Schmutz in die Wunde kommen und das Böckchen darf sich da keine Einstreu oder Stroh- und Heuhalme reinpieken.

PEBBLES: Deshalb wird meistens empfohlen, das frisch kastrierte Böckchen auf Handtücher zu setzen. Da piekt dann nichts, aber man muss die Handtücher dann ganz oft wechseln, denn wenn da draufgepieselt ist, dann sitzt das Böckchen mit der frischen OP-Wunde auf einem nassen Pipifleck und das ist auch unhygienisch und kann zu Entzündungen führen. Also dicke weiche Handtücher, die immer direkt gewechselt werden, wenn sie feucht sind.


Joyce

JOYCE: Und jetzt erzählen wir noch was speziell zur Frühkastration. Die hat der Tierarzt Dr. Gottfried Morgenegg aus der Schweiz 1995 entwickelt, bewundernd-MUIG. Vorher hat man nicht geglaubt, dass man die kleinen Meeri-Böckchen schon mit einem Gewicht von 200-250 g im Alter von 2-3 Wochen bereits vor Eintritt der Geschlechtsreife kastrieren kann.

TOFFEE: Er hat damals beschrieben wie er das macht und heute ist das Standard. Er macht nur einen winzigen Schnitt von 3-4 mm in den Hodensack des Babyböckchens und legt den Processus vaginalis frei. Den zieht er mit einer Klemme heraus, schneidet ihn auf, schiebt ihn mit einer zweiten Klemme nach oben zum Körper hin und klemmt ihn mit den Hodengefäßen möglichst nah am Körper ab. Während er die zweite Klemme möglichst ruhig hält, zieht er die erste vorsichtig weg, bis die Gefäße und der Samenleiter reißen. Der kleine Fettkörper wird mit entfernt. Das Durchreissen und der Druck der Klemme genügen zur Blutstillung und zum Verkleben des Processus vaginalis. Dann wird eine kleine Innennaht mit einem resorbierbaren Faden gemacht. Statt der äußeren Naht wird bei der Frühkastration oft ein Gewebekleber benutzt, weil die Wunde so klein ist, von-einem-Spickzettel-ables-MUIG.

OSCAR: Das war wohl zu schwierig zum auswendig-lernen?

TOFFEE: Hey, ich bin ein Meerschwein, kein OP-Berichterstatter.

DAISY: Zum Gewebe kleben gibt es sogenannte Steristrips, die aussehen wie kleine Klebestreifen und quer zum Wundverlauf auf die Haut geklebt werden, um die Wundränder aneinanderzufügen. Es gibt aber auch speziellen Gewebekleber, den man auf die Haut aufbringt. Dann verändert sich seine Struktur in der Wunde. Man sagt, er polymerisiert und dadurch hält er die Geweberänder zusammen.

PEBBLES: Die kleinen Frühkastraten dürfen dank dieser Technik sofort zurück zu ihren Eltern und Geschwistern und müssen nicht sechs Wochen von ihnen getrennt werden. Je nach Narkose düsen die Kleinen schon nach etwa zwei Stunden wieder 'rum und haben kaum bemerkt, was passiert ist.

JOYCE: Der Morgenegg-Weißkittelmann hat auch geforscht, ob sich die Frühkastraten anders entwickeln als andere Böckchen, die später oder gar nicht kastriert wurden, aber auch bei Brüdern aus einem Wurf hat er keine Unterschiede im Aussehen oder Verhalten oder beim Gewicht entdeckt. Dabei hat er in den ersten fünf Jahren etwa 300 Meeriböckchen so frühkastriert, ohne dass es zu Blutungen oder einem Abrutschen des Darms in den Leistenspalt gekommen wäre.

TOFFEE: Ich glaub', in unserem großen Thema Fortpflanzung haben wir jetzt die Jungs fertig.

OSCAR: Gott sei Dank, Stein-vom-Herzen-fall-MUIG Dann rufe ich mal ganz schnell die Mama Kerstin. MaaaaaaamaaaaaaaaKeeeeeeerstiiiiiiiiiiiiiinnnn…

KERSTIN-ZWEIBEIN: Na, Oscar, jetzt hast du's geschafft mit dem Thema. Dafür habe ich eine besonders große Möhre für dich und für die Damen jeweils Gurke.

DAISY: Danke, Mama Kerstin. Also tschüss dann, mampf schmatz, bis nächste Woche…

 

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